Frankreich: Parlament debattiert Cannabis-Legalisierung
Das französische Parlament hat die Diskussion über einen Gesetzentwurf angesetzt, der den Cannabiskonsum legalisieren und einen regulierten Markt für die Substanz schaffen soll. Die Initiative wurde Anfang dieses Monats von einer Gruppe von Abgeordneten eingebracht, zu der auch Mitglieder der Regierungspartei gehören.
Frankreich hat den größten illegalen Cannabismarkt Europas, und es wächst die Überzeugung, dass eine Regulierung der Pflanze zur Verbesserung von Gesundheit und öffentlicher Sicherheit beitragen würde.
Das Argument der Schadensminimierung
In einer begleitenden Erklärung zum Gesetzentwurf erklärten die Autoren, dass eine staatliche Kontrolle notwendig sei, um sowohl Cannabiskonsumenten als auch die Gesellschaft insgesamt zu schützen. Dies könne nur durch die Regulierung von Produktion, Vertrieb und Verkauf der Substanz erreicht werden. Außerdem verwiesen sie auf die soziale Ungerechtigkeit, die die strafrechtliche Verfolgung von Cannabiskonsumenten bedeutet.

Ein ähnliches Argument wurde in Italien vorgebracht, wo ein Referendum zur Erlaubnis von Eigenanbau voraussichtlich noch dieses Jahr abgehalten wird. Im Dezember 2021 hat Malta den Erwachsenenkonsum von Cannabis legalisiert, und die neue Regierungskoalition in Deutschland kündigte Pläne zur Schaffung eines regulierten Cannabismarktes als eine ihrer obersten Prioritäten an.
Wachsende Unterstützung in Frankreich
Obwohl die französische Regierung weiterhin eine harte Linie bei der Kriminalisierung von Cannabis verfolgt, zeigen aktuelle Umfragen einen deutlichen Wandel in der öffentlichen Meinung. Laut den neuesten IFOP-Daten sind 51 Prozent der Befragten für eine Entkriminalisierung des Cannabiskonsums. 2017 waren nur 43 Prozent dieser Meinung.
Zudem hielten zwei Drittel der Befragten die Schaffung eines legalen, staatlich kontrollierten Marktes – auch wenn dies derzeit kaum umsetzbar sei – für eine sinnvolle Politik in der Zukunft.
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