Mississippi, USA, hat medizinisches Cannabis legalisiert
Gouverneur Tate Reeves hat am Mittwoch ein Gesetz unterzeichnet, das medizinisches Cannabis in Mississippi, USA, legalisiert. Damit ist der Bundesstaat der 37., der eine Regelung zum medizinischen Gebrauch des Wirkstoffs einführt.
Das neue Gesetz ermöglicht es Patienten, sich für das medizinische Cannabis-Programm des Bundesstaates zu registrieren und eine Ausweiskarte zu erhalten, mit der sie ihre Medizin legal in lokalen Apotheken kaufen können. Alternativ können sie eine Pflegeperson bestimmen, die das medizinische Cannabis für sie kauft.
Beim 46. Mal hat es geklappt
Bei der Unterzeichnung des Gesetzes betonte Gouverneur Reeves, dass er keine Zweifel habe, dass viele Menschen in Mississippi diese Art von Medizin benötigen und davon profitieren werden. Er äußerte jedoch auch Bedenken hinsichtlich einiger Formulierungen im Gesetz und sagte, dass er es selbst nicht so geschrieben hätte.
Allerdings respektierte er den Willen seiner Wähler. Einer Umfrage aus dem Jahr 2021 zufolge unterstützten 63 Prozent der Einwohner die Maßnahme. Auch die Gesetzgeber unterstützten die Reform einstimmig. Nach langen Debatten wurde das Gesetz sowohl vom Repräsentantenhaus als auch vom Senat von Mississippi verabschiedet, wobei es laut Gouverneur ganze 45 oder 46 Lesungen brauchte, um den Wortlaut zu perfektionieren.

Genug Freiraum, damit es wirkt
Die letzte Fassung des Gesetzesentwurfs schränkt die Möglichkeit für medizinische Fachkräfte ein, Cannabis nur für Patienten innerhalb ihres Fachgebiets zu verschreiben. Außerdem muss die Erkrankung als schwerwiegend gelten, um teilnahmeberechtigt zu sein. Eine weitere Regel untersagt Apotheken in der Nähe von Kirchen und Schulen.
Das Gesetz erlaubt jedoch verschiedene Arten, die Medizin zu konsumieren, und die wöchentlichen und monatlichen Höchstmengen dürften auch für Menschen mit schweren Erkrankungen ausreichen. Die verschiedenen Produkte werden in Einheiten namens MMCEU gemessen, wobei jede Einheit 3,5 g getrocknete Blüten, 1 Gramm Konzentrate oder 100 mg THC in Esswaren und ähnlichen Produkten entspricht. Ein Patient kann legal bis zu 24 MMCEU alle 30 Tage beziehen.
Umfragen in anderen US-Bundesstaaten zeigen, dass 3,5 Gramm – also ein Achtel Unze – medizinisches Cannabis zwischen 20 und 60 Dollar kosten können und ein Patient im Durchschnitt rund 300 Dollar pro Monat ausgibt, wobei Menschen mit Anfallsleiden die höchsten Kosten haben. Eine einfache Rechnung ergibt, dass 85 Gramm getrockneter Blüten pro Monat für die meisten Patienten ausreichen werden.
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