Spanien legalisiert Verkauf von medizinischem Cannabis noch dieses Jahr
Spanien wird voraussichtlich der wachsenden Liste von Ländern beitreten, die Cannabis als Medizin einstufen und den Verkauf des Mittels an Patienten mit bestimmten Erkrankungen erlauben. Die Initiative zur Schaffung eines legalen und regulierten Marktes hat den Kongressausschuss verlassen und wird voraussichtlich am Donnerstag von der Gesundheitskommission genehmigt. Nach dieser letzten Abstimmung liegt es an der spanischen Arzneimittelbehörde, Vorschriften zu erarbeiten und innerhalb von sechs Monaten ein System für den legalen Verkauf des Mittels über Apotheken einzurichten.
Das Land hat eine der weltweit lockersten Cannabis-Politiken, wobei Barcelona – und nicht Amsterdam – als Europas neues Cannabis-Zentrum gilt. Dennoch hinken die Gesetze der liberalen Einstellung der spanischen Gesellschaft gegenüber Cannabis hinterher und es besteht Bedarf an einem robusteren regulatorischen Rahmen.
Die Liste der Indikationen ist begrenzt, kann aber erweitert werden
Es ist noch nicht klar, welche Ärzte Cannabis-Medikamente verschreiben dürfen und ob zunächst andere therapeutische Optionen ausgeschöpft werden müssen. Im Gesetzentwurf ist jedoch genau festgelegt, welche Erkrankungen mit Cannabis-Präparaten behandelt werden dürfen. Dazu zählen Schmerztherapie bei Krebs- und Nicht-Krebspatienten, durch Chemotherapie verursachte Übelkeit und Erbrechen, Multiple Sklerose sowie Endometriose und einige Formen von Epilepsie.
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass bei Vorliegen wissenschaftlicher Belege weitere Indikationen in die Liste aufgenommen werden können.

Breite politische Unterstützung für die Reform
Laut Carola Pérez, Präsidentin des spanischen Observatoriums für medizinisches Cannabis und Gründerin der Patientenvereinigung dosemociones, mussten die Autoren der Initiative um jede einzelne Klausel und jede medizinische Indikation kämpfen, die im endgültigen Entwurf aufgenommen wurde. Dennoch ist die Unterstützung für die Reform unübersehbar und wird von den meisten Parteien – mit Ausnahme der rechtsgerichteten PP und Vox – getragen.
Für Aktivist:innen und Befürworter ist dies ein Zeichen für eine bevorstehende weitere Liberalisierung der Cannabis-Gesetze in Spanien. Der Gesetzentwurf unterstreicht dabei die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen, damit Cannabis-Medizin nicht in den Schwarzmarkt gelangt oder der Konsum bei gesunden Teilen der Bevölkerung zunimmt.
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