Legales Gras lässt den Gebrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten sinken, wie eine Studie zeigt
Schon lange wird vermutet und später durch Forschung bestätigt, dass die Einführung von medizinischem Cannabis einen erheblichen Einfluss auf die Menge an verschriebenen Medikamenten hat. Nun hat ein Team von Wissenschaftlern der Cornell University festgestellt, dass derselbe Effekt auch dann eintritt, wenn ein Bundesstaat oder ein Territorium den Freizeitkonsum für Erwachsene legalisiert.
Für diese Ergebnisse analysierten die Forscher die von den Centers for Medicare and Medicaid Services zwischen 2011 und 2019 in allen 50 Bundesstaaten erhobenen Daten. In diesem Zeitraum haben 18 US-Bundesstaaten sowie der District of Columbia Cannabis für Erwachsene legalisiert, wobei Colorado und Oregon 2012 die ersten waren.
Geringere Kosten für Patienten und Gesellschaft
Im Einklang mit früheren Erkenntnissen zur Legalisierung von medizinischem Cannabis und ganz gemäß der aufgestellten Hypothese führt das Ende der Cannabisprohibition auch zu einem Rückgang des Missbrauchs verschreibungspflichtiger Medikamente. Da viele dieser Medikamente teuer oder überteuert sind, bedeutet ihr geringerer Verbrauch, dass erhebliche Summen bei Medicare und Medicaid eingespart werden.
Ein noch bedeutenderer positiver Effekt der Legalisierung ist, dass viele verschreibungspflichtige Medikamente erhebliche Nebenwirkungen haben und ihr Ersatz durch Cannabis zu einem geringeren Risiko und Schaden für die Patienten führt. Besonders gefährlich ist dabei der übermäßige Gebrauch von Schmerzmitteln auf Rezept, der in letzter Zeit zu einer Opioidkrise geführt hat, die viele Experten und politische Entscheider als Epidemie bezeichnen.

Noch ein weiteres Argument für die gesundheitlichen Vorteile von medizinischem Cannabis
Die Liste der Beschwerden, bei denen die Verschreibung von Medikamenten zurückgeht, wenn Cannabis legal wird, umfasst Schmerzen, Depressionen, Angstzustände, Schlafprobleme, Psychosen und Krampfanfälle. Das ist ein weiteres Indiz für die therapeutische Wirksamkeit von Cannabis. Zwar wurde die Studie nicht dafür konzipiert, eine Erklärung für diese Ergebnisse zu liefern, doch die Autoren vermuten, dass durch die breitere Verfügbarkeit von Cannabis manche Menschen zur Selbstmedikation greifen, anstatt direkt zum Arzt zu gehen. Und da die meisten Hausarztbesuche in einem Rezept enden, bleiben viele davon einfach unausgestellt.
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