Weed auf Malta: Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis

16 January 2023
Fragst du dich, ob Weed auf Malta legal ist? Lies unseren ausführlichen Guide zu den Gesetzen und dem rechtlichen Status von Cannabis in Malta.
16 January 2023
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Weed auf Malta: Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis

Inhalt:
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  • 1. Cannabisgesetze auf malta
  • 1. a. Besitz
  • 1. b. Verkauf
  • 1. c. Anbau
  • 2. Ist cbd auf malta legal?
  • 3. Ist der versand von cannabissamen nach malta legal?
  • 4. Medizinisches cannabis auf malta
  • 5. Industrie-hanf auf malta
  • 6. Geschichte & politik
  • 7. Hilfreiche hinweise

Die wunderschöne Insel Malta ist ein Archipel im zentralen Mittelmeer zwischen Sizilien und der nordafrikanischen Küste. Mit etwas über 500.000 Einwohnern und als beliebtes Reiseziel für Touristen aus ganz Europa ist Malta bekannt für seine Festungen, Megalithtempel und das Ħal Saflieni Hypogeum, einer unterirdischen Anlage voller Hallen und Grabkammern, die auf 4000 v. Chr. zurückgeht. In jüngerer Zeit hat sich das Land zu einem Hotspot für digitale Nomaden entwickelt – das ganzjährig milde Klima zieht immer mehr junge Menschen an, nachdem Malta einst als klassischer Ruhesitz galt.

Durch den politischen und gesellschaftlichen Wandel machte das Land zuletzt mit seiner neu eingeführten Cannabisgesetzgebung Schlagzeilen. Im heutigen Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf die aktualisierten Weed-Gesetze auf Malta und beantworten alle wichtigen Fragen, darunter „Ist Weed auf Malta legal?“.

Cannabisgesetze auf Malta

Malta war das erste europäische Land, das Cannabis für den Freizeitgebrauch legalisiert hat – im Dezember 2021. Das Gesetz wurde vom Präsidenten Vella unterzeichnet, nachdem es zuvor von der Mehrheit der maltesischen Abgeordneten angenommen wurde. Mit Bekanntmachung 478 – dem sogenannten Responsible Use of Cannabis Act – wurde ein neuer rechtlicher Rahmen für die Nutzung von Cannabis auf der Insel geschaffen. Damit lässt sich jetzt die Frage „Ist Weed auf Malta legal?“ klar mit Ja beantworten.

Besitz

Das Gesetz Responsible Use of Cannabis Act wurde offiziell am Samstag, den 18. Dezember 2021 unterzeichnet. Zwar hat das neue Gesetz Cannabis nicht komplett legalisiert, aber es wurden klare Rahmenbedingungen geschaffen, die es Erwachsenen (ab 18 Jahren) erlauben, Cannabis zu besitzen, zu kaufen oder anzubauen. Nach der neuen Gesetzgebung ist es auf Malta erlaubt:

 

  • Bis zu sieben Gramm Cannabisblüten zu besitzen
  • Bis zu 50 Gramm Cannabisblüten zu Hause aufzubewahren
  • Die Löschung von Vorstrafen wegen Cannabisbesitzes aus dem Strafregister zu beantragen
  • Gründung von Vereinigungen (sog. Cannabis-Clubs), die ihren Mitgliedern den Anbau und die Weitergabe von Cannabis ermöglichen.

 

Ähnlich wie bei der bestehenden Gesetzgebung in Katalonien, Spanien, ist Cannabis-Konsum zwar kein Verbrechen mehr, wie es früher war, dennoch kann man noch mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Die Änderungen der Weed-Gesetze auf Malta 2021 schufen zudem klare Richtlinien für den Gebrauch und den Besitz von Cannabis, einschließlich:

 

  • Jeder, der mit 7 bis 28g Cannabis erwischt wird, muss vor ein Tribunal. Es droht ein Bußgeld von bis zu 100 €.
  • Wer beim Rauchen von Cannabis in der Öffentlichkeit erwischt wird, muss vor einen Richter; hier kann eine Geldstrafe von bis zu 235 € verhängt werden.
  • Wer als Erwachsener in Anwesenheit eines Kindes, egal ob zu Hause oder öffentlich, Cannabis raucht, muss ebenfalls vor Gericht und erhält in der Regel ein höheres Bußgeld von bis zu 500 €. 
  • Personen unter 18 Jahren, die auf Malta mit Cannabis erwischt werden, werden nicht verhaftet oder strafrechtlich verfolgt. Stattdessen werden sie einer Kommission übergeben, um einen sogenannten „Care Plan“ zu erarbeiten.

Verkauf

Das jüngst eingeführte Gesetz erlaubt Erwachsenen auf Malta, Cannabis-Clubs zu gründen, in denen Mitglieder legalen Zugang zu Marihuana erhalten. Ziel dieser Vereinigungen ist es, Personen, die ihr eigenes Cannabis nicht anbauen können, eine sichere legale Einkaufsmöglichkeit zu bieten.

 

Weed in malta: sale

Die jüngste Legalisierung auf Malta führte zu Cannabis-Clubs, in denen Mitglieder legal Cannabis erwerben können.
 

Wie erwähnt gibt es ein ähnliches System bereits in einigen Regionen Spaniens, insbesondere in Katalonien – allein in Barcelona existieren über 200 dieser Einrichtungen. Wer auf Malta einen Cannabis-Club eröffnet, um Weed zu verkaufen, muss eine Reihe von Vorschriften beachten, darunter:

 

  • Alle Cannabis-Vereinigungen müssen als gemeinnützige Organisationen betrieben werden.
  • Private Unternehmen dürfen keine Cannabis-Clubs führen.
  • Alle Cannabis-Clubs müssen mindestens 250 Meter von Schulen oder Hochschulen entfernt sein.
  • Eine Vereinigung darf maximal 500 Mitglieder haben.
  • Pro Mitglied dürfen maximal sieben Gramm pro Tag und höchstens 50 Gramm pro Monat abgegeben werden.
  • Vereinigungen dürfen bis zu zwanzig Cannabissamen pro Monat an ihre Mitglieder verkaufen, damit diese zu Hause Cannabis anbauen können.
  • Alle Clubs müssen sich bei der Responsible Use of Cannabis Authority registrieren und einmal jährlich einen Bericht abgeben.
  • Die Mitglieder von Cannabis-Vereinigungen bleiben anonym.

Anbau

Nach dem Gesetz von 2021 ist es maltesischen Bürgern gestattet, bis zu vier Cannabispflanzen pro Haushalt anzubauen. Es dürfen maximal vier Pflanzen pro Haushalt (nicht pro Person) kultiviert werden, und die Pflanzen dürfen nicht für Nachbarn oder Öffentlichkeit sichtbar sein.

Ist CBD auf Malta legal?

Ja – CBD ist legal und in verschiedenen CBD-Shops im gesamten Land erhältlich. Zwar verlangen die aktuellen Regelungen meist eine medizinische Cannabis-Karte für den legalen Zugang zu CBD, doch in der Praxis wird dies selten umgesetzt. Als EU-Mitglied unterliegt Malta dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2020, das erklärt hat, dass CBD-Produkte nicht mehr als Betäubungsmittel betrachtet werden dürfen. Somit darf kein EU-Land den Handel mit legal in einem anderen Mitgliedsstaat hergestelltem Cannabidiol untersagen. 

Ist der Versand von Cannabissamen nach Malta legal?

Als Mitglied der EU dürfen Cannabissamen ohne Einschränkung nach Malta importiert werden.

Medizinisches Cannabis auf Malta

Malta hat mit dem Drug Dependence Act im Jahr 2015 den ersten Schritt hin zu legalem medizinischem Cannabis gemacht. Dieses Gesetz schuf einen Leitfaden, der Patienten den Zugang zu cannabisbasierten Arzneimitteln ermöglicht (Sativex war das erste zugelassene Präparat auf Malta). Wer solche Behandlungen nutzen will, benötigt jedoch ein Rezept von staatlich anerkannten Ärzten.

 

Weed in malta: medicinal cannabis

Unter dem Gesetz von 2018 können Menschen mit chronischen Schmerzen, Spastik und Nebenwirkungen der Chemotherapie Zugang zu medizinischem Cannabis erhalten.
 

Drei Jahre später wurde 2018 medizinisches Cannabis auf Rezept zugelassen – der Zugang ist nun nicht mehr auf Extrakte beschränkt, sondern auch die Blüte der Hanfpflanze kann verschrieben werden. Gerauchte Blüten bleiben hingegen weiterhin verboten. Nach dem Gesetz von 2018 haben folgende Patientengruppen Anspruch:

 

  • Chronische Schmerzen
  • Spastik bei Multiple Sklerose
  • Nebenwirkungen der Chemotherapie

 

Leider werden Cannabis-Medikamentenrezepte nicht vom öffentlichen Gesundheitssystem übernommen.

Industrie-Hanf auf Malta

Mit der Gesetzesänderung 2018 wurde zudem der Production of Cannabis for Medicinal and Research Purposes Act eingeführt. Seitdem ist es möglich, Cannabis zu medizinischen und Forschungszwecken unter kontrollierten Bedingungen anzubauen, zu importieren, zu verarbeiten und herzustellen. 

Ein Milliardengeschäft, das rasant wächst – die Regierung Maltas will offenbar an diesem Erfolg teilhaben. Seit der Gesetzesänderung wurden einige Industrie-Hanffarmen und Hersteller ins Leben gerufen. Der erste kommerzielle Export von medizinischem Cannabis aus Malta zum Verkauf im Ausland wurde von Materia Malta im Sommer 2022 abgewickelt.

Geschichte & Politik

Nachdem Malta lange Zeit eine harte Haltung gegen Cannabis eingenommen hatte, hat sich die politische Einstellung in den letzten Jahren drastisch geändert. Noch 2015 machte die Regierung mit der Einführung von Gesetzen zur Entkriminalisierung des Cannabiskonsums die ersten Schritte in Richtung Liberalisierung. Der Besitz kleiner Mengen von bis zu 3,5 Gramm galt fortan als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von 50 bis 100 €, nicht mehr als Straftat.

Dann, im Februar 2021, kündigte Premierminister Robert Abela an, dass das Land die Nutzung, den Besitz und den Anbau von Marihuana legalisieren wolle. Das spiegelt eine weltweite und EU-weite Entwicklung hin zu Entkriminalisierung wider. Die Legalisierung des Freizeitkonsums auf Malta folgte der Entscheidung der UN im Jahr 2021, Cannabis von der Liste der gefährlichen Drogen zu streichen. 

Voraussichtlich werden weitere europäische Länder Malta bei der Legalisierung folgen. So plant Deutschland den Aufbau eines legal regulierten Cannabis-Marktes ab 2024, ebenso wie die Schweiz und Luxemburg, während in Italien ein Cannabis-Referendum bevorsteht. Der maltesische Ansatz setzt bewusst auf einen regulierten, sicheren Markt statt auf Kriminalisierung. Gleichstellungs-, Forschungs- und Innovationsminister Owen Bonnici erläuterte die Beweggründe seiner Regierung für den neuen Umgang mit Cannabis. 

 

Weed in malta: history and politics

Der maltesische Ansatz verfolgt das Ziel eines regulierten und sicheren Marktes für Cannabis-Konsumenten.
 

„Es gibt inzwischen ein neues Verständnis, dass der harte Strafansatz gegen Cannabiskonsumenten unverhältnismäßig, ungerecht und für viele vorbildliche Menschen sehr leidvoll war. Nur weil sie privat Cannabis nutzen, sind sie in die Kriminalität geraten.” „Ich bin sehr stolz, dass Malta das erste Land ist, das dies mit einem detaillierten Gesetz und einer Regulierungsbehörde umsetzt.“, erklärte er.

Bonnici sagte zudem, dass die Regierung debattiert habe, ob es eine Begrenzung für die Wirkstoffstärke (THC-Gehalt) von angebautem Cannabis geben solle – letztlich habe man sich dagegen entschieden, da dies einen Schwarzmarkt fördern würde. „Wir haben intern heftig diskutiert. Unser Fazit: Setzt man einen Grenzwert für den THC-Gehalt, entsteht ein neuer Schwarzmarkt. Was wir stattdessen tun müssen: Die Menschen tagtäglich weiterbilden und informieren.” Dabei ist der reine THC-Wert ohnehin keine alleinige Aussage über die Potenz von Cannabis – ein Fehlschluss, der endlich aufgeklärt werden sollte. Trotz einiger Irrwege scheint die Regierung nun die richtige Entscheidung in Bezug auf THC-Kontrollen getroffen zu haben.

Hilfreiche Hinweise

Auch wenn Maltas Cannabis-Gesetze inzwischen den Aufbau von Freizeit-Vereinigungen erlauben, kann der tatsächliche Kauf von Cannabis für Besucher nach wie vor kompliziert sein. Bislang gibt es keine öffentlichen Dispensaries – der Zugang zu Freizeit-Weed in Malta ist weiterhin einheimischen Bürgern vorbehalten. Es gibt Gerüchte, dass der Zugang zukünftig auch auf Touristen ausgeweitet werden könnte, allerdings wurden hierzu noch keine Änderungen beschlossen. 

 

Land Cannabis-Konsum in Europa im letzten Jahr 2020 nach Land
Tschechische Republik 11,1%
Frankreich 11%
Spanien 10,5%
Kroatien 10,2%
Italien 10,2%
Niederlande 10,1%
Finnland 8,2%
UK 7,1%
Deutschland 7,1%
Irland 7,1%
Malta 0,9%

Cannabis-Konsum im letzten Jahr in Europa 2020 nach Land.

 

Im Jahr 2020 lag der Cannabiskonsum auf Malta europaweit auf einem der niedrigsten Werte – weniger als ein Prozent der Bevölkerung nutzt die Pflanze regelmäßig. Dies könnte sich in den kommenden Jahren ändern, wenn weiterer Zugang zum Freizeitkonsum geschaffen wird. Malta als spektakuläre Insel für Sonne, Meer und Sand – Weed könnte schon bald zum vierten Standbein des Tourismussektors werden. 


Wenn du mehr über Cannabis auf Malta und die sich wandelnden Gesetze in Europa und weltweit erfahren möchtest, schau mal in unsere ausführliche Fast Buds Blog-Sektion mit allen aktuellen Cannabis-News, Growtipps und vielem mehr.



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