Die aufblühende Cannabis-Tourismusbranche in den USA ist bereits 17 Mrd. USD wert
Legales Marihuana entwickelt sich zu einem entscheidenden Faktor, den Reisende bei der Auswahl ihres Urlaubsziels berücksichtigen. Laut der aktuellen Harris-Umfrage sagen die Hälfte der Millennials, dass die Legalisierung von Cannabis für sie bei der Urlaubsplanung wichtig ist, und 43% reisen ausschließlich dorthin, wo es legal gekauft werden kann.
Da der Anteil der Millennials unter den amerikanischen Touristen bis 2025 auf 50 Prozent steigen soll, scheint das Potenzial für Marihuana riesig zu sein. Heute ist die Tourismusbranche in den USA 1,2 Billionen Dollar wert, davon entfallen 17 Milliarden auf legale Cannabis-Angebote. Der Freizeitkonsum ist inzwischen in 19 Bundesstaaten sowie Washington DC legalisiert, und Aktivisten erwarten, dass in diesem Jahr noch weitere Bundesstaaten folgen.
Ein riesiger Zustrom zahlender Kundschaft
Bislang haben Tourismusorganisationen in den USA weitgehend ignoriert, dass viele Amerikaner gezielt auf der Suche nach legalem Cannabis reisen. So hat das Colorado Tourism Office dieses Thema auf seiner offiziellen Website nicht erwähnt, und seine Vertreter bestreiten, dass Cannabis eine bedeutende Rolle bei der Besucheranziehung spielt. Sie behaupten, die Hauptattraktion Colorados seien Outdoor-Aktivitäten.
Andererseits boomt die legale Cannabis-Branche des Bundesstaates, und nach einem Jahrzehnt der Legalisierung liegen die Steuereinnahmen aus diesem Sektor jährlich bei fast einer halben Milliarde US-Dollar. Statistiken belegen, dass Besucher einen erheblichen Beitrag dazu leisten, da sie bei einem Besuch einer Abgabestelle im Durchschnitt viermal mehr ausgeben als Einheimische.

Wachstumsschub für andere Branchen
Es sind nicht nur Blüten, Edibles oder geführte Touren durch Cannabis-Farmen, für die Touristen ihr Geld ausgeben. Für jeden Dollar, der in einer Abgabestelle ausgegeben wird, profitiert die lokale Wirtschaft im Schnitt mit zusätzlichen 2,80 Dollar, da Besucher in Hotels übernachten, in Restaurants essen, Geschäfte besuchen usw.
Zwischen dem durchschnittlichen Touristen und jenen, die gezielt nach legalem Marihuana suchen, gibt es kaum Unterschiede. Sie sind zwar tendenziell jünger, aber genauso häufig weiblich wie männlich, berufstätig, haben eine akademische Ausbildung und verdienen im Schnitt 87.000 Dollar. Kurz gesagt: Das ist das Profil eines typischen gehobenen Touristen, weit entfernt von dem Stereotyp eines klassischen Kiffers.
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