CBD im Gras macht Kühe entspannt und glücklich, zeigt Studie
Ein Wissenschaftlerteam der Kansas State University untersuchte, wie Rinder auf Cannabidiol im Hanf reagieren, und stellte Verbesserungen ihres Verhaltens und ihrer Biochemie fest. Cannabidiol, oder CBD, ist inzwischen in den USA, Europa und vielen anderen Ländern weltweit legal. Es ist ein beliebtes Wellness-Produkt geworden und wird bei einem gesunden Lebensstil sowohl äußerlich als auch in essbarer Form verwendet.
Ebenso berichten viele Haustierbesitzer, dass auch ihre Hunde und Katzen positiv auf CBD-Leckerli reagieren. Allerdings hat die FDA den Stoff noch nicht für die Landwirtschaft zugelassen und es gibt bisher nur wenig Forschung zu CBD bei Nutztieren.
'Grasgefüttert' bekommt eine ganz neue Bedeutung
Für ihre Studie wählten Michael Kleinhenz und seine KSU-Kollegen eine kleine Herde Holstein-Kälber und teilten sie in zwei Gruppen: die Hanf-Gruppe und die Kontrollgruppe. Die 8 Tiere der ersten Gruppe erhielten einmal täglich eine kleine Ration Hanf. Hanf ist der nicht-psychoaktive Verwandte von Cannabis (Marihuana) und wurde in den USA durch den Farm Act 2018 legalisiert.
Die Kühe bekamen nur 25 Gramm gehacktes Gras mit ihrem Kraftfutter, aber schon diese kleine Menge reichte aus, um deutliche positive Veränderungen im Verhalten zu zeigen. Sie lagen häufiger und länger als die Tiere der Kontrollgruppe. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sie entspannter und weniger gestresst waren. Die Forscher maßen außerdem die Werte des "Stresshormons" Cortisol und stellten eine statistisch signifikante Abnahme fest.

Eine weitere Substanz, die das Team untersuchte, war Prostaglandin, ein Biomarker für Entzündung. Hier waren die Unterschiede noch deutlicher. Während die Hanf mampfenden Kühe eine Prostaglandin-Reduktion von 8,8 % zeigten, kam es bei der Kontrollgruppe zu einem Anstieg um 10,2 %. Erhöhte Stresswerte bei Rindern, wie sie zur Absetzphase oder beim Transport auftreten, führen häufig zu Entzündungen, besonders der Atemwege.
Abfallprodukte aus der Landwirtschaft sinnvoll nutzen
Der wichtigste aktive Bestandteil von Hanf ist CBD-A – eine nicht-aktivierte Form von CBD. Wahrscheinlich war genau diese Chemikalie für die positiven Effekte in der Studie verantwortlich. Bemerkenswert ist, dass die insgesamt zugeführte Menge an CBD-A ziemlich gering war. Das bedeutet, dass Landwirte auch Hanf-Futter mit nur Spurenmengen dieses Moleküls füttern könnten und trotzdem die gewünschten Resultate erhalten.
Industriehanf wie auch einige medizinische Marihuana-Strains mit viel CBD werden zur Extraktion genutzt, wobei nur eine kleine Menge des Medikaments gewonnen wird und der Rest meist weggeworfen wird. Das Pflanzenmaterial des Hanfs ist jedoch reich an verwertbaren Proteinen und weiteren Nährstoffen und wird vom Vieh leicht verdaut.
Kühe können also das Nebenprodukt aus der CBD-Extraktion genauso als Futter verwenden, wie sie auch Getreide aus Ethanoldestillerien, dem Nebenprodukt des Alkohol-Brennens, fressen. Das Einzige, was noch fehlt, ist mehr Forschung sowie die offizielle Zulassung durch die FDA und die Association of American Feed Control Officials.
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