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Virtual-Reality-Highs: Das Zusammenspiel von Cannabiskonsum und VR-Erfahrungen

4 April 2024
Synergie von Cannabis und Virtual Reality: Erweiterte Wahrnehmung, mehr Genuss und therapeutisches Potenzial
4 April 2024
5 min read
Virtual-Reality-Highs: Das Zusammenspiel von Cannabiskonsum und VR-Erfahrungen

Inhalt:
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  • 1. Der aufstieg von virtual reality
  • 2. Cannabiskonsum: trends und wirkungen
  • 3. Cannabis und wahrnehmung in vr
  • 4. Mehr vr-genuss durch cannabis
  • 5. Therapeutisches potenzial: cannabis-gestützte virtual reality
  • 6. Überlegungen und bedenken
  • 7. Fazit

In den letzten Jahren haben der Aufstieg der Virtual Reality und die Normalisierung des Cannabiskonsums Forscher dazu veranlasst, ihre potenziell synergetischen Effekte auf Wahrnehmung und Erlebnis zu untersuchen und wie diese zu unserem Nutzen eingesetzt werden könnten. In diesem Artikel beleuchten wir die komplexe Beziehung zwischen Cannabis und VR und wie sich therapeutische Anwendungen in unterschiedlichen medizinischen Kontexten erschließen lassen.

Der Aufstieg von Virtual Reality

VR hat sich deutlich von seiner ursprünglichen Idee weiterentwickelt zu dem, was wir heute sehen und nutzen. Zunächst für sehr spezifische Nischenanwendungen gedacht, ist VR inzwischen in alle wichtigen Bereiche vorgedrungen – wie Unterhaltung, Gaming, Bildung und Gesundheitswesen, um nur einige zu nennen.

Die immersiven Möglichkeiten, zusammen mit den technologischen Fortschritten insbesondere bei Hardware und Software, haben grundlegend verändert, wie wir Nutzer mit digitalen Umgebungen interagieren und die Grenzen zwischen digitaler und realer Welt verschwimmen lassen.

Cannabiskonsum: Trends und Wirkungen

Aktuell haben sich die Cannabisgesetze stark verändert, vor allem durch das wachsende Bewusstsein für seine potenziellen therapeutischen Vorteile. Mit sowohl Freizeit- als auch medizinischen Konsumenten ist Cannabis immer normaler geworden, vor allem dank seiner wichtigsten psychoaktiven Verbindungen, insbesondere Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), und ihrer Wirkung auf Geist und Körper.

 

Virtual Reality Highs: The Interplay Between Cannabis Use and VR Experiences

Cannabiskonsum: Trends und Wirkungen.
 

Die Effekte dieser und anderer in Cannabis vorkommender Verbindungen können Veränderungen in der sensorischen Wahrnehmung, kognitive Verbesserungen, Stimmungsmodulation und Entspannung bewirken, neben anderen bekannten Effekten. Allerdings variiert die Erfahrung beim Konsum sehr stark – abhängig vom rechtlichen Status weltweit sowie von Faktoren wie Konsumform, Toleranz, Umgebungsfaktoren, Zusammensetzung der jeweiligen Strain und Dosierung.

Cannabis und Wahrnehmung in VR

Die Gemeinsamkeiten von Cannabis und Virtual Reality im Bereich der Wahrnehmung sind ein spannendes Forschungsfeld. Forscher meinen, dass Cannabinoide, insbesondere THC und CBD, mit neuronalen Bahnen für emotionale Regulation und sensorische Verarbeitung interagieren können, was die Wahrnehmung virtueller Umgebungen verändern oder verstärken könnte.

 

Auch wenn es bisher noch zu wenig Studien gibt, deuten anekdotische Berichte und erste Untersuchungen darauf hin, dass der Konsum von Cannabis vor dem Eintauchen in die Virtual Reality das VR-Erlebnis verbessern kann: steigendes Präsenzgefühl, Immersion, räumliche Wahrnehmung und emotionale Beteiligung. Diese Effekte äußern sich möglicherweise in gesteigerter Sinneswahrnehmung, intensiveren Emotionen, erhöhter Kreativität und einem noch stärkerem Gefühl des Eingetaucht-Seins in die VR-Welt.

Moderne Virtual-Reality-Technologie hat sich bereits als sehr effektiv bei der Analyse von Reaktionen auf Reize bei Menschen mit Alkohol-, Nikotin- oder Coka-Konsumstörung erwiesen.

 

Virtual Reality Highs: The Interplay Between Cannabis Use and VR Experiences

Cannabis und Wahrnehmung in Virtual Reality.
 

Ziel dieser Studie war es, ein System zur Analyse von Reaktionen auf Reize zu entwickeln, ausgehend von der Hypothese, dass Menschen in VR-Umgebungen mit Cannabiskonsum stärkere subjektive Suchtdruckerfahrungen und eine höhere Aufmerksamkeit zeigen als in neutralen VR-Umgebungen.

Zwanzig Cannabiskonsumenten nahmen an einem VR-Test teil, bei dem sie verschiedenen virtuellen Umgebungen mit Audio-, visuellen, Geruchs- und Vibrationsreizen ausgesetzt wurden. Zwei davon zeigten Szenarien mit Cannabiskonsum oder mit Cannabisutensilien. Die beiden anderen Umgebungen waren neutral – eine digitale Kunstgalerie und ein Naturvideo-Raum.

 

Das Ergebnis zeigte erhöhte Suchtdruckwerte und größere Aufmerksamkeit für die VR-Cannabis-Umgebung im Vergleich zu neutralen Einstellungen. Das legt nahe, dass der Einsatz von VR-Technologie mit Cannabis bei der Suchtforschung und Entwicklung von Therapieansätzen helfen könnte.

Allerdings erschweren die aktuelle Gesetzeslage rund um Cannabis und der Stand der VR-Technologie das genaue Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen, so dass weitere Untersuchungen zum Zusammenspiel von Cannabinoiden und VR-Erfahrungen notwendig sind.

Mehr VR-Genuss durch Cannabis

Ein hoher Prozentsatz der täglichen Cannabiskonsumenten berichtet von intensiveren Erfahrungen, wenn sie den Cannabiskonsum mit Virtual-Reality-Technologie kombinieren. Für viele ist die Verbindung aus Cannabis und VR eine einzigartige Verschmelzung von Sinnesreizen und kognitiver Erkundung, die zu gesteigertem Genuss und neuen Wahrnehmungseindrücken führt.

 

Virtual Reality Highs: The Interplay Between Cannabis Use and VR Experiences

Mehr VR-Genuss durch Cannabis.
 

Darüber hinaus profitieren gerade VR-Anwendungen oder Spiele mit immersiven Geschichten, beeindruckenden visuellen Kulissen oder interaktiven Spielmechaniken besonders stark von den psychoaktiven Wirkungen von Cannabis. Die wissenschaftlichen Möglichkeiten sind damit enorm und vielfältig.

Therapeutisches Potenzial: Cannabis-gestützte Virtual Reality

Neben Freizeitnutzung könnte die Kombination aus Cannabis und Virtual Reality auch zu einem besonderen therapeutischen Werkzeug werden. Klinische Forschung versucht, von synergistischen Effekten zu profitieren, um Symptome zahlreicher Erkrankungen zu lindern. CUD (Cannabis Use Disorder) stellt große Herausforderungen, vor allem in Kombination mit psychotischen oder affektiven Störungen, da betroffene Personen besonders anfällig für die Effekte erscheinen und gehäuft betroffen sind.

Trotz aller Bemühungen zeigen traditionelle Psychotherapien nur begrenzte kurzfristige Wirksamkeit, oft ohne nachhaltige Effekte. Die Entwicklung von VR-Anwendungen bietet hier vielversprechende Ansätze, sodass VR für die Behandlung von Cannabiskonsumstörungen (aufgrund des rechtlichen Status) jedoch noch kaum eingesetzt wird. Ein neuer Ansatz bei Substanzmissbrauchsstörungen nutzt VR zur Erschaffung von Avataren, die für den Patienten bedeutende Personen aus seinem Substanzumfeld darstellen. So können in immersiven Sitzungen Kompetenzen wie Selbstbehauptung, Emotionsregulation, Stressbewältigung, Coping-Strategien und Motivationssteigerung trainiert werden.

 

Virtual Reality Highs: The Interplay Between Cannabis Use and VR Experiences

Therapeutisches Potenzial: Cannabis-gestützte Virtual Reality.
 

2022 wurden 40 Teilnehmende (über 18 Jahre) mit moderater oder schwerer Cannabisgebrauchsstörung und regelmäßigem Konsum trotz psychotischer oder affektiver Störungen eingeschlossen. Die Studie bestand aus acht wöchentlichen 1-stündigen Sitzungen mit Interviews, Messungen per CUPIT-Test sowie objektiver THC-Bestimmung im Urin – plus Nachuntersuchung nach 3, 6 und 12 Monaten.

 

Bis November 2022 zeigte sich bei den Teilnehmenden ein moderater Rückgang im Cannabis-Konsum und der Schwere der CUD. Die Reduktion blieb auch bei den Nachuntersuchungen bestehen, während die Lebensqualität stieg und psychotische Symptome deutlich abnahmen. Diese vielversprechenden Resultate deuten auf einen potentiellen therapeutischen Nutzen für Personen mit Cannabisabhängigkeit hin.

 

Von Angst- und Traumafolgestörungen (PTBS) bis zur Schmerztherapie oder Substanzgebrauchsstörungen – cannabisgestützte VR-Therapien könnten neue Ansätze für Symptomlinderung und Behandlung bieten. Dank der immersiven Möglichkeiten der VR in Verbindung mit den anxiolytischen, analgetischen und stimmungsaufhellenden Eigenschaften von Cannabis wollen Kliniker die Behandlung weiter optimieren. Suchtkrankheiten und Verhaltenssüchte erfordern umfassende Strategien – mit VR-Technologie könnten diese künftig noch besser erfasst und behandelt werden.

 

Virtual Reality Highs: The Interplay Between Cannabis Use and VR Experiences

Therapeutisches Potenzial: Cannabis-gestützte Virtual Reality.
 

Einige Studien belegen, dass HMDs (Head-Mounted Devices) die Diagnostik und Behandlung von Suchterkrankungen unterstützen können. Eine im März 2019 veröffentlichte Übersichtsarbeit analysierte hierzu 37 Publikationen: Gruppe 1 umfasste Studien zur Bewertung der Reaktionsfähigkeit auf Reize, Gruppe 2 zu Interventionen. Das Fazit: VR kann Diagnostik und Therapie von Sucht- und Abhängigkeitsstörungen tatsächlich bereichern.

Überlegungen und Bedenken

Abschließend bleibt festzuhalten: Die Kombination und Integration von Cannabis und Virtual Reality ist noch weit von der Realität entfernt und Forschung muss auch mögliche Risiken und Nebenwirkungen berücksichtigen, da wir derzeit noch wenig über potenzielle unerwünschte Reaktionen wissen. Es bleibt wichtig, PatientInnen zu beobachten und Sicherheitsprotokolle zu entwickeln.

Dazu kommen rechtliche Unsicherheiten rund um Cannabis und das Risiko von Missbrauch oder Abhängigkeiten, die die Forschung aktuell bremsen.

Fazit

Die Verbindung von VR und Cannabiskonsum eröffnet spannende Möglichkeiten – sowohl für Freizeit als auch für therapeutische Innovationen. Auch wenn anekdotische Hinweise vielversprechend sind, braucht es mehr wissenschaftliche Forschung, damit dies Realität werden kann.


Mit Blick auf die Entwicklung bleibt es wichtig, eine Integration von Cannabis und VR mit Vorsicht und zur Risikominimierung anzugehen. Forschung, offener Dialog und verantwortungsbewusste Nutzung sind entscheidend – so hoffen wir, dass cannabisgestützte VR künftig ein sinnvolles Werkzeug für Freizeit, Forschung und Heilung wird.

Externe Ressourcen

1. Virtual Reality-Based Digital Twins: A Case Study on Pharmaceutical Cannabis

 

2. Reactivity to Cannabis Cues in Virtual Reality Environments

 

3. Technology-based psychotherapeutic interventions for decreasing cannabis use in people with psychosis: a systematic review update

 

4. Avatar Intervention for cannabis use disorder in patients with psychotic and mood disorders

 

5. Virtual Reality (VR) in Assessment and Treatment of Addictive Disorders: A Systematic Review



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