Weed in Thailand: Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis
- 1. Cannabisgesetze in thailand
- 1. a. Besitz und konsum
- 1. b. Verkauf
- 1. c. Anbau
- 2. Ist cbd in thailand legal?
- 3. Ist es legal, cannabis-samen nach thailand zu schicken?
- 4. Medizinisches cannabis in thailand
- 5. Industrieller hanf in thailand
- 6. Geschichte und politik
- 7. Hilfreiche hinweise
Berühmt für seine spektakuläre Schönheit und tropischen Strände ist Thailand ein beliebtes Reiseziel in Südostasien. Mit fast 70 Millionen Einwohnern zieht Thailand jährlich über 40 Millionen Besucher an. Und mit den jüngsten Änderungen in den Cannabisgesetzen könnte diese Zahl in den kommenden Jahren beträchtlich steigen. Also, wie sieht es mit Weed in Thailand aus?
Asien ist bekannt für seine drakonischen Drogengesetze, wobei lebenslange Haftstrafen selbst für kleinere Vergehen keine Seltenheit sind. Doch in einer bemerkenswerten Kehrtwende hat die thailändische Regierung ernsthafte Änderungen an den Cannabisgesetzen vorgenommen. In unserem heutigen Artikel nehmen wir die thailändischen Weed-Gesetze genauer unter die Lupe und beantworten die häufig gestellte Frage – ist Weed in Thailand legal?
Cannabisgesetze in Thailand
In einer wirklich überraschenden und bemerkenswerten Kursänderung hat die thailändische Regierung im Juni 2022 die Entkriminalisierung des Besitzes und Konsums von Cannabis beschlossen. Nach der ersten Legalisierung von medizinischem Cannabis im Jahr 2018 entfernte die thailändische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) die Cannabispflanze offiziell von der Liste der Betäubungsmittel der Kategorie 5. Dadurch sind Besitz, Anbau, Vertrieb, Konsum und Verkauf von Cannabis nicht mehr illegal. Zudem werden alle Vorstrafen im Zusammenhang mit Cannabis gelöscht.
Im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen Cannabis mit klaren Regeln entkriminalisiert oder legalisiert wurde, fehlt es den thailändischen Weed-Gesetzen bislang noch an einem umfassenden Regelwerk für Produktion, Verkauf oder Vertrieb. Die Entkriminalisierung von Cannabis in Thailand ist zwar sehr begrüßt worden, doch die Grenze zwischen Legalität und Illegalität ist weiterhin unscharf. Werfen wir einen genaueren Blick auf die thailändischen Cannabisgesetze.
Besitz und Konsum
Nach den Gesetzesänderungen ist der Besitz von Cannabis an den thailändischen Küsten nicht länger eine Straftat. Vor den aktuellen Änderungen musste jeder, der auch nur geringe Mengen Cannabis bei sich hatte, mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Obwohl Besitz und Konsum kein Verbrechen mehr sind, bleibt der öffentliche Konsum von Cannabis in Thailand illegal. Die Regierung äußert Bedenken hinsichtlich eines möglichen „Amsterdam-Effekts“ durch die zunehmende Legalisierung.
Seit der Entkriminalisierung im Sommer zeigte sich ein Anstieg von öffentlich konsumiertem Cannabis. Die Behörden erinnerten deshalb an das Gesundheitsgesetz von 1992, das jede Form von „öffentlicher Störung“ durch Rauch und/oder Geruch verbietet. Wer das Gesetz missachtet, muss mit einer Geldstrafe von 25.000 Baht (ca. 690 $) und bis zu drei Monaten Haft rechnen. Auch wenn Thailand wohl in Zukunft eine größere Cannabis-Freiheit erwartet, ist es derzeit unklug, Cannabis in der Öffentlichkeit zu konsumieren.
Verkauf
Obwohl Cannabis in Thailand entkriminalisiert und nicht mehr als illegale Substanz gilt, fehlt bislang ein klares Regelwerk oder Gesetze dazu. Trotzdem haben Dutzende Cannabis-Dispensaries inzwischen in Bangkok und darüber hinaus eröffnet.

Der Markt befindet sich derzeit also in einer Art Zwischenphase – aber die thailändische Regierung hat signalisiert, dass sie eine offene und touristisch freundliche Branche in naher Zukunft fördern will.
Anbau
Was einst ein ernstes Verbrechen war, ist jetzt legal: der Eigenanbau von Cannabis zu Hause in Thailand. Seit der Entfernung von Marihuana aus der Betäubungsmittelliste darf man als thailändischer Haushalt bis zu sechs Pflanzen anbauen. Bemerkenswert ist, dass der Anbau nicht nur legalisiert, sondern sogar aktiv gefördert wird – die Regierung stellte zur Unterstützung eine Million Cannabis-Samen zur Verfügung, um einen heimischen Anbau-Boom zu stimulieren.
Wer in Thailand Cannabis zu Hause anbauen möchte, muss sich bei den zuständigen lokalen Behörden registrieren. Will jemand eine größere Farm eröffnen, ist eine staatliche Genehmigung notwendig. Als erstes Land in Asien, das für seine strengen Drogengesetze bekannt ist, wagt Thailand einen mutigen Schritt ins Unbekannte. Natürlich sind die zu erwartenden finanziellen Vorteile für die angeschlagene Wirtschaft mitverantwortlich für die schnelle Gesetzesänderung.
Ist CBD in Thailand legal?
CBD-Öl und CBD-Extrakte dürfen in Thailand legal gekauft und verwendet werden. Auch wenn CBD-Öl legal ist, wird man es außerhalb großer Städte oft nicht finden – ein Online-Kauf ist meist empfehlenswerter.
Ist es legal, Cannabis-Samen nach Thailand zu schicken?
Ja – seit den Gesetzesänderungen 2022 ist es legal, Cannabis-Samen nach Thailand zu senden. Um die Einfuhrbestimmungen für Cannabis- und Hanfsamen zu lockern, hat das Landwirtschaftsministerium 2022 einen neuen Erlass erlassen. Es ist nicht mehr illegal, Cannabis-Samen nach Thailand zu schicken. Hanf- und Cannabis-Samen dürfen nun per Flugzeug, Schiff oder Landweg eingeführt werden — nicht mehr nur per Luftfracht.
Medizinisches Cannabis in Thailand
Die thailändische Regierung hat im Dezember 2018 einstimmig die Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke genehmigt. Damit war Thailand das erste Land in Südostasien, das eine solche Maßnahme umsetzte. Die Gesetzesänderung passierte mit 166 Ja-Stimmen der Nationalen Legislativversammlung; nur 13 enthielten sich. Es gab keine Gegenstimmen. Vor der Gesetzesänderung in Thailand wurden Behandlungen mit Cannabis nur für drei Krankheitsbilder genehmigt:
- Übelkeit und/oder Appetitlosigkeit durch Chemotherapie
- Kindliche Epilepsie,
- Multiple Sklerose
Durch die jüngsten Änderungen dürfen Ärzte und Kliniken Cannabis auch bei weiteren Erkrankungen verordnen. Zudem arbeitet Thailands Betäubungsmittelbehörde weiter eng mit der FDA in den USA zusammen, um Cannabis-basierte Forschung zu regulieren. Einige vermuten, dass bald auch FDA-zugelassene medizinische Cannabisprodukte in Thailand verfügbar sein werden.
Industrieller Hanf in Thailand
Aufgrund der jüngsten Cannabisgesetz-Änderungen wird in Thailand in den kommenden Monaten und Jahren ein Boom in der heimischen Industriehanf-Branche erwartet. Die Regierung leitete 2018 erste regulatorische Schritte zur Kontrolle von Produktion, Vertrieb und Besitz von Hanf ein. Die damaligen Änderungen erlaubten den Anbau von Hanf im größeren Stil, allerdings nur mit staatlicher Genehmigung.
Nachdem man die finanziellen Potenziale für die Wirtschaft erkannt hat, gibt die Entscheidung zur Legalisierung von Cannabis auch der Hanfbranche massiven Auftrieb. Laut Daten der Universität der thailändischen Handelskammer wird der kombinierte Markt für Hanf und Cannabis 43 Milliarden Baht (1,2 Milliarden USD) bis 2025 generieren.

Laut neuen Regeln dürfen Privatpersonen Hanf anbauen, indem sie ihre Anbautätigkeit bei der lokalen Behörde anzeigen. Gewerbliche Produzenten benötigen weiterhin eine Extra-Lizenz. Seit Inkrafttreten des Gesetzes haben sich über 120.000 Personen zur Aufzucht von Hanf oder Marihuana angemeldet. Das vereinfachte Verfahren soll den Ausbau der Branche fördern: Privatpersonen können Cannabis nach Online-Registrierung bei der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) anbauen.
Kommerzielle Produzenten haben es dennoch etwas schwerer, da für den Hanfanbau weitere Vorschriften gelten. Mehrere Unternehmen haben bereits angekündigt, legale CBD-Betriebe aufzubauen, nachdem Cannabis nicht mehr als gefährliches Betäubungsmittel gilt. Laut Gesetz darf Hanf in Thailand maximal 1% THC enthalten. Der Hanfanbau muss zudem in ausgewiesenen Zonen erfolgen und die Samen müssen von lizenzierten Erzeugern stammen. Nach erfolgter Erlaubnis darf Hanf angebaut, geerntet oder verarbeitet werden für:
- Eigenbedarf
- Kommerzielle Nutzung
- Forschung
- Produktion und/oder Vertrieb von Samen oder anderen Pflanzenteilen (wie vom Betäubungsmittelausschuss erlaubt)
Die Entscheidung zur Entkriminalisierung von Marihuana und die Aufhebung früherer Urteile resultiert auch aus der massiven Überbelegung in thailändischen Gefängnissen.
Geschichte und Politik
Wie in vielen anderen Ländern Asiens reicht der Cannabiskonsum in Thailand Hunderte, wenn nicht Tausende Jahre zurück. Cannabis wurde in Südostasien häufig für die Küche, in der Medizin oder als Faserstoff verwendet. Arbeiter nutzten es zur Muskelentspannung, Frauen bei Geburtswehen. Das thailändische Cannabis – bekannt als eine der reinsten Sativa-Landrassen – ist eine weltweit bekannte Strain und wird für sein schnelles, zerebrales High geschätzt.
Trotz Jahrhunderte langer Beliebtheit wurden Besitz, Anbau, Verkauf und Konsum von Cannabis erstmals durch das Cannabis-Gesetz 2477 BE (1935) und erneut 1979 kriminalisiert. Der Verkauf, Besitz und Anbau wurden durch das Betäubungsmittelgesetz (1979) und das Psychotropika-Gesetz (1975) verboten. In den 1960ern aber florierte der illegale Cannabismarkt, als US-Militärbasen errichtet wurden. Amerikanische GIs berichteten, Cannabis sei so leicht verfügbar gewesen wie Bier, obwohl es illegal war.

In den 1980er Jahren schloss sich Thailand der amerikanischen Antidrogenpolitik an. Es war der Beginn einer Anti-Drogen-Ära mit harten Strafen für Gesetzesbrecher. Trotz jahrzehntelanger Intoleranz erfolgte 2018 die erste Legalisierung von medizinischem Cannabis, gefolgt von der Entkriminalisierung. Die thailändische Einstellung zu Cannabis hat sich dadurch um 180 Grad gedreht. Während finanzielle Aspekte bei Legalisierung und Verkauf eine große Rolle spielen, folgt die Entkriminalisierung auch aus der enormen Überbelegung der Gefängnisse.
Hilfreiche Hinweise
Als eines der beliebtesten Reiseziele der Welt hat Cannabis in Thailand das Potenzial, ein „Amsterdam des Ostens“ zu werden. Auch wenn auf dem Weg zur Legalisierung unerwartete Komplikationen und Schwierigkeiten auftreten werden, haben die finanziellen Vorteile das Risiko endgültig überwogen. Nach den schweren Einbußen der Tourismusbranche durch COVID kann die Weed-Legalisierung der Wirtschaft nun dringend nötigen Aufwind geben.
Thailand hat Nachbarländern, die bislang noch keine Legalisierung erwägen, einen klaren Vorsprung verschafft. Es scheint, als könnte Thailands Entscheidung, Marihuana zu legalisieren, für das Land äußerst lukrativ und bahnbrechend für die gesamte Cannabisbranche in der Region sein. Der Legalisierungsprozess ist schnell und dynamisch verlaufen, doch öffentlicher Konsum bleibt weiterhin verboten – auch wenn sich die öffentliche und politische Einstellung in weniger als einem Jahr drastisch gewandelt hat. In einem Land, in dem einst der Cannabisbesitz jahrelange Haft bedeutete, ist es beeindruckend zu sehen, wie unsere Lieblingspflanze durch die Welle der weltweiten Legalisierung zunehmend würdigt und entstigmatisiert wird.
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