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Weed in der Schweiz: Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis

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Autor Aleph One
11 April 2024
In der Schweiz kannst du Cannabis mit geringem THC-Gehalt legal kaufen, während Sorten mit hohem THC-Gehalt entkriminalisiert wurden.
11 April 2024
5 min read
Weed in der Schweiz: Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis

Inhalt:
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  • 1. Regeln zu konsum und besitz
  • 1. a. Marijuana light
  • 1. b. Fahren unter einfluss
  • 2. Besitz großer mengen und verkauf
  • 3. Cannabis-anbau
  • 3. a. Cannabis-samen in der schweiz
  • 4. Medizinisches cannabis
  • 4. a. Ist cbd in der schweiz legal?
  • 5. Legalisierungsversuche
  • 6. Fazit

Die Schweiz ist ein Land, das gegenüber sogenannten ‘weichen Drogen’ wie Cannabis sehr tolerant ist. Man muss schon mehrere Pfund Gras besitzen oder sogar damit handeln, um ernsthafte Probleme mit dem Gesetz zu bekommen. Außerdem werden dort regelmäßig Legalisierungsmaßnahmen diskutiert und Pilotprojekte gestartet, um zu sehen, wie sich weniger strenge Regelungen auswirken. Nichtsdestotrotz ist es für Besucher ratsam, genau zu wissen, was erlaubt ist und was nicht, um rechtliche Schwierigkeiten zu vermeiden.

Regeln zu Konsum und Besitz

2012 hat die Schweiz den Besitz kleiner Mengen Marihuana entkriminalisiert. Seitdem gilt: Wer mit bis zu 10 Gramm des Stoffs erwischt wurde, musste ihn abgeben – das war's. Die Polizei erteilt dafür weder eine Geldstrafe noch eine Anzeige. Wenn man allerdings beim Konsumieren erwischt wurde, musste man eine Busse von 100 CHF (102 EUR) zahlen und wurde wahrscheinlich als Cannabis-Konsument registriert.

2023 ist die Schweiz noch weiter gegangen und hat kleine Mengen Marihuana komplett legalisiert. Die Polizei beschlagnahmt deinen Vorrat nicht mehr – es sei denn, du rauchst öffentlich, denn das ist weiterhin verboten.

 

Marijuana Light

Wie in Italien ist in der Schweiz sogenanntes ‘Marijuana Light’ legal, eine Cannabis-Sorte mit weniger als 1 % THC-Gehalt. In allen anderen Punkten sind die Blüten regulärem Gras sehr ähnlich – Aussehen, Konsistenz und Geruch – sie machen allerdings kaum high. Marijuana Light ist in der Schweiz seit 2017 legal und wird landesweit in Tabakläden und anderen Geschäften verkauft.

Wie du dir vorstellen kannst, macht ein legales Produkt, das sich kaum von illegalem unterscheidet, es der Polizei sehr schwer, einfachen Besitz strafrechtlich zu verfolgen – ohne Labortest gibt es keinen Unterschied. Trotzdem: Auch Marijuana Light darfst du nicht auf der Straße rauchen, unabhängig davon, wie legal es ist.

Fahren unter Einfluss

Beim Kauf und Konsum von legalem Weed solltest du außerdem bedenken, dass du schon nach nur einem Joint nicht mehr Auto fahren darfst. Obwohl der THC-Gehalt kaum berauscht, bleibt er noch lange nach dem Konsum im Urin oder Blut nachweisbar. Sollte es zu einem Unfall kommen oder vermutet die Polizei Drogenkonsum und lässt dein Blut testen, wirst du wegen Fahrens unter Einfluss von Cannabis bestraft – genauso wie bei "normalem" Gras.

Besitz großer Mengen und Verkauf

Wie bereits erwähnt, zeigt sich die Schweizer Gesetzgebung bei Grenzmengen sehr großzügig. Erst wenn man mehr als 4 Kilogramm (9 Pfund) Cannabis besitzt, gilt diese Menge als „öffentlich gefährdend“ und der Besitzer muss mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Die Tabelle unten zeigt einige Sanktionen für Verkauf, Konsum und Besitz großer Mengen. Beachte, dass die Tagessatzhöhe vom Gericht festgelegt wird und ungefähr dem durchschnittlichen Tageseinkommen des Täters entspricht.

 

Vergehen Grenze Strafe
Besitz < 10 g Keine
  > 4 kg 1–3 Jahre Gefängnis
Konsum (erstmalig) - 100 CHF (102 EUR)
Konsum (wiederholt) - Höhere Busse, abhängig von der finanziellen Lage
Verkauf < 100 g Busse von 1–5 Tagessätzen
  100 g – 1 kg Busse von 5–30 Tagessätzen
  1–4 kg Busse von mehr als 30 Tagessätzen
  > 4 kg 1–3 Jahre Gefängnis

Strafen für Besitz, Konsum und Verkauf von Cannabis in der Schweiz.
 

Cannabis-Anbau

2012 gab es einen Versuch, den Eigenanbau von bis zu 4 Pflanzen der nicht berauschenden Sorte (unter 1 % THC-Gehalt) zu legalisieren. Zwischenzeitlich war dies in einigen Kantonen, wie etwa Genf und Freiburg, tatsächlich erlaubt, doch noch im selben Jahr entschied das Bundesgericht, dass dies gegen das Betäubungsmittelgesetz verstößt.

Cannabis-Samen in der Schweiz

Wie fast überall auf der Welt können auch Einwohner der Schweiz Cannabis-Samen problemlos online bestellen. Es gibt viele internationale Marktplätze wie unseren eigenen Fast Buds Shop, die Bestellungen in die Schweiz liefern. In physischen Läden dagegen wird man kaum Samen finden, aus denen THC-reiche Pflanzen wachsen. Selbst jene Shops, die reihenweise Blüten ausstellen und wie US-Dispensaries wirken, handeln meist nur mit CBD- und CBG-Samen.

 

Südhang in der Schweiz, ideal für den Anbau von Cannabis.

Südlich ausgerichtete Hänge in der Schweiz eignen sich hervorragend für den Cannabis-Anbau.

Medizinisches Cannabis

Bisher ist in der Schweiz offiziell nur ein hochprozentiges Cannabis-Medikament zugelassen – Sativex. Dieses Spray ist für Spastiken bei MS-Patienten genehmigt und auf Rezept erhältlich. Außerdem können Ärzt:innen seit 2011 beim Bundesamt für Gesundheit eine Ausnahmegenehmigung beantragen, um andere cannabisbasierte Arzneimittel zu verschreiben. Dies geschieht jedoch nur im Einzelfall und in aller Regel nur für schwere Fälle oder unheilbar Kranke. Die zugelassenen Medikamente dürfen nur als Tinkturen oder Öle vorliegen, nicht als Blüten.

Das medizinische Cannabis-Programm in der Schweiz ist weiterhin sehr begrenzt, sowohl bezüglich verfügbarer Produkte als auch zugelassener Indikationen. Patienten und Ärzte haben mit viel bürokratischem Aufwand zu kämpfen, wenn sie medizinisches Cannabis nutzen wollen.

Ist CBD in der Schweiz legal?

CBD ist in der Schweiz de facto seit 2019 legal, als das einzige von der FDA zugelassene Medikament "Epideolex" auch von der Europäischen Arzneimittel-Agentur zugelassen wurde. Nun sind alle CBD-Produkte vom Betäubungsmittelgesetz ausgenommen und werden in Apotheken wie reguläre Medikamente verkauft.

 

CBD-Shop in der Schweiz zeigt verschiedene CBD-Produkte inklusive getrockneter Blüten.

In Schweizer CBD-Shops kannst du sogar getrocknete Blüten kaufen, nicht nur Öle und Tinkturen.

 

Legalisierungsversuche

Auf Bundesebene gab es bereits mehrere Anläufe für eine liberalere Cannabis-Politik. 2001 scheiterte ein Entkriminalisierungsgesetz, 2004 wurde eine Verfassungsänderung zur Legalisierung vorgeschlagen, die aber ebenfalls abgelehnt wurde. Auch das Volksbegehren 2008, das nur 36,7 % Zustimmung erhielt, brachte keine Änderung – obwohl man in der Schweiz schätzungsweise 500.000 Cannabis-Konsument:innen bei 8 Mio. Einwohnern zählt.

Zuletzt wurde eine Initiative der Grünen Partei, die auch Anbau, Produktion und Verkauf von Cannabis legalisieren wollte, 2018 im Parlament abgelehnt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern Europas, die ihre Cannabis-Politik informell lockern, geht die Schweiz methodisch vor: Sie schafft erst ein stabiles gesetzliches Fundament für Reformen und begründet alles wissenschaftlich.

Vor diesem Hintergrund wurden mehrere Pilotprojekte ins Leben gerufen, in denen Marihuana und Haschisch für erwachsene Freiwillige in ausgewählten Apotheken legal erworben werden konnten. Die Auswirkungen auf Konsumenten wie Gesellschaft wurden wissenschaftlich untersucht. Die meisten dieser Piloten kamen jedoch nicht zustande – in Basel startete 2022 schließlich ein auf 2 Jahre befristetes Projekt.

Fazit

Die Schweiz verfolgt bei ihrer Cannabis-Politik klar einen schadensmindernden Ansatz – mit dem Ziel, den Schwarzmarkt zu schwächen, Jugendliche vor illegalen Substanzen durch legale Lieferketten zu schützen und die Nutzergesundheit durch Qualitätskontrolle zu gewährleisten. Andererseits agiert das Land vorsichtig, und eine vollständige Legalisierung wird es wohl erst dann geben, wenn Pilotprojekte ausreichend wissenschaftliche Erkenntnisse liefern.

Doch schon jetzt, auch ohne legalen Verkauf, zählt die Schweiz zu den sichereren Ländern für Cannabisfreund:innen: Man kann legal THC-arme Produkte kaufen und muss auch für den Besitz geringer Mengen THC-starken Marihuanas keine Strafverfolgung fürchten. Wichtig ist, diskret zu bleiben und Cannabis nur privat zu konsumieren.

 



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