Ist Weed in Frankreich legal? Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis

18 July 2022
„Ist Weed in Frankreich legal?“ – diese Frage stellen sich Cannabis-Liebhaber oft auf Reisen nach Frankreich. Wir klären für dich auf!
18 July 2022
7 min read
Ist Weed in Frankreich legal? Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis

Inhalt:
Weiterlesen
  • 1. Ist weed in paris legal? cannabisgesetze in frankreich
  • 1. a. Besitz
  • 1. b. Verkauf
  • 1. c. Anbau
  • 2. Ist cbd in frankreich legal?
  • 3. Ist es legal, cannabis-samen nach frankreich zu schicken?
  • 4. Medizinisches cannabis in frankreich
  • 5. Industriehanf in frankreich
  • 6. Politik
  • 7. Geschichte
  • 8. Gut zu wissen

Ist Weed in Paris legal? Cannabisgesetze in Frankreich

Wenn du in den kommenden Monaten eine Reise nach Frankreich planst, fragst du dich vielleicht: „Ist Weed in Frankreich legal?“ Leider ist Frankreich in Sachen Cannabis-Legalisierung und Toleranz weiterhin recht zurückhaltend, während sie weltweit zunimmt. Obwohl Frankreich europaweit die meisten Cannabis-Konsumenten pro Kopf aufweist, bleibt Marihuana illegal und ist bekannt für einige der strengsten Cannabigesetze in Westeuropa. 

Allerdings gibt es in den letzten Jahren einige Fortschritte. Im Jahr 2020 kündigte die Regierung von Präsident Macron neue Maßnahmen an, bei denen potenzielle Gefängnisstrafen durch ein Bußgeld ersetzt werden. Diese Änderung sollte dazu beitragen, die Zahl der Gerichtsverfahren wegen Cannabisbesitzes zu verringern und wurde als Form der Entkriminalisierung gesehen. Dennoch wird jede Geldstrafe für den Besitz von Cannabis im Strafregister eingetragen. Daher ist Cannabis in Frankreich weiterhin illegal, auch wenn die Strafen für den Besitz reduziert wurden.

Besitz

Bis vor Kurzem waren sowohl der Besitz als auch der Konsum von Cannabis nach französischem Recht strafbar. Nach der Ankündigung von Präsident Macron Ende 2020 wurde festgelegt, dass jeder Erwachsene, der mit bis zu 100 g Cannabis erwischt wird, nun mit einem Bußgeld von 200 € (150 €, wenn innerhalb von 15 Tagen bezahlt, 450 €, wenn nach 45 Tagen bezahlt) belegt wird.

 

Weed in Frankreich: Leitfaden zum rechtlichen Status: Cannabis-Anbau in Frankreich

Die Höchststrafe von 7,5 Millionen Euro und 20 Jahren Haft ist für diejenigen vorbehalten, die an der Massenproduktion von Cannabis in Frankreich beteiligt sind.
 

Das neue Gesetz soll zwar Besitz und Konsum von Cannabis eindämmen, dient aber auch der Bekämpfung des Handels. Da das Gesetz jedoch nur für Erwachsene gilt, könnte es die Beteiligung von Minderjährigen im Cannabishandel fördern.

Verkauf

Wie zu erwarten, ist die Herstellung, der Import oder Verkauf von Cannabis mit THC verboten und Frankreich geht gegenüber Verkäufern und Händlern besonders hart vor. Die Strafen für den Cannabishandel sind extrem streng; den Angeklagten drohen Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren sowie eine Maximalstrafe von bis zu 7 Millionen Euro. Wird Cannabis an Minderjährige verkauft oder in Schulnähe gehandelt, können die Strafen sogar verdoppelt werden.

Anbau

Genauso wie der Verkauf ist auch der Anbau von Marihuana in Frankreich strengstens verboten und wird hart bestraft. Zwar gibt es eine florierende Hanfindustrie, aber es ist weiterhin illegal, Cannabispflanzen anzubauen. Zuwiderhandelnden drohen Geldstrafen bis zu 7,5 Millionen Euro und zwanzig Jahre Gefängnis. Maximalstrafen werden aber in der Regel nur bei Massenproduktion verhängt.

Ist CBD in Frankreich legal?

Die kurze Antwort lautet ja, aber es ist nicht ganz so einfach. Das französische Cannabigesetz ist kompliziert; wichtig ist, dass „Cannabis“ häufig sowohl für Hanf als auch für Marihuana verwendet wird – die Unterscheidung ist entscheidend für die CBD-Regelungen.

Wie wir wissen, ist die Marihuanapflanze, also die, die THC enthält, in Frankreich illegal und als Betäubungsmittel eingestuft. CBD-Produkte gelten jedoch nicht als Betäubungsmittel, sofern bei der Herstellung bestimmte Vorschriften eingehalten werden. 

Interessanterweise ist Frankreich das einzige westliche Land, in dem der private und kommerzielle Anbau von Hanf nicht verboten ist. Daher dürfen Heim-Grower mit der eigenen Herstellung von CBD-Öl experimentieren. Mit der zunehmenden Beliebtheit von CBD in Frankreich und weltweit hat auch die Zahl derer zugenommen, die Hanf für die private CBD-Öl-Produktion nutzen.

 

Weed in Frankreich: Leitfaden zum rechtlichen Status: CBD-Produkte

CBD-Produkte sind in Frankreich legal, solange sie 0 % THC enthalten.
 

Wie du dir denken kannst, gibt es bestimmte Vorschriften für die Herstellung von CBD-Öl in Frankreich:

  • Der verwendete Hanf muss aus wenigen, von der Regierung zugelassenen Strains stammen.
  • Nur Stängel und Fasern dürfen für CBD-Öl verwendet werden, die Blüten bleiben verboten. 
  • CBD ist nur dann zum Konsum, Besitz oder Verkauf legal, wenn es 0 % THC enthält. Enthält das Produkt THC, kann es als Betäubungsmittel eingestuft werden. 

Angesichts dessen ist es für Verbraucher ratsam, auf Eigenbau-Experimente zu verzichten und in Frankreich lieber zu CBD-Isolat-Produkten zu greifen, um nicht gegen die 0 % THC-Grenze zu verstoßen. CBD-Isolate sind hochreine, weiterverarbeitete Produkte, bei denen restloses THC und andere Cannabisverbindungen entfernt wurden.

Ist es legal, Cannabis-Samen nach Frankreich zu schicken?

Ja – Cannabis-Samen dürfen in Frankreich (und in großen Teilen Europas) legal gekauft, vertrieben und per Post verschickt werden. Allerdings ist es illegal, die Samen zu keimen, da der Anbau weiterhin verboten ist. Alle gekauften Samen sind also nur zu Sammlerzwecken gedacht.

Medizinisches Cannabis in Frankreich

Während in vielen Ländern der westlichen Welt medizinisches Cannabis längst legal ist, hat Frankreich erst im März 2022 erste Schritte in Richtung Legalisierung gemacht. Anfang des Jahres wurde per Dekret erlaubt, medizinisches Cannabis in Frankreich anzubauen und die Industrie zu entwickeln. Das Dekret trat am 1. März 2022 in Kraft, jedoch muss die neue Regelung von den Behörden noch vollständig umgesetzt werden.

Die neuen Gesetze regeln jedoch ausschließlich die Produktion und den Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke. Frankreichs Gesundheitsgesetzbuch soll entsprechend geändert werden, damit Anbau, Produktion, Herstellung, Transport, Import, Export und Besitz von Cannabis und deren Derivaten künftig unter strenger medizinischer Aufsicht erlaubt sind.

Das Dekret folgt zwei Jahre auf den Start des ersten medizinischen Cannabis-Pilotprojekts in Frankreich, das im März 2021 begann. Die Nationale Agentur für die Sicherheit von Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten (ANSM) koordiniert das Projekt mit 3000 Patienten mit schweren gesundheitlichen Problemen wie chronischen Schmerzen und Epilepsie. Die ANSM wird auch den Aufbau einer medizinischen Cannabis-Versorgungskette beaufsichtigen.

Industriehanf in Frankreich

Trotz strenger und teils drakonischer Cannabispolitik ist Frankreich größter Produzent von Industriehanf in Europa und weltweit die Nummer Drei. Der Hanfanbau blickt in Frankreich auf eine fast 200-jährige Tradition zurück und erreichte 1850 über 175.000 Hektar.

 

Weed in Frankreich: Leitfaden zum rechtlichen Status: Industriehanf-Produktion

Frankreich ist der größte Industriehanf-Produzent Europas.
 

Im 20. Jahrhundert verlangsamte sich der Anbau, ist aber trotz strenger nationaler und EU-Regeln in den letzten Jahren deutlich gewachsen – teils befeuert durch den Boom bei CBD-Produkten.

Dieser erhebliche Nachfragestieg führt dazu, dass Frankreich heute etwa 40 % der europäischen Hanfproduktion stellt.

Politik

Obwohl Frankreich ein meist liberales Land ist, gibt es bislang wenig Bereitschaft, Cannabis zu legalisieren. Überraschend ist, dass Frankreich laut Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) bei Cannabis sogar Spitzenreiter in Europa ist – trotz fehlender politischer Toleranz.

Anfang 2022 brachte die linke Partei La France Insoumise (LFI) einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Freizeitcannabis ein. Die Regierung lehnte das Vorhaben jedoch nach wenigen Wochen ab.

„Dieses Gesetz will dem illegalen Cannabishandel durch Legalisierung unter staatlicher Kontrolle in Frankreich und den Überseegebieten entgegentreten.“

 

„Es sieht lediglich Entkriminalisierung und Legalisierung von Cannabis vor, womit mehr als 80 % des Handels abgedeckt werden.“ so die Begründung zum Gesetz. 

Bemerkenswert ist, dass sich prominente Politiker wie die LREM-Abgeordneten Caroline Janvier und Jean-Baptiste Moreau für den Entwurf ausgesprochen haben. Auch Abgeordnete aus fünf Parlamentsgruppen unterstützten das Vorhaben, das den Weg für die „Legalisierung von Produktion, Verkauf und Konsum von Cannabis unter staatlicher Kontrolle“ bereitet hätte. Trotz Rückschlägen tut sich aber etwas in der öffentlichen Meinung: Jüngste Umfragen deuten darauf hin, dass nun eine Mehrheit für die Entkriminalisierung von Marihuana ist. 

Im Juni 2021 zeigte eine Ifop-Umfrage, dass 51 % der Befragten für die Entkriminalisierung waren – der höchste Wert seit über fünfzig Jahren. Trotz wachsender gesellschaftlicher Akzeptanz, besonders in Westeuropa und unter liberalen Eliten, bleibt Präsident Macron beim Thema Cannabisreform eher unsichtbar. Er hat die Legalisierung des Freizeitkonsums klar ausgeschlossen und solange die medizinische Regelung so schleppend vorangeht, bleibt die volle Legalisierung für Cannabis-Konsumenten in Frankreich wohl Wunschdenken.

Geschichte

Obwohl Cannabis heute in Frankreich illegal ist, war es dort vor über 200 Jahren weit verbreitet. Die Nutzung von Marihuana reicht zurück bis zu Napoleons Ägyptenfeldzug 1798, als seine Soldaten aufgrund von Alkoholverbot auf Cannabis umstiegen!

Nach der Rückkehr aus Ägypten wurden Cannabis und Hasch durch Militärangehörige ab etwa 1820 in Frankreich verbreitet. Im 19. Jahrhundert galt Cannabis-Konsum in Intellektuellen- und Oberschichtkreisen zeitweise als schick. Berühmte französische Autoren und Philosophen wie Victor Hugo, Pierre Gautier, Charles Baudelaire und Alexandre Dumas waren Mitglieder des Club des Hashischins und schwärmten von ihren Erfahrungen mit der Pflanze.

Die breite Masse griff jedoch erst in den 1960er Jahren zum Cannabis, als aus Vietnam zurückkehrende Soldaten erstmals Asiens aromatische Kräuter und Hasch mitbrachten. Cannabis wurde in dieser Zeit – ähnlich wie in ganz Westeuropa – zum Symbol der politischen Gegenbewegungen und entwickelte sich zu einer populären Freizeitdroge, nicht nur in Frankreich.

Trotz anhaltender Beliebtheit bis ins 21. Jahrhundert bleibt die vollständige Legalisierung in Frankreich jedoch weiterhin unwahrscheinlich.

Gut zu wissen

Es wird wohl noch dauern, bis in Frankreich progressivere Gesetze wie in den Niederlanden oder bald in Deutschland Einzug halten. Die Franzosen zählen dennoch zu den größten Marihuana-Konsumenten. 

Trotz der Illegalität konsumieren über 21,5 % der jungen Erwachsenen (15–34 Jahre) regelmäßig die Pflanze. 11 % der Gesamtbevölkerung gaben an, im Jahr 2020 in den letzten zwölf Monaten Cannabis konsumiert zu haben.

Cannabiskonsum in den vergangenen 12 Monaten – 2020 Daten – Europa

Tschechische Republik  11,1 %
Frankreich 11 %
Spanien 10,5 %
Kroatien 10,2 %
Italien 10,1 %
Niederlande 10,1 %
Finnland 8,2 %
UK 7,1 %
Deutschland 7,1 %
Irland 7,1 %

 

Auch wenn man nicht von einer Revolution sprechen kann, nimmt die Toleranz für Cannabis in Frankreich stetig zu – vor allem durch den CBD-Boom und entsprechende Produkte. In einem Land, das für Kaffee- und Rauchkultur bekannt ist – kaum etwas ist „französischer“, als einen Café au Lait mit Zigarette auf dem Pariser Boulevard zu trinken – erstaunt es, dass die Liberalisierung bei Cannabis so schleppend vorangeht. 


Wer einen Canna-Urlaub plant, ist laut Pariser Weed-Gesetzen wohl besser in Amsterdam oder Barcelona aufgehoben, wo Cannabis und Kaffee perfekt zusammenpassen!



Comments

New Comment
Noch keine Kommentare