Weed in Pakistan: Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis

18 October 2022
„Ist Weed in Pakistan legal?“ ist eine häufige Frage von Cannabis-Liebhabern, die dorthin reisen. Wir klären euch auf!
18 October 2022
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Weed in Pakistan: Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis

Inhalt:
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  • 1. Cannabisgesetze in pakistan
  • 1. a. Besitz
  • 1. b. Verkauf
  • 1. c. Anbau
  • 2. Ist cbd in pakistan legal?
  • 3. Ist es legal, cannabissamen nach pakistan zu senden?
  • 4. Medizinisches cannabis in pakistan
  • 5. Industrieller hanf in pakistan
  • 6. Geschichte und politik
  • 6. a. Politik
  • 7. Hilfreiche tipps

1. Cannabisgesetze in Pakistan

Pakistan, offiziell bekannt als Islamische Republik Pakistan, ist das fünftbevölkerungsreichste Land der Welt mit über 242 Millionen Einwohnern und der zweitgrößten muslimischen Bevölkerung weltweit. Bekannt für seine Gastfreundschaft und sportliche Exzellenz im Cricket, sind die pakistanischen Cannabisgesetze vielleicht etwas weniger bekannt. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf Cannabis in Pakistan: Ist Weed in Pakistan legal? Wie ist die Geschichte des Landes mit der Pflanze? Und was sind die wichtigsten Fakten?

Beginnen wir gleich mit einer einfachen, aber entscheidenden Frage – Ist Weed in Pakistan legal? Obwohl Cannabis recht verbreitet genutzt wird und kürzlich industrieller Hanf legalisiert wurde, ist Cannabis in Pakistan nach wie vor illegal und es drohen den Betroffenen Gefängnisstrafen.

In einem überwiegend muslimischen Land ist der Konsum von Weed vielleicht überraschenderweise häufiger als vermutet. Viele Menschen jeden Alters nutzen Charas und Bhang, um Cannabis zu konsumieren. Die pakistanische Regierung hält jedoch trotz wachsender internationaler Legalisierung – vor allem im Westen – an einem strikten Kurs fest. Wer in Pakistan beim Besitz, Vertrieb oder beim Anbau der Pflanze erwischt wird, muss mit hohen Strafen, Gefängnis oder sogar der Todesstrafe rechnen. 2020 jedoch genehmigte die pakistanische Bundesregierung die Legalisierung des Hanfanbaus und öffnete damit möglicherweise den Weg für eine Lockerung der Cannabisgesetze in naher Zukunft.

Besitz

Obwohl der Marihuanakonsum recht verbreitet ist – ein Bericht aus 2013 schätzt, dass rund 6,5 Millionen Menschen im Land regelmäßig Cannabis konsumieren – ist Besitz in Pakistan illegal. Es drohen Bußgelder und Gefängnisstrafen. Die Durchsetzung der Cannabisgesetze ist jedoch je nach Region sehr unterschiedlich.

In weniger industrialisierten Gebieten im Nordwesten gibt es beispielsweise zahlreiche Cannabisfarmen, wo die Behörden den Anbau meist ignorieren. So kann Cannabis dort öffentlich verkauft werden, ohne Angst vor Festnahme oder Anzeige. In anderen Regionen wie Islamabad, Faisalabad und Multan wird Besitz und Konsum jedoch streng geahndet: Hier drohen für den Besitz von Cannabis zwischen sechs Monaten und zwei Jahren Gefängnis.

Verkauf

Wie auch beim Besitz ist der Verkauf von Cannabis in Pakistan nach dem „Control of Narcotics Substance Act“ von 1997 illegal. Allerdings ist auch hier die Durchsetzung der Gesetze regional unterschiedlich. Grundsätzlich gilt jedoch: Wer bis zu 100 Gramm Cannabis verkauft, muss mit bis zu zwei Jahren Gefängnis rechnen. Bei Mengen zwischen 100 Gramm und 1 Kilogramm drohen bis zu sieben Jahre Haft.

 

Weed in pakistan: possession

Der Besitz von Cannabisblüten oder anderen Cannabisprodukten bleibt in Pakistan illegal.
 

Hohe Geldstrafen können zudem zu langen Gefängnisaufenthalten hinzukommen. Bei mehr als 1 kg sind die Strafen für den Verkauf von Cannabis in Pakistan am härtesten: Es drohen lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe sowie eine Geldstrafe von 1 Million Rs. Auch wenn das wie aus einer anderen Zeit klingt, wurde im Mai 2022 einem Mann, der mit 12 kg pakistani Haschisch in Karachi erwischt wurde, tatsächlich die Todesstrafe verhängt.

Anbau

Auch der Anbau von Cannabis ist in Pakistan illegal und es drohen dieselben Strafen wie oben erwähnt. Nach dem „Control of Narcotic Substances Act“ von 1997 bleibt der Anbau von Cannabis streng verboten und wird mit bis zu sieben Jahren Gefängnis sowie hohen Geldstrafen geahndet. Eine Ausnahme erlaubt den Anbau sogenannter „narcotic plants“ für „medizinische, wissenschaftliche oder industrielle Zwecke“.

Solche Aktivitäten sind jedoch nur mit einer Lizenz der Bundesregierung (oder der Provinzregierung mit Genehmigung der Bundesregierung) gestattet. Trotzdem wird Cannabis vor allem in den nördlichen Regionen und den ehemals Stammesgebieten weiterhin großflächig angebaut. Besonders das Tirah-Tal ist bekannt für seine Cannabisfelder.

Dieses Gebiet bietet durch das warme Klima und regelmäßige abendliche Regenfälle ideale Bedingungen zum Anbau. Die Pflanzen wachsen dort oft auf über 2,5 Meter Höhe. Pakistani Weed gilt sogar als eines der besten weltweit. Allerdings ist die Region wegen der Gefahr von Entführungen und Gewalt für Ausländer nur schwer zugänglich; nur einheimische Pakistanis können dort ungeschützt einreisen. Zudem haben viele Milizen dort ihre Basis – als Tourist oder ausländischer Einwohner gelten diese Gebiete als gefährlich.

2. Ist CBD in Pakistan legal?

Ja – Nach der Entscheidung 2020, medizinischen und industriellen Hanf und Cannabis zuzulassen, dürfte in den kommenden Jahren ein aufstrebender CBD-Markt entstehen. Mit der Legalisierung von Cannabidiol (CBD) plant Pakistan, nicht-psychoaktive Hanfprodukte und Derivate zu exportieren. Laut Minister für Wissenschaft und Technologie, Fawad Chaudhry, könnte der Hanfmarkt Pakistans innerhalb von drei Jahren Umsätze von bis zu 1 Milliarde US-Dollar erzielen, sobald Forschung, Anbau, Produktion und Export für medizinische und industrielle Zwecke etabliert sind.

3. Ist es legal, Cannabissamen nach Pakistan zu senden?

Nicht explizit illegal: Der Verkauf von Cannabissamen ist nicht ausdrücklich verboten, allerdings ist die Rechtslage bezüglich Import und Export von Cannabissamen unklar. Daher empfehlen wir nicht, Samen nach Pakistan zu senden.

4. Medizinisches Cannabis in Pakistan

Derzeit gibt es in Pakistan keinen Zugang zu medizinischem Cannabis. Nach der Hanf-Legalisierung 2020 dürfte sich das jedoch bald ändern. 2021 bestätigte der Minister für Wissenschaft und Technologie, Shibli Farazthe, dass das zuständige Komitee der Nationalversammlung über das große wirtschaftliche Potenzial Pakistans im Cannabissektor diskutiert hat. Eine nationale Cannabis-Strategie wird in den kommenden Monaten erwartet.

 

Weed in pakistan: medical cannabis

2021 kündigte die pakistanische Regierung die Diskussion einer nationalen Cannabis-Strategie an.
 

Es wurden bereits Experimente mit Cannabisöl begonnen und die Regierung hat vier Standorte für den Anbau von medizinischem Cannabis in Lahore, Karachi und Islamabad genehmigt. Es wird berichtet, dass die Regierung den Aufbau des medizinischen Sektors bis Ende 2022 gesetzlich regeln möchte.

5. Industrieller Hanf in Pakistan

Die Bundesregierung Pakistans genehmigte am Dienstag, dem 1. September 2020, die Legalisierung der Hanfproduktion. Aufgrund der natürlichen Fülle an Cannabis im Land wurde diese Entscheidung als logischer Schritt für ein Land gesehen, das in den kommenden Jahren jährlich mehr als 1 Milliarde US-Dollar zur Wirtschaft hinzufügen könnte. Laut einem im Jahr 2021 veröffentlichten Bericht wird der globale Markt für Industriehanf bis 2030 auf 17,24 Milliarden US-Dollar geschätzt. Pakistan plant nun, von diesem Boom zu profitieren: Mehrere Hanfplantagen sollen 2022 und 2023 eröffnet werden.

 

Berichtsmerkmal Details
Marktgröße 2021  USD 4,5 Milliarden
Prognostizierte Marktgröße 2030 USD 17,24 Milliarden
Wachstumsrate CAGR  16,9% CAGR
Basisjahr  2021
Prognosejahre 2030

 

Ende 2021 erntete ein pakistanischer Regierungsvertreter in einer offiziellen Zeremonie erstmals Hanf im Rahmen des neuen staatlichen Cannabisprogramms. Der Minister für Wissenschaft und Technologie, Shibli Faraz, war zu Gast an der Pir Mehr Ali Shah Arid Agriculture University, die dank einer staatlichen Lizenz Hanf anbauen darf. Laut lokalen Quellen wird aus der Ernte CBD extrahiert, wobei vier verschiedene Hanfsorten geerntet wurden.

Der Minister bestätigte außerdem, dass Hanf für Textilien und Papier verwendet wird. Die Frage, ob Pakistani vor Ort auf medizinische Cannabisprodukte zugreifen können oder diese ausschließlich exportiert werden, bleibt umstritten. Zumindest scheint sich Pakistan aber einer Zukunft mit neuen Möglichkeiten rund um die Cannabispflanze zu öffnen.

6. Geschichte und Politik

Wie in vielen Ländern hat Cannabis auch in Pakistan eine lange und spannende Geschichte: Schon seit Jahrhunderten wird die Pflanze in Pakistan angebaut und konsumiert. Erwähnt in heiligen hinduistischen Schriften und genutzt für medizinische wie rituelle Zwecke, ist Cannabiskonsum in Pakistan sogar älter als der Islam. In den 1960er-Jahren wurde Cannabis durch damalige Subkultur noch populärer und verbreitete sich global.

In dieser Zeit entstanden die heute berühmten Haschischmärkte in Peshawar. Obwohl Cannabis seit den 1980er-Jahren in Pakistan verboten ist, ist seine Popularität ungebrochen – trotz fortbestehendem Verbot im 21. Jahrhundert. Auch heute verwenden sufistische Muslime in Pakistan Cannabis in ihren rituellen Praktiken. Sufismus, verstanden als islamische Mystik oder Askese, hilft Gläubigen durch die direkte Erfahrung Gottes, Allah näherzukommen.

Politik

Seit der Legalisierung von Industriehanf 2020 ist Cannabis ein großes Thema in der pakistanischen Politik geworden. Nach dem ersten Verbot der Pflanze in den 1980er Jahren verfolgte das Land lange einen stark anti-Cannabis-Kurs. Viele Politiker und auch ein Teil der Bevölkerung sind der Meinung, Cannabiskonsum sei nicht vereinbar mit dem Islam. Doch Pakistan ist politisch, religiös und gesellschaftlich sehr gespalten.

 

 

Weed in pakistan: politics

Leider verfolgt Pakistan bislang überwiegend einen anti-Cannabis-Kurs.
 

Auch beim Thema Cannabis sind die Meinungen entsprechend geteilt. Sufis und Hindus gehören zu den religiösen Gemeinschaften, die Weed für „spirituelle Erkenntnis“ nutzen. Wegen der langen Tradition in diesen Religionen sieht die Polizei oftmals hinweg. Besonders in großen Teilen des Landes ist Freizeitkonsum weit verbreitet – die Pflanze prägt die Geschichte Pakistans. Durch die Freigabe für Hanfanbau und Medizinprodukte scheint das Land auf dem Weg in eine legalere Zukunft zu sein.

7. Hilfreiche Tipps

Pakistan ist ein faszinierendes Land mit einer tiefen Cannabis-Tradition – sei es für medizinische Zwecke oder in religiösen Ritualen. Cannabis hat dort nicht dieselbe Stigmatisierung wie in anderen Ländern. Da die Pflanze landesweit wild wächst, scheint ein progressiver Umgang vonseiten der Regierung auch sinnvoll. Für Reisende ist Cannabis in bestimmten Regionen gut verfügbar, doch die Durchsetzung der Gesetze ist keineswegs einheitlich.

Wir empfehlen daher immer, Vorsicht walten zu lassen, wenn man Cannabis in Ländern konsumiert, in denen es noch nicht für Freizeitkonsum legalisiert ist. Die Nordregionen sind Cannabis-Konsumenten gegenüber oft aufgeschlossener, doch Ungeübten ist vom Konsum der lokalen Grasprodukte dennoch eher abzuraten – die Polizei entscheidet oft willkürlich, wen sie wegen Konsum belangt.

Westliche Touristen stehen dabei vermutlich oben auf der Liste potenzieller „Gesetzesbrecher“ – ein Pakistanisches Gefängnis ist sicherlich kein Ort, den man auf der Reiseliste stehen haben möchte. Wenn du mehr über Cannabispolitik weltweit erfahren willst, schau unbedingt in unseren ausführlichen Fast Buds Blog-Bereich mit allen aktuellen Cannabis-News, Grow-Tipps und vielem mehr.



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