Fem Forge: Die Zukunfts-Genetik erschaffen
Phase I : Identische Mutterklone erstellen
Zuallererst muss die Mutterpflanze vollkommen gesund sein, mit sattgrüner Belaubung; je sauberer und gesünder die Mutter ist, desto schneller und zuverlässiger bewurzeln ihre Stecklinge. Unser Ziel ist es, mindestens 10 endgültige Mutterpflanzen pro Sorte zu etablieren. Bei einer erwarteten Bewurzelungsrate von 90–95 % nehmen wir dennoch überschüssig 30–40 Stecklinge pro Sorte, um eine Reserve zu haben — etwa 20 Klone werden je Sorte für die nächste Auswahlrunde eingepflanzt. Dadurch ist sichergestellt, dass die ausgewählten Klone wirklich identische Kopien voneinander sind.

Phase 2 — Hohe Luftfeuchtigkeit, kurze Lüftungszyklen
In der ersten Woche halten wir die Luftfeuchtigkeit unter der Haube so hoch wie möglich. Weil die Stecklinge noch keine Wurzeln haben, nehmen sie Feuchtigkeit und Mikronährstoffe über die Blattoberfläche auf. Jeden Tag entfernen wir die alte Kondensation von der Haube und besprühen die Klone mit einer niedrig dosierten Nährlösung (ca. 0.4 - 0.6 EC), auf einen pH-Wert von etwa 5,7–6,0 eingestellt. Wir sprühen leicht, aber regelmäßig, sodass die Blätter feucht bleiben, ohne ständig durchnässt zu sein – das verhindert Fäulnis und ermöglicht dennoch Nährstoffaufnahme über die Blätter.

Phase 3 — Erste Wurzeln
Nach etwa 7–8 Tagen sehen wir die ersten Wurzeln durchbrechen. Das ist unser Signal, die Lüftungsöffnungen der Propagatoren zu öffnen und die Frischluftzufuhr zu erhöhen, wodurch die Luftfeuchtigkeit unter der Haube etwas sinkt und die Wurzeln angeregt werden, stärker zu wachsen.

Von diesem Zeitpunkt an beginnen die Klone das Substrat mit Wurzeln zu durchwuchern und die Schwämme viel schneller auszutrocknen. Wir beobachten sie daher genau und befeuchten nach Bedarf – das Substrat darf nie ganz austrocknen, soll aber auch nicht ständig durchnässt sein.

Phase 4 — Bewurzelte Klone in Coco umtopfen
Substrat: 90 % Coco, 10 % Humus
Dünger: EC 1,0–1,2, pH 5,6–5,9
Männlich : 2-Gallonen-Topf, um mehr Wurzelvolumen und stärkeres Wachstum zu ermöglichen
Weiblich : 1-Gallonen-Topf für eine kompakte, handliche Struktur und einfache Pflege
Sobald wir deutlich ausgeprägte, strahlend weiße Wurzelsysteme an den Klonen sehen, pflanzen wir diese so schnell wie möglich um. Ziel ist es, keine Zeit zu verlieren und die Pflanzen nicht im Anzuchtwürfel einzuengen, sondern die Energie direkt in den stärkeren Wurzelaufbau im finalen Pflanzbeutel zu lenken.
Beim Umtopfen machen wir ein etwas größeres Loch als der Plug, geben eine Prise Azos + Mykos hinein und befeuchten es leicht mit unserer Dünge-Lösung. Wir setzen den Klon vorsichtig hinein, ohne die Wurzeln zu beschädigen; bei langen Wurzeln drehen wir den Plug manchmal etwas, sodass die Wurzeln spiralförmig anliegen und weniger abbrechen. Direkt nach dem Umpflanzen können einige Klone wegen des Klimawechsels kurz schlapp wirken, doch fast immer erholen sie sich bereits am nächsten Tag wieder.

Siebzehn Tage später
Nach 17 Tagen sehen alle Pflanzen kräftig aus und haben ordentlich an Masse zugelegt. Die zukünftigen Mütter blieben im Hauptraum, wo sie für den Rest des Zyklus gleichmäßig verteilt stehen, um den verfügbaren Platz und das Licht optimal zu nutzen.

Männchen
Die zukünftigen männlichen Pflanzen wurden in einen separaten Raum gebracht, wo sie mit STS behandelt werden und gemäß unserem Protokoll früher als die Mütter in die Blüte geschickt werden. In dieser Bildreihe kannst du sehen, wie sich die zukünftigen Väter alle 3–4 Tage verändern – vom ersten Stretch und der frühen Strukturbildung bis zum Vor-Pollenstadium, bevor sichtbare Pollensäcke erscheinen.


Was passiert mit den weiblichen Pflanzen?
Unsere weiblichen Pflanzen, die künftigen Pollenträgerinnen, haben mittlerweile kräftiges Wachstum hingelegt und brauchen jetzt etwas Formschnitt. Um die Luftzirkulation zu verbessern und die Bildung von Stau- und Feuchtigkeitsnestern zwischen den Zweigen zu verhindern, reduzieren wir die Blattmasse und räumen die Struktur auf – das ist entscheidend, bevor das Blätterdach noch dichter wird. Anfangs denkt man immer "Das mache ich in einer Stunde", aber die Erfahrung zeigt rasch, dass eine sorgfältige und rechtzeitige Durchführung deutlich länger dauert.
Für dich ist es ein einminütiger Rundgang, doch hinter diesem kurzen Clip stecken etwa 3–4 Stunden konzentrierte, akribische Arbeit an jedem Tisch. Viel Spaß bei dieser Transformation.
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