Weltraumgras könnte die Zukunft sein, sagt Ex-Astronaut

22 April 2022
Vielleicht will auch die Menschheit im All irgendwann so high sein wie die auf der Erde
22 April 2022
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Weltraumgras könnte die Zukunft sein, sagt Ex-Astronaut

Im Gespräch mit Futurism sprach Chris Hadfield, ein pensionierter kanadischer Astronaut, über die Möglichkeit, berauschende Substanzen im All zu nutzen, und über die Idee, Produktionsanlagen in der Schwerelosigkeit zu errichten, die Cannabinoide in reinerer Qualität als in jedem Garten auf der Erde in Massen herstellen könnten.

Trotz des weltweiten Trends zur Legalisierung der Cannabispflanze und ihrer Inhaltsstoffe wurde im All bisher weder geraucht noch getrunken. Doch wenn immer mehr Menschen, darunter auch Touristen, unsere unmittelbare Nachbarschaft im All besuchen, könnte der Freizeitkonsum von Substanzen dort zukünftig erlaubt werden.

Weltraum ist aktuell zu gefährlich für Rauschmittel

In seinem Interview betonte Hadfield, dass es zum jetzigen Stand der Raumfahrtgeschichte noch viel zu gefährlich sei, Astronauten unter dem Einfluss von Substanzen – egal ob Alkohol oder Weed – zu erlauben. Menschen auf einer Raumstation müssen jederzeit absolut aufmerksam und einsatzbereit sein, denn im Falle eines Brandes handeln sie als Feuerwehrleute. Auch bei jeder anderen Notlage sind sie die letzte (und einzige) Verteidigungslinie.

Wenn jedoch mehr Menschen die Erdumlaufbahn besiedeln und größere Stationen mit besserer Lebenserhaltung entstehen, wird auch Entspannung zwischendurch möglich sein. Dann möchte man vielleicht ein Getränk, vielleicht will man auch mal Gras rauchen. Natürlich hängt vieles von den Gesetzen ab, und ein Joint auf der Internationalen Raumstation ist wohl erst erlaubt, wenn Marihuana auf Bundesebene in den USA legalisiert wird.


Space Weed Could be the Way of the Future, Ex-Astronaut Says: A collage of an astronaut is space suit floating in the Earth's orbit and trying to grab a cannabis branch

Cannabis wird vermutlich eine der ersten Arten sein, die den Weltraum kolonisieren.

Trichome-Ernte im All: Die Ambition eines Startups

Der Grund, warum der Ex-Astronaut dazu befragt wurde, wie die Zukunft von Weed als bevorzugtes Genussmittel auf Raumstationen aussehen könnte, ist, dass er im Beirat von BioHarvest sitzt – einem Biotech-Startup, das die Kultivierung von Pflanzenmasse, hauptsächlich zur Lebensmittelproduktion, in flüssigen Bioreaktoren erforscht.

BioHarvest arbeitet bereits seit Jahren mit Cannabis. Wenn sie sich Cannabis-Anbau im All vorstellen, geht es dabei nicht um Hydroponik oder gar Töpfe mit Erde. Ihr Plan ist es vielmehr, ausschließlich die Pflanzenzellen, die Cannabinoide produzieren, zu kontrollieren und zu vermehren. Im Grunde wollen sie nur Trichome anbauen und ernten – sonst nichts. Die Schwerelosigkeit könnte dabei Vorteile bringen, sodass beste und reinste Proben entstehen.

Im Bioreaktor gezüchtetes Marihuana wäre zwar wohl noch zu teuer, um es zur Erde zu bringen und in Freizeit-Shops zu verkaufen, doch die innovative Methode könnte ein günstiger Weg sein, um seltener vorkommende Cannabinoide in großen Mengen herzustellen – einige von ihnen könnten einzigartige therapeutische Effekte bieten.

 



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