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Cannabis in Südafrika: Leitfaden zum rechtlichen Status

11 April 2024
Erfahren Sie, inwieweit Cannabis in Südafrika legalisiert ist und ob es eine legale Möglichkeit gibt, die Pflanze oder ihre Produkte zu erwerben.
11 April 2024
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Cannabis in Südafrika: Leitfaden zum rechtlichen Status

Inhalt:
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  • 1. Legalisierung von privatem konsum, besitz und anbau für erwachsene
  • 2. Eine kurze geschichte des verbots
  • 3. Medizinisches cannabis
  • 3. a. Ist cbd in südafrika legal?
  • 4. Cannabis-anbau
  • 4. a. Sind cannabis-samen in südafrika legal?
  • 5. Wie geht es weiter mit der cannabis-politik in südafrika?
  • 6. Fazit

Südafrika kann auf jahrhundertealte Traditionen des Cannabisanbaus und -konsums zurückblicken, ist Heimat so berühmter Cannabis-Strains wie Durban Poison und wurde 2003 als viertgrößter Produzent der Substanz weltweit eingeschätzt. Bedeutet das, dass die Pflanze hier legal ist? Nicht ganz. Lesen Sie weiter, um das komplizierte Netz aus Cannabisgesetzen und -vorschriften in Südafrika in unserem umfassenden Leitfaden zu entwirren.

Legalisierung von privatem Konsum, Besitz und Anbau für Erwachsene

Im Jahr 2017 fällte das Western Cape High Court ein Urteil, das die Strafverfolgung von Erwachsenen wegen privatem, persönlichem Konsum, Besitz und Anbau von Cannabis für verfassungswidrig erklärte. Da der Staat mit dieser Entscheidung nicht einverstanden war, lag es am Verfassungsgericht des Landes, sie entweder zu bestätigen oder abzulehnen.

2018 fällte ein Richtergremium des Verfassungsgerichts eine einstimmige Entscheidung, die das Recht von Erwachsenen schützt, Cannabis anzubauen, zu besitzen und zu konsumieren – ohne Angst vor Strafverfolgung, solange sich alles im privaten Wohnraum abspielt.

Das Urteil legte keine konkreten gesetzlichen Grenzen fest, wie viele Pflanzen man auf seinem Privatgrundstück anbauen oder wie viel Cannabis man besitzen darf. Das Parlament sollte ein Gesetz verabschieden, um die neuen Regelungen zu formalisieren, und 2020 wurde ein entsprechender Gesetzentwurf ausgearbeitet. Das sogenannte „Cannabis for Private Purposes Bill 2020“ erlaubt es Erwachsenen außerdem, Cannabis-Samen, -Pflanzen und -Produkte miteinander zu teilen, sofern dies privat und ohne Vergütung geschieht. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hat das Gesetz erfolgreich das Parlament durchlaufen, wurde aber noch nicht unterzeichnet.

 

Jahr Ereignis/Gesetzgebung Wichtige Punkte
Frühe Belege Einführung von Cannabis Wahrscheinlich von arabischen oder indischen Händlern eingeführt. Archäologische Belege reichen bis 1320 zurück.
1680 Erstes Verbot Die Niederländische Ostindien-Kompanie verbot den Siedlern den Anbau.
1870 Einzigartige Provinzgesetze Provinzgesetze verboten Dagga in unterschiedlichem Ausmaß. Natal verbot indischen Wanderarbeitern den Besitz, Konsum, Handel oder das Verschenken der Pflanze.
1922 Modernes Verbot Regelung 14 des Zoll- und Verbrauchssteuergesetzes kriminalisierte Anbau, Besitz, Konsum und Verkauf von Dagga.
2000 Marijuana-Befürwortung Zunahme der Befürwortung der Legalisierung von Dagga. Jährlicher „Cannabis Walk“ in Kapstadt.
2017 Medizinisches Cannabis erhält grünes Licht Legalisierung von medizinischem Cannabis und Einführung eines Lizenzsystems für dessen Anbau.
2018 Entkriminalisierung für den Freizeitgebrauch Das Verfassungsgericht entschied, dass der persönliche und private Konsum von Cannabis durch Erwachsene entkriminalisiert wird.
2020 Cannabis for Private Purposes Bill Vorgeschlagene Grenzen für privaten und persönlichen Konsum, Besitz und Anbau sowie das Teilen von Marijuana ohne Vergütung.
2024 Weitere Beratungen Gesetz wartet auf die Unterschrift des Präsidenten.

Zeitstrahl der wichtigsten Ereignisse und Gesetze in der Geschichte der Cannabisgesetzgebung in Südafrika.
 

 

Eine kurze Geschichte des Verbots

In Südafrika als „Dagga“ bekannt, war Cannabis hier schon in vorkolonialer Zeit weit verbreitet. Die Einheimischen nutzten Cannabis in Tees und Speisen, doch erst als europäische Siedler Arbeiter aus Indien ins Land brachten, wurde das Rauchen von Cannabisblüten und Haschisch üblich.

Die Behörden erkannten dieses Verhalten schnell als Bedrohung und im 19. Jahrhundert verabschiedeten viele Siedlungen irgendeine Form von Anti-Cannabis-Gesetzen. Einige davon hatten eindeutig rassistische Untertöne – eine verbreitete Angst war, dass verschiedene Bevölkerungsgruppen durch den gemeinsamen Konsum von „Dagga“ zusammenfanden.

Im 20. Jahrhundert folgte Südafrika dem Beispiel anderer Nationen und kriminalisierte den Anbau und Konsum von Cannabis. Die Gesetze wurden im Laufe des Jahrhunderts immer strenger und gipfelten im Gesetz von 1992, das jeden, der mehr als 115 Gramm Cannabis besaß, des Handels schuldig sprach. Dieses Gesetz wurde jedoch bald als verfassungswidrig aufgehoben.

Diese Anti-Cannabis-Politik war noch weniger effektiv bei der Eindämmung illegaler Produktion und Nutzung als in den meisten anderen Ländern, da „Dagga“ für viele lokale Bauern eine wichtige Einnahmequelle war. Ohne diese Pflanze blieb ihnen nur eine Subsistenzwirtschaft.

Medizinisches Cannabis

Die Regeln für den Zugang von Patienten zu medizinischem Cannabis sind in Südafrika recht locker. Es gibt keine Einschränkungen, welche Erkrankungen mit Cannabis behandelt werden dürfen, solange Ihr Arzt der Meinung ist, dass es helfen kann. Der Standardweg für Patienten ist, einen von der speziellen Regulierungsbehörde SAHPRA lizenzierten Arzt zu konsultieren. Der Arzt stellt dann im Namen des Patienten online einen Antrag bei SAHPRA, und nach der Genehmigung kann der Patient sein Medikament in der Apotheke abholen.

Eines der von der FDA zugelassenen, auf Cannabis basierenden Medikamente, das auch in Südafrika bereits 1996 zugelassen wurde, ist Dronabinol – eine synthetische Alternative zu THC. Es gibt widersprüchliche Informationen darüber, ob Patienten tatsächlich Zugang zu Dronabinol oder anderen medizinischen Cannabisprodukten in der beschriebenen Weise haben. Klar ist, dass diese Arzneimittel sehr teuer sind und die Patienten sie aus eigener Tasche bezahlen müssen.

 

Weed in South Africa: Cannabis Legal Status Guide: An AI-generated CBD shop storefront

Die medizinische Cannabisindustrie Südafrikas hat noch einen weiten Weg vor sich.

Ist CBD in Südafrika legal?

CBD ist in Südafrika als Substanz der Kategorie 4 eingestuft, was bedeutet, dass es mit Rezept legal ist. Im Grunde gelten für CBD-Arzneimittel die gleichen Regeln wie für medizinisches Cannabis im Allgemeinen, mit einer Ausnahme: CBD-Produkte dürfen auch rezeptfrei verkauft werden, wenn sie nicht mehr als 20 mg des Wirkstoffs enthalten.

Außerdem sind alle Cannabisprodukte legal, wenn die THC- und CBD-Gehalte folgende gesetzliche Grenzwerte nicht überschreiten:

  • 0,001 % für THC,
  • 0,0075 % für CBD.

 

Cannabis-Anbau

Wie bereits erwähnt, wurde der private, persönliche Cannabisanbau in Südafrika durch das gleiche Gerichtsurteil wie Besitz und Konsum legalisiert. Die Grenzen liegen bei 4 Pflanzen pro Person, jedoch nicht mehr als 8 Pflanzen pro Haushalt. Es ist auch erlaubt, eine blühende Pflanze an jemand anderen zu verschenken, jedoch nicht in der Öffentlichkeit. Für Sämlinge, definiert als junge Pflanzen mit einer Höhe oder Breite von maximal 15 cm, darf ein Grower so viele besitzen, wie er möchte, aber er darf nicht mehr als 30 davon weitergeben – und das nicht gegen Bezahlung.

Es gibt auch eine florierende illegale Cannabis-Anbauindustrie im Land, die die Substanz zum Verkauf produziert. Viele Bauern sind auf diese Pflanze zum Überleben angewiesen, insbesondere im sogenannten „Dagga-Gürtel“, wo das Klima besonders günstig für den Cannabisanbau ist.

Der Großteil des kommerziell angebauten Cannabis wird im Inland konsumiert, aber ein Teil der Ernte gelangt auf den europäischen Schwarzmarkt. Das Urteil des Verfassungsgerichts von 2018 eröffnete die Möglichkeit, eine Lizenz für die legale Produktion von medizinischem Cannabis und Industriehanf zu erhalten, aber die Lizenzgebühren sind extrem hoch und die Vorschriften schwer zu durchschauen.

Sind Cannabis-Samen in Südafrika legal?

Derzeit ist der Verkauf und Besitz von Cannabis-Samen kaum geregelt. Da der Anbau selbst legal ist, können Sie problemlos Cannabis-Samen bestellen, besitzen und sogar anpflanzen – solange es für den Eigenbedarf und auf Ihrem eigenen Grundstück geschieht, wird es niemanden stören. Sie dürfen auch Samen weitergeben, aber nicht gegen Bezahlung – das bleibt eine Straftat.

Bei kommerziellen Mengen stellen sich mehr Fragen. Das langfristige Ziel der Behörden ist es, das günstige Klima und die erfahrene Arbeitskraft des Landes zu nutzen, um eine robuste legale Industrie aufzubauen, die medizinisches und Freizeit-Cannabis in andere Länder exportieren kann, in denen die Substanz legalisiert wurde. Eine der Voraussetzungen für den Erfolg dieses Vorhabens ist die Beschaffung hochwertiger Samen.

Es gibt einen „Cannabis Master Plan“, der unter anderem die Schaffung eines Saatgutversorgungssystems vorsieht, bei dem die Qualität des genetischen Materials geprüft und zertifiziert wird.

 

Weed in South Africa: Cannabis Legal Status Guide: A view of forest-covered mountains

Sieht das nicht wie ein Paradies für Cannabis-Grower aus?

Wie geht es weiter mit der Cannabis-Politik in Südafrika?

Aktuell befindet sich die Situation rund um Cannabis in Südafrika im Wandel. Das „Cannabis for Private Purposes Bill“ gibt klar die Richtung vor und bietet Konsumenten und Growern einen Vorgeschmack darauf, was sie erwartet, ist aber noch nicht in Kraft getreten. Es ist unklar, ob die Polizei Cannabis-Fans bereits so behandelt, als wäre das Gesetz vom Präsidenten unterzeichnet, oder ob sie sich an die aktuellen Normen und Richtlinien hält.

Wenn das Gesetz in Kraft tritt, wird Südafrika zu einer der fortschrittlichsten Jurisdiktionen in Sachen Cannabis-Legalisierung gehören. Allerdings kann der illegale Handel nur durch einen Rahmen für legale Verkäufe gestoppt werden – und das fällt nicht in den Anwendungsbereich des Gesetzes. Ebenso gibt es im Bereich medizinisches Cannabis noch viel zu tun, bevor Südafrika eine starke und international wettbewerbsfähige Industrie aufbauen kann, die seiner reichen Cannabishistorie und dem perfekten Klima gerecht wird.

Das Gleiche gilt für den Zugang der Patienten zu Cannabis. Derzeit ist die Situation kaum mehr als eine Absichtserklärung, das System wirkt dysfunktional. Das Problem ist nicht wirklich dringlich, da Cannabis auf dem Schwarzmarkt weit verbreitet ist und Patienten ihr eigenes Medikament anbauen dürfen. Für Patienten, die Wert auf die Sicherheit von standardisierten und zugelassenen Arzneimitteln legen, gibt es jedoch bislang keine Lösung.

Fazit

Im Vergleich zu vielen anderen Ländern ist Südafrika fast ein sicherer Hafen für Cannabis-Fans und eine attraktive Option für Reisende, die diese Pflanze und ihre Produkte schätzen. Man kann zwar noch mit dem Gesetz in Konflikt geraten, aber solange man es nicht auf die Spitze treibt, ist das unwahrscheinlich – und das Land verspricht, in Zukunft noch fortschrittlicher zu werden.

 



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