Cannabis in Afghanistan: Leitfaden zum rechtlichen Status
- 1. Cannabisgesetze in afghanistan
- 1. a. Besitz
- 1. b. Verkauf
- 1. c. Anbau
- 2. Ist cbd in afghanistan legal?
- 3. Ist es legal, cannabissamen nach afghanistan zu schicken?
- 4. Medizinisches cannabis in afghanistan
- 5. Industrieller hanf in afghanistan
- 6. Geschichte und politik
- 6. a. Politik
- 7. Nützliche hinweise
Mit knapp vierzig Millionen Einwohnern ist Afghanistan ein Binnenstaat in Zentralasien mit einer reichen Geschichte des Anbaus und Konsums von Cannabis, die Jahrhunderte zurückreicht. In den weiten Bergregionen des Landes wächst Cannabis wild und Afghanistan gilt als einer der weltweit größten Produzenten der Pflanze.
2010 berichteten die Vereinten Nationen, dass Afghanistan der weltweit führende Produzent von Cannabis sei. Trotz der natürlichen Verbreitung bleibt Cannabis in Afghanistan jedoch illegal. Mit der Rückkehr der Taliban an die Macht könnte das Land allerdings Änderungen an seinen Cannabisgesetzen vornehmen. Im heutigen Artikel werfen wir einen Blick auf die aktuelle Gesetzgebung bezüglich Cannabis in Afghanistan, die Geschichte des Landes mit der Pflanze und alle weiteren wichtigen Details.
1. Cannabisgesetze in Afghanistan
Besitz
Sowohl der Konsum als auch der Besitz von Cannabis sind in Afghanistan illegal. Obwohl die Pflanze im Land seit Jahrhunderten angebaut und genutzt wird, wurde Cannabis in Afghanistan erstmals 1973 von König Zahir Shah verboten. Das folgende Betäubungsmittelgesetz von 2005 besagt, dass jeder, der mit bis zu 10 Gramm Cannabis erwischt wird, mit folgenden Strafen rechnen muss:
- Drei Monate Haft
- Eine Geldstrafe zwischen 5.000 und 10.000 AFN (€58 – €116).
Wer mit größeren Mengen als 10 Gramm erwischt wird, muss mit folgenden Strafen rechnen:
- Eine bis zu dreijährige Haftstrafe
- Eine Geldstrafe zwischen 50.000 und 100.000 AFN (€580 – €1.160).
Auch wenn die Strafen für den Besitz von Cannabis in Afghanistan recht streng sind, ist Cannabis, insbesondere das berühmte afghanische Haschisch, weiterhin im Land sehr beliebt. Die meisten Afghanen bevorzugen es, die lokale Form von Haschisch, ein Cannabis-Konzentrat namens Charas, zu rauchen.
Verkauf
Der Verkauf von Cannabis, einschließlich Import und Export, ist in Afghanistan illegal und wird mit teils schweren Strafen geahndet. Wie in den meisten Ländern spielt die beschlagnahmte Menge die entscheidende Rolle für das Strafmaß. Wer beim Verkauf, Import oder Export von Cannabis erwischt wird, dem drohen je nach Menge höhere Haftstrafen und Bußgelder. Wer beispielsweise unter 250 Gramm Cannabis verkauft, muss mit bis zu drei Monaten Haft und einer Geldstrafe zwischen 5.000 und 10.000 AFN (€58 – €116) rechnen. Für jedes zusätzliche Viertel-Kilogramm Cannabis erhöht sich die Strafe, z.B. bei 500 Gramm auf sechs Monate und eine Geldstrafe zwischen 10.000 und 50.000 AFN (€116 – €580).
Großhändler, die beim Verkauf von mehr als 10 kg Cannabis erwischt werden, müssen mit einer langen Haftstrafe von 10 bis 15 Jahren sowie einer Geldstrafe von 1 bis 1,5 Millionen AFN (€11.598 – €17.375) rechnen. Trotz der strengen Strafen wird Cannabis weiterhin im großen Stil produziert. Die Vereinten Nationen bezeichneten Afghanistan als weltweit größten Lieferanten von Cannabis. Laut deren Bericht werden jährlich zwischen 1.500 und 3.500 Tonnen Cannabis ins Ausland verschifft. Da nun wieder die Taliban die Kontrolle haben, ist zu erwarten, dass die Strafen weiter verschärft werden, da die Organisation für eine Null-Toleranz-Politik bei Drogenkonsum bekannt ist.
Anbau
Der Anbau von Cannabis ist in Afghanistan illegal. Die einzige Ausnahme gilt für Unternehmen oder Organisationen, die die Pflanze zu medizinischen oder Forschungszwecken anbauen möchten und dafür eine Lizenz erhalten. Nachdem die Taliban wieder die Kontrolle übernommen haben, gab das Regime Ende 2021 allerdings bekannt, eine Vereinbarung mit einem deutschen Unternehmen zum Anbau und zur Herstellung von Cannabis-Produkten getroffen zu haben. Laut Social-Media-Posts des afghanischen Innenministeriums will das deutsche Unternehmen Cpharm eine Investition von über 400 Millionen US-Dollar in eine Produktionsstätte für Cannabisprodukte im Land tätigen.

Der Tweet aus dem Ministerium bestätigte das Projekt: „wird in Kürze offiziell starten, und Hunderte von Menschen werden Arbeitsplätze bekommen“. Ein überraschender Schritt in einem Land, in dem Cannabis-Anbau weiterhin verboten ist – alle Wetten im Hinblick auf die zukünftige Taliban-Politik zum Thema Cannabisgesetz sind daher offen. Fakt ist aber, dass derzeit jedem, der beim Anbau von Cannabis erwischt wird, bis zu neun Monate Haft und eine Geldstrafe von 5.000 bis 20.000 AFN (€57 – €231) drohen. Während Cannabis in Afghanistan weiterhin illegal ist, hat die Produktion in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. Viele Bauern bevorzugen den Anbau der Pflanze gegenüber Opium – lange Zeit das meistproduzierte Produkt des Landes.
2. Ist CBD in Afghanistan legal?
Bisher wird im afghanischen Recht kein Unterschied zwischen CBD und Cannabis gemacht. Somit sind alle CBD-Produkte, unabhängig vom THC-Gehalt, in Afghanistan illegal. Mit den Plänen der Taliban, medizinische Cannabisprojekte zu fördern, bleibt abzuwarten, ob die Bevölkerung künftig von solchen Initiativen profitieren kann – abgesehen von den offensichtlichen Möglichkeiten für die Schaffung von Arbeitsplätzen.
3. Ist es legal, Cannabissamen nach Afghanistan zu schicken?
Es gibt derzeit keine Gesetze, die den Versand von Cannabissamen nach Afghanistan oder innerhalb des Landes verbieten würden. Aufgrund des aktuellen rechtlichen Status der Pflanze in Afghanistan ist der Versand von Cannabissamen ins Land jedoch nicht zu empfehlen.
4. Medizinisches Cannabis in Afghanistan
Vor der Machtübernahme durch die Taliban im Jahr 2021 gab es in Afghanistan keinerlei Zugang oder gesetzliche Regelungen zu medizinischem Cannabis. Auch wenn nun Pläne für den medizinischen Anbau im Raum stehen, verfolgt das Regime weiterhin eine konsequent strikte Drogenpolitik.

Nach der Rückkehr der Taliban im Sommer 2021 wurden Berichten zufolge verdeckte Razzien durchgeführt, bei denen drogenkonsumierende Personen, darunter Konsumenten von Cannabis und afghanischem Haschisch, mit Gewalt bedroht wurden, sollten sie nicht an Behandlungsprogrammen teilnehmen. Während die Taliban großes wirtschaftliches Potenzial im medizinischen Cannabisanbau sehen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Bevölkerung in absehbarer Zeit Zugang zu medizinischen Produkten erhält.
5. Industrieller Hanf in Afghanistan
Wie bei CBD wird im afghanischen Recht kein Unterschied zwischen Cannabis und Hanf gemacht. Daher ist auch CBD in Afghanistan weiterhin illegal. Einst wurde Hanf in Afghanistan jahrhundertelang angebaut. Durch Gesetze aus den 1970er Jahren wurde der Anbau jedoch untersagt – und dieses Verbot gilt bis heute. Nach der Rückkehr der Taliban berichteten mehrere afghanische Hanfbauern davon, dass ihre Ernten durch das Regime beschlagnahmt wurden.
6. Geschichte und Politik
Afghanistan verbindet seit jeher eine enge Beziehung zur Cannabispflanze. Untersuchungen zufolge hat die Pflanze ihren Ursprung bereits vor Jahrtausenden im Land. Zwar wird der exakte Ursprung von Cannabis kontrovers diskutiert, sicher ist jedoch, dass Afghanistan zu den ersten Nationen zählte, die Cannabis gezielt für Religion, Kultur und Alltag anbauten und verwendeten. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Indica-Cannabispflanze in Afghanistan entstanden ist; Sativa-Varietäten sind jedoch ebenfalls in Zentralasien verbreitet – womöglich sind beide Arten in Afghanistan heimisch geworden.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden sowohl Sativa- als auch Indica-Pflanzen verstärkt im ganzen Land kultiviert. Da beide Arten zusammen angebaut wurden, führte dies wahrscheinlich zur unbeabsichtigten Hybridisierung bestimmter Pflanzen. Heute werden weltweit überwiegend Hybrid-Varietäten konsumiert, darunter auch unser eigener Afghan Kush.
In den 1960er-Jahren sorgten steigende Touristenzahlen dafür, dass afghanisches Haschisch schnell als Geheimtipp galt und unter Kennern als eines der besten weltweit angesehen wurde. Mit wachsender Beliebtheit wurde das eigentlich gesellschaftlich akzeptierte und seit Jahrhunderten konsumierte Haschisch zu einem festen Bestandteil des Drogenhandels, was das Land im späten 20. Jahrhundert stark beeinflusste.
Politik
In den letzten Jahren spielte Afghanistan mit dem Gedanken, Cannabis und Hanf zu legalisieren. Doch 2019 empfahl das Internationale Suchtstoffkontrollamt stattdessen den UN-Organisationen, die schwerwiegenden Probleme im Zusammenhang mit dem Drogenschmuggel anzugehen – damit wurde eine Legalisierung von Cannabis in Afghanistan vorerst ausgeschlossen. Nach der Rückkehr der Taliban an die Macht 2021 scheint eine Legalisierung umso unwahrscheinlicher.
Gleichzeitig hat die Ankündigung, in den Bereich medizinisches Cannabis einzusteigen, gezeigt, dass es unmöglich ist, zukünftige Entscheidungen der Machthaber vorherzusagen. Trotz ihrer strikten Drogenpolitik ist die afghanische Wirtschaft eine der schwächsten weltweit – Cannabis könnte für das Land eine bedeutende Einnahmequelle darstellen.

Ob die Taliban sich jemals für fortschrittlichere Gesetze entscheiden werden, ist schwer vorauszusagen; das angekündigte Wirtschaftsabkommen zeigt jedoch immerhin Interesse daran, das Potenzial von Cannabis zumindest als Wirtschaftsgut zu prüfen. Nach wie vor sind Cannabis und insbesondere afghanisches Haschisch die beliebtesten und meistkonsumierten illegalen Substanzen im Land. Schätzungen zufolge konsumieren etwa 9 % der männlichen Bevölkerung regelmäßig Cannabis. Im Vergleich dazu haben nur 0,2 % der Frauen von Cannabis-Konsum berichtet.
7. Nützliche Hinweise
Auch wenn der Gebrauch von Cannabis in Afghanistan – vor allem das berühmte afghanische Haschisch, das es sogar in europäische Coffeeshops schafft – recht weit verbreitet ist, ist klar, dass die Rückkehr der Taliban die gesamte Gesellschaft beeinflusst, einschließlich des Cannabiskonsums. In einem Land, das auf über vierzig Jahre Krieg und eine ständig wechselnde politische Lage zurückblickt, mangelt es nicht an Problemen. Dennoch ist die Cannabisgesetzgebung für viele Afghanen womöglich nicht das dringendste Thema. Mit einer wirtschaftlichen Lage, die sich weiter verschlechtert und einem fehlenden wirtschaftlichen Aufschwung, könnte die Legalisierung einen enormen Impuls bringen. Cannabis aus Afghanistan ist international als eines der besten weltweit bekannt – dieses Potenzial zu nutzen, könnte dem Land dringend benötigte neue Einnahmen verschaffen.
Wenn du nach Afghanistan reist, ist äußerste Vorsicht und gesunder Menschenverstand auf jeden Fall geboten. Vom Konsum von Cannabis während deines Aufenthalts raten wir definitiv ab. Wenn du mehr über Cannabisgesetze weltweit erfahren möchtest, stöbere im umfangreichen Fast Buds Blogbereich mit aktuellen Cannabisnews, Grow-Tipps und vielem mehr.
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