Schweiz erlaubt Freizeit-Cannabis-Verkauf im Rahmen eines Pilotprojekts
Die Schweizer Behörden werden ihr früheres Versprechen einlösen und ein Pilotprojekt durchführen, das einen streng regulierten Markt für Cannabis zum Eigengebrauch für Erwachsene schafft. Geplant ist, zunächst einer kleinen Gruppe registrierter Nutzer:innen in Basel den Kauf zu ermöglichen und das Projekt dann auf Zürich, Genf und Bern auszuweiten. Die Testphase läuft über zweieinhalb Jahre, die Ergebnisse sollen dann helfen, eine vernünftigere Cannabispolitik als bisher zu entwickeln.
Sehr begrenzte Teilnehmerzahl
Die 400 Teilnehmenden des Versuchs in Basel müssen sich im Pilotprogramm registrieren, um Cannabis zu Freizeitzwecken in einigen ausgewählten Apotheken kaufen zu dürfen. Ein Selbstläufer ist das jedoch nicht (auch wenn es um Schweizer Käse geht): Die Teilnehmer:innen müssen regelmäßig Fragen zu ihrer psychischen und physischen Gesundheit beantworten. Sollte Cannabis aus dem Programm auf die Straße gelangen, werden die Betroffenen sanktioniert und ausgeschlossen.
Schätzungen zufolge gibt es im Land rund eine halbe Million Cannabiskonsument:innen, Minderjährige nicht mitgerechnet. 2012 wurde Cannabis in der Schweiz entkriminalisiert. Heute wird man, wenn man mit 10 Gramm oder weniger erwischt wird, nicht mehr festgenommen, sondern zahlt eine Sofortbuße von 100 Schweizer Franken (€97).

Teil einer größeren Bewegung
Die Schweiz ist nicht das erste Land in Europa, das seine Cannabispolitik lockert. Das Nachbarland Niederlande entkriminalisierte den Konsum in den 1970ern und erlaubt Erwachsenen den Kauf in Coffeeshops, während Spanien ein Modell mit Cannabis Social Clubs als gemeinnützige Alternative gewählt hat. Kürzlich hat auch Malta ein ähnliches System eingeführt und zudem den privaten Anbau entkriminalisiert. Die neue Regierung in Deutschland hat zugesagt, bis zur nächsten Legislaturperiode einen regulierten Cannabismarkt zu schaffen.
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