Legales Cannabis trägt seit 2018 mit 43,5 Mrd. $ zum kanadischen BIP bei
Laut einem aktuellen Bericht hat die junge Cannabisbranche seit der Legalisierung des Freizeitgebrauchs im Jahr 2018 43,5 Milliarden Dollar zum kanadischen Bruttoinlandsprodukt beigetragen. Deloitte berichtet, dass davon 11 Mrd. $ auf den Verkauf entfallen, während weitere 29 Mrd. $ auf Investitionsausgaben im Sektor zurückgehen.
Noch erfreulicher sind die Schaffung von 98.000 neuen Arbeitsplätzen sowie die 15,1 Mrd. $ an Steuereinnahmen, die in die Staatskassen geflossen sind. Auch wenn die Branche ihr volles Potenzial noch nicht entfaltet hat, kämpft sie bereits mit Zersplitterung und starkem Wettbewerb.
Die Branche wird erwachsen
Der Bericht nennt die aktuelle Situation in der Cannabisbranche "einen großen Erfolg" und prognostiziert weiteres Wachstum mit zunehmender Reife. Laut einer Studie von ATB Capital Markets könnten die Cannabisverkäufe im Jahr 2022 um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen und 3,8 Milliarden Dollar erreichen.
Die 2.000 Freizeitshops landesweit konkurrieren inzwischen erfolgreich mit dem Schwarzmarkt, der ins Internet abgewandert ist. Allerdings stehen die lizenzierten Shops selbst unter enormem Konkurrenzdruck und kämpfen mit einem Überangebot.
Während einige Experten die aktuelle Marktsituation für nicht nachhaltig halten und eine Konsolidierung der Unternehmen voraussagen, scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. Die Hauptakteure in der Branche verlieren Marktanteile, während kleinere Unternehmen stark zunehmen. Dies ist wohl eine Reaktion auf die Sorge, dass eine erwartete bundesweite Legalisierung in den USA zur Dominanz von "Big Marijuana" führen würde und einem inklusiveren, familiären Geschäftsmodell keine Chance lässt.

Rufe nach mehr Gerechtigkeit
Der Deloitte-Bericht fordert außerdem, dass die Cannabisbranche wichtige soziale und ökologische Themen stärker adressieren sollte. Laut einer Umfrage unter 700 Führungskräften aus über 200 Unternehmen wird die Branche überwiegend (72 %) von weißen Männern geleitet. Weitere 14 % des Managements sind Männer, die Minderheitengruppen angehören, 12 % sind weiße Frauen und 2 % Frauen anderer Ethnien.
Eine Studie der Universität Toronto aus dem Jahr 2020 kam zu ähnlichen Ergebnissen: Die Mehrheit der Profiteure der Cannabislegalisierung sind Weiße, obwohl Schwarze und andere Minderheiten die Hauptleidtragenden des jahrzehntelangen "Kriegs gegen Drogen" waren.
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