Kopenhagen, Dänemark, könnte Cannabis als 5-jähriges Experiment legalisieren
Die Behörden der dänischen Hauptstadt möchten ein 5-jähriges Pilotprogramm starten, um zu prüfen, ob ein regulierter Cannabismarkt effektiver ist als der Krieg gegen Drogen, um den Konsum einzudämmen und Kriminalität zu bekämpfen. Sie schlagen vor, eine Kette staatlich betriebener Cannabis-Shops einzurichten, in denen Erwachsene legal hochwertiges Marihuana kaufen können. Die Einnahmen sollen in Präventions- und Behandlungsprogramme für Drogenkonsum fließen.
Die bisherige Null-Toleranz-Politik hat es nicht geschafft, die milliardenschwere illegale Industrie, die von kriminellen Banden kontrolliert wird, zu stoppen. Laut dem Nationalen Gesundheitsamt hat sich die Zahl der monatlichen Konsumenten seit 1994 verdoppelt. Etwa 41 Prozent der Befragten bis 40 Jahre geben an, mindestens einmal in ihrem Leben Cannabis konsumiert zu haben.
Niedrige Preise zur Konkurrenz gegen den Schwarzmarkt
Nach dem Vorschlag werden die Behörden mehrere Cannabis-Shops in Gemeinden in ganz Kopenhagen eröffnen. Die Idee ist, dass jeder erwachsene Cannabis-Konsument das Produkt kaufen und einen wettbewerbsfähigen Preis zahlen kann. Es ist wichtig, dass legales Cannabis nicht mehr kostet als bei einem Straßendealer, denn das Hauptziel des Pilotprojekts ist es, Kriminellen Geld und Macht zu entziehen.
Mit demselben Ziel im Hinterkopf wollen die Verantwortlichen sicherstellen, dass die Kunden umfassende und verlässliche Informationen über das gekaufte Produkt erhalten. Natürlich muss die Qualität – was Wirkstärke und Vielfalt angeht – mindestens dem Schwarzmarkt entsprechen.

Die Autoren des Projekts betonen, dass eine legale Lieferkette unerlässlich ist. Sie verweisen auf das Scheitern der Niederlande bei der Legalisierung des Großhandels für das lizenzierte Coffeeshop-System als eine Lücke, mit der Kriminelle weiterhin Geld verdienen konnten.
Aufbauend auf dem Erfolg eines ähnlichen Pilotprojekts
Es ist nicht das erste Mal, dass eine weitreichende Cannabisreform in Dänemark vorgeschlagen wird. Das Land hatte 2018 ein 4-jähriges Pilotprojekt für medizinisches Marihuana ins Leben gerufen. Im Dezember 2021 stimmte das Parlament dafür, das Programm auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Die Abstimmung erlaubte es den Cannabis-Produktionsstätten im Land, ihre Arbeit fortzusetzen. Mit 200.000 Quadratmetern Anbaufläche gehört Dänemark zu den größten Cannabis-Produzenten der Welt.
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