Frauen und Cannabis: Ein umfassender Leitfaden zu Cannabis und Frauengesundheit
- 1. Freizeitkonsum bei männern und frauen: unterschiede und risiken
- 1. a. Höheres missbrauchspotenzial bei frauen vs. männern
- 1. b. Unterschiede bei akuten effekten und nebenwirkungen
- 1. c. Unterschiedliche entzugssymptome bei frauen vs. männern
- 2. Fruchtbarkeit, schwangerschaft und stillzeit
- 2. a. Cannabiskonsum und fruchtbarkeit
- 2. b. Cannabiskonsum und schwangerschaft
- 2. c. Cannabiskonsum und stillzeit
- 3. Medizinischer cannabiseinsatz bei frauenspezifischen beschwerden
- 3. a. Zyklusbedingte beschwerden
- 3. b. Weibliche orgasmusstörung
- 3. c. Endometriose
- 3. d. Wechseljahresbeschwerden
- 4. Fazit
Cannabis, einst eine illegale Substanz voller Kontroversen, wird heutzutage zunehmend akzeptiert und in vielen Ländern legalisiert. Dieser Wandel hat zu einer erheblichen Veränderung der Nutzungsmuster geführt, wobei immer mehr Frauen aus unterschiedlichen Gründen zu Cannabis greifen. Auch wenn Männer weiterhin häufiger Cannabis konsumieren als Frauen, verringert sich die geschlechtsspezifische Kluft zunehmend.
Interessanterweise reagieren Frauen anders auf Cannabis als Männer, sowohl in Bezug auf akute Symptome und die Entstehung von Abhängigkeit als auch auf Entzugserscheinungen. Zudem hat Cannabis aufgrund der vorhandenen Endocannabinoid-Rezeptoren im gesamten weiblichen Fortpflanzungstrakt spezielle Auswirkungen auf die Frauengesundheit. Angesichts dieser Unterschiede und potenziellen gesundheitlichen Konsequenzen ist es wichtig, das Thema Cannabiskonsum bei Frauen genauer zu betrachten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Leitfaden zu Cannabis und Frauengesundheit und beleuchtet potenzielle Vorteile, Risiken und alles dazwischen.
Freizeitkonsum bei Männern und Frauen: Unterschiede und Risiken
Jede Person reagiert unterschiedlich auf Cannabis, doch es gibt einige allgemeine Muster, die den männlichen vom weiblichen Konsum unterscheiden. Eines dieser Muster ist das Potenzial für Missbrauch und Abhängigkeit.
Höheres Missbrauchspotenzial bei Frauen vs. Männern
Die anerkannten Kriterien zur Diagnose einer Cannabisgebrauchsstörung (CUD) sind wissenschaftlich womöglich nicht völlig fundiert und stammen eher aus der Zeit des Drogenkriegs, doch laut diesen Kriterien betrifft CUD etwa 10 % der Cannabiskonsumenten und Frauen könnten dafür empfindlicher sein als Männer.
Forschungen legen nahe, dass Frauen schneller eine Cannabis-Abhängigkeit entwickeln als Männer, ein Vorgang, der oft als „Teleskopierung“ bezeichnet wird. Das bedeutet, dass Männer und Frauen zwar im gleichen Alter mit dem Konsum beginnen, Frauen jedoch meist schneller eine Abhängigkeit ausbilden. Eine Studie zeigte, dass die Zeit vom ersten Cannabiskonsum bis zum Ausbruch einer CUD bei Frauen kürzer war (4,7 Jahre vs. 5,8 Jahre bei Männern).
Darüber hinaus berichten Frauen von einer stärkeren Ausprägung der Cannabis-Abhängigkeit. Während Männer zwar häufiger mit CUD diagnostiziert werden, berichten Frauen von schwereren Symptomen, einschließlich intensiveren Entzugserscheinungen und mehr gleichzeitig auftretenden psychischen Problemen. Dies könnte durch den Einfluss weiblicher Sexualhormone bedingt sein – allerdings sind weitere Studien nötig, um die biologischen Mechanismen hinter diesen Unterschieden zu verstehen.
Unterschiede bei akuten Effekten und Nebenwirkungen
Männer und Frauen erleben unterschiedliche akute Wirkungen beim Cannabiskonsum. Männer berichten häufiger von gesteigertem Appetit, verbesserter Merkfähigkeit, Enthusiasmus, verändertem Zeitempfinden und stärkerem Musikempfinden beim Rausch. Bei Frauen hingegen werden eher Appetitlosigkeit und der Wunsch zu putzen während des Rausches beobachtet.
Frühe Hinweise deuten darauf hin, dass Frauen generell empfindlicher auf Cannabis bzw. Cannabinoide reagieren. Dies wird sowohl durch tier- als auch durch Humanstudien gestützt. Frauen berichten von stärkeren subjektiven Effekten schon bei geringeren THC-Dosen, was auf eine größere Empfindlichkeit hindeutet.
Vorklinische Studien an Nagetieren zeigen, dass Weibchen empfindlicher auf die belohnenden und verstärkenden Wirkungen von Cannabinoiden reagieren. Sie eignen sich schneller die Selbstverabreichung an, konsumieren größere Mengen und benötigen länger, um diese Gewohnheit wieder zu löschen. Weibchen zeigen zudem häufiger cue- oder stressbedingten Rückfall und sind empfindlicher gegenüber akuten sedierenden, schmerzstillenden und motorischen Effekten von Cannabinoiden.

Klinische Studien am Menschen liefern gemischte Ergebnisse. Einige Studien zeigten keine geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den akuten subjektiven Effekten, andere fanden stärkere THC-Effekte bei Frauen, wiederum andere bei Männern. Generell sind Frauen sensibler gegenüber den subjektiven Effekten niedriger THC-Dosen, Männer eher bei höheren Dosen. Frauen berichten außerdem verstärkt von belohnenden Effekten und brechen Studien eher ab, obwohl sich in Bewertungen von „high“ oder Tachykardie keine Unterschiede zu Männern ergeben.
Zusammenfassend deuten aktuelle Studien darauf hin, dass Frauen empfindlicher auf die akuten Effekte von Cannabis reagieren und zum Teil andere Wirkungen verspüren als Männer – auch wenn weitere Forschung nötig ist.
Unterschiedliche Entzugssymptome bei Frauen vs. Männern
Auch beim Cannabisentzug können Frauen andere Symptome erleben als Männer. Die Forschungslage ist uneinheitlich: In einigen Studien berichten Frauen von stärkeren Entzugssymptomen, andere finden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Eine Studie zeigte, dass Frauen bei ihrem letzten Abstinenzversuch mehr Entzugssymptome erlebten als Männer (7,9 vs. 6,2 Symptome). Sie berichteten häufiger über Reizbarkeit, Wutausbrüche und Übelkeit im Vergleich zu Männern.
Die Schwere der berichteten Symptome unterschied sich insgesamt nicht, doch Frauen, die Nervosität/Angst, Unruhe oder gesteigerte Aggressivität während des letzten Abstinenzversuchs angaben, empfanden diese Symptome als stärker als Männer mit denselben Symptomen.
Männer berichteten häufiger über Schlaflosigkeit und intensive Träume während des Entzugs, während Frauen öfter Übelkeit und Angst nannten.
Bemerkenswert ist, dass Studien ohne signifikante Unterschiede bei den Entzugssymptomen meist Männer mit stärkerem Konsum und Abhängigkeit einbezogen – was darauf hindeutet, dass der geringere Konsum und die geringere Abhängigkeitsrate bei Frauen die mangelnden Unterschiede in solchen Studien erklären könnten.
Insgesamt sollten Frauen, die einen Cannabis-Entzug in Erwägung ziehen, sich dieser potenziellen Symptome bewusst sein und geeignete Unterstützung zur Bewältigung einholen.
| Potenzielle Vorteile | Potenzielle Risiken |
|---|---|
| Linderung von Menstruationskrämpfen | Erhöhtes Risiko einer Cannabisgebrauchsstörung |
| Verbesserte sexuelle Funktion | Negative Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und Schwangerschaft |
| Symptomkontrolle bei Endometriose | Erhöhtes Risiko für Angst und Depression |
| Linderung von Wechseljahresbeschwerden | Mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten |
Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Stillzeit
Die Auswirkungen von Cannabis auf die weibliche Fortpflanzungsgesundheit sind aufgrund der begrenzten und widersprüchlichen Datenlage noch nicht abschließend geklärt. Die verfügbaren Studien sind meist beobachtend, beruhen auf Selbstauskünften und wurden oft zu Zeiten durchgeführt, in denen Cannabisprodukte wesentlich weniger THC enthielten als heute.
Cannabiskonsum und Fruchtbarkeit
Die verfügbaren Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen von Cannabis auf die weibliche Fruchtbarkeit stammen größtenteils von Frauen, die sich einer assistierten Reproduktion unterziehen, und weniger von gesunden Probandinnen. Studien zu THC und Fruchtbarkeit zeigen gemischte Resultate: Einige deuten darauf hin, dass Cannabis den Hormonhaushalt und den Eisprung beeinträchtigen könnte, andere finden wenig Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und spontaner Empfängnisrate.

Frühere Tierversuche zeigten, dass eine akute THC-Exposition den Eisprung verzögern kann. Chronische THC-Exposition bei Primaten führte zu Anovulation, gestörtem Hormonhaushalt und verlängertem Zyklus. Mit zunehmender Toleranz wurden allerdings wieder reguläre Zyklen, Eisprünge und normale Hormonwerte erreicht.
Studien am Menschen zeigen, dass Frauen, die innerhalb eines Jahres vor der Schwangerschaft Marihuana geraucht haben, doppelt so häufig Unfruchtbarkeit aufgrund ovulatorischer Störungen aufwiesen. Andere Studien fanden hingegen keinen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Empfängnisdauer.
Cannabiskonsum und Schwangerschaft
Cannabisverbindungen können die Plazenta passieren und den Fötus erreichen und dessen Entwicklung potenziell beeinflussen. Zunehmende Hinweise aus Tier- und Humanstudien zeigen, dass der mütterliche Cannabiskonsum negative Auswirkungen auf den Fötus haben kann. Häufiger Konsum während der Schwangerschaft wird mit niedrigem Geburtsgewicht und anderen negativen Geburtsergebnissen verknüpft.
Kinder und Jugendliche, die im Mutterleib Cannabis ausgesetzt waren, können verschiedene Auffälligkeiten zeigen, darunter Aufmerksamkeitsprobleme, emotionale Störungen, gesteigerte Hyperaktivität und Impulsivität, Schlafstörungen und eine erhöhte Neigung zu Substanzkonsum. Angesichts dieser Risiken wird schwangeren Frauen geraten, auf Cannabis zu verzichten. Für Frauen, denen ein vollständiger Verzicht nicht gelingt, sollten Konzepte zur Schadensminimierung angeboten werden.
Frauen, die Cannabis gegen morgendliche Übelkeit einsetzen, sollten zum Einsatz erwiesener und besser erforschter Alternativen ermutigt werden. Zu den Effekten von Cannabidiol (CBD) während Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine zuverlässigen Daten; klinische und vorklinische Studien zum Sicherheitsprofil werden dringend benötigt.

Cannabiskonsum und Stillzeit
Der Cannabiskonsum in der Stillzeit ist angesichts der zunehmenden Freizeit- und medizinischen Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter ein wachsendes Thema. Der Übertritt von THC, des wichtigsten psychoaktiven Cannabiswirkstoffs, in die Muttermilch ist nur unzureichend erforscht. Eine Studie belegte jedoch, dass THC in moderaten Mengen in die menschliche Muttermilch ausgeschieden wird, mit einem Milch-zu-Plasma-Verhältnis von bis zu 8:1 bei starken Konsumentinnen.
Chronischer Cannabiskonsum kann zu einer THC-Anreicherung in der Muttermilch auf hohe Konzentrationen führen. Dies ist besonders bedenklich, da das Gehirn des Babys sich noch in der Entwicklung befindet und THC potenziell den Hirnaufbau beeinflussen könnte. Eine Studie aus dem Jahr 1990 suggerierte, dass Säuglinge, die im ersten Lebensmonat über die Muttermilch THC ausgesetzt waren, mit zwölf Monaten eine verringerte motorische Entwicklung zeigen könnten. Studien zu Auswirkungen auf die Langzeitentwicklung des Gehirns fehlen jedoch.
Trägheit, selteneres Stillen und kürzere Stillzeiten wurden ebenfalls nach dem Kontakt mit THC über die Muttermilch berichtet. Hinzu kommt, dass die Fähigkeit der Mutter zu stillen und das Kind zu versorgen beeinträchtigt sein kann, da Cannabis Stimmung und Urteilsvermögen beeinflusst.
Aufgrund mangelnder Langzeitdaten darüber, wie sich der Kontakt mit Cannabis über die Muttermilch auf das Kind auswirkt, gehen die Empfehlungen von Experten auseinander. Generell wird aber empfohlen, dass stillende Mütter Cannabis meiden sollten. Die Auswirkungen von CBD während der Stillzeit sind unbekannt, hier ist weitere Forschung dringend nötig.
Medizinischer Cannabiseinsatz bei frauenspezifischen Beschwerden
Medizinisches Cannabis kann bei frauenspezifischen Gesundheitsproblemen helfen, auch wenn sich die genauen Unterschiede in der Anwendung und Wirksamkeit je nach Geschlecht als eher gering herausgestellt haben.
Zyklusbedingte Beschwerden
Viele Frauen erleben während ihres Menstruationszyklus folgende Symptome:
- Angst,
- Stimmungsschwankungen,
- Reizbarkeit,
- Krämpfe.
Anhand von Erfahrungsberichten wird angenommen, dass CBD bei Angst helfen kann, THC hingegen bei Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Krämpfen. Beide Stoffe, CBD und THC, können helfen, die Muskulatur der Gebärmutter – wo die Krämpfe auftreten – zu entspannen, und so zahlreiche PMS-Symptome lindern.
Als Beispiel für strengere Forschung fand eine kürzlich veröffentlichte Studie heraus, dass CBD tatsächlich bei der Behandlung menstruationsbedingter Beschwerden helfen kann. Die Teilnehmerinnen nahmen über drei Monate hinweg CBD-Kapseln ein und berichteten über reduzierte Symptome wie Reizbarkeit, Angst und Stress. Die Depressionswerte waren unverändert. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass CBD eine hilfreiche Option für Frauen sein kann, die ihre menstruationsbezogenen Symptome lindern möchten. Weitere Studien sollten jedoch die Wirkung im Vergleich zu einem Placebo untersuchen und die optimale Strategie zur CBD-Einnahme bestimmen.

Weibliche Orgasmusstörung
Die weibliche Orgasmusstörung (FOD) ist eine häufige Erscheinung, die bis zu 41 % der Frauen weltweit betrifft. Mindestens vier US-Bundesstaaten erwägen, FOD als spezifische Indikation für medizinisches Cannabis einzuführen – mit Verweis auf eine wachsende Studienlage, die belegt, dass Cannabis Häufigkeit, Leichtigkeit und Zufriedenheit beim Orgasmus bei FOD deutlich steigern kann.
Tatsächlich unterstützen verschiedene Theorien die Annahme, dass Cannabis Frauen mit lebenslanger, erworbener oder situativer FOD helfen kann. Die Theorie der Dis-Habituation besagt, dass THC dabei helfen könnte, ablenkende Gewohnheiten beim Sex abzulegen, was erklärte, dass selbst Frauen ohne vorherigen Orgasmus diesen unter Cannabiseinfluss erleben konnten.
Die Neuroplastizitätstheorie geht davon aus, dass Cannabis und körpereigene Cannabinoide die Entwicklung und Neubildung von Gehirnzellen fördern und so erklären könnten, warum manche Frauen das Erleben eines Orgasmus unter dem Einfluss von Cannabis neu erlernen. Die Amygdala-Reduktionstheorie schließlich nimmt an, dass Cannabis die Aktivität der Amygdala – eines Hirnareals, das für Angstreaktionen zuständig ist – reduziert, wodurch sexuelle Erfahrungen verbessert, der Orgasmus erleichtert und Zufriedenheit gesteigert werden könnten.
Endometriose
Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die etwa 10–14 % aller Frauen betrifft und als schwer therapierbar gilt. Forschungsergebnisse legen nahe, dass sowohl das Darmmikrobiom als auch das Endocannabinoidsystem (ECS) bei Entstehung und Verlauf der Krankheit eine Rolle spielen könnten. Die Interaktion des ECS mit Wirkstoffen aus Cannabis wie THC und CBD liefert einen Hinweis auf einen möglichen Wirkmechanismus zur Linderung von Beckenschmerzen bei Endometriose.
Tatsächlich wurde gezeigt, dass Cannabis sowohl für Beckenschmerzen als auch für Magen-Darm-Beschwerden und Stimmung bei Endometriose hilfreich sein kann. Eine Studie mit 252 Frauen mit Endometriose stellte fest, dass inhaliertes Cannabis am effektivsten bei Schmerzen war, orale Formen eher bei Stimmung und Verdauungsproblemen. Eine weitere Studie aus Australien sah, dass jede zehnte Frau mit Endometriose Cannabis zur Selbstbehandlung ihres Schmerzes nutzt – wobei Cannabis als die wirksamste Methode der Selbstbehandlung galt. Frauen mit stärkeren Schmerzen griffen häufiger zu Cannabis als solche mit leichteren Beschwerden.
Wechseljahresbeschwerden
Die Menopause ist ein natürlicher Umbruch im Leben einer Frau, der viele Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Angst auslösen kann. Immer mehr Frauen nutzen Cannabis, um diese Symptome zu lindern. Eine Befragung von Frauen ab 35 Jahren in Alberta, Kanada, ergab, dass 34 % der Teilnehmerinnen aktuell Cannabis konsumierten, über 75 % davon zu medizinischen Zwecken. Am häufigsten wurde es gegen Schlafstörungen (65 %), Angst (45 %) und Muskel-/Gelenkschmerzen (33 %) eingesetzt. 74 % der Nutzerinnen erachteten Cannabis als hilfreich. Aktive Cannabisnutzerinnen berichteten häufiger über Wechseljahresbeschwerden als Nichtnutzerinnen.

Eine weitere Befragung von Cannabis-Nutzenden während Peri- und Postmenopause zeigt, dass 86,1 % aktuell konsumieren, 78,7 % davon gegen Wechseljahresbeschwerden. Am häufigsten wird geraucht (84,3 %) oder gegessen (78,3 %). Die wichtigsten Gründe waren Schlafstörungen (67,4 %) und Stimmung/Angst (46,1 %). Perimenopausale Frauen berichteten von stärker ausgeprägten Beschwerden und griffen öfter zu Cannabis als postmenopausale.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass einige Frauen Cannabis zur Bewältigung der Wechseljahresbeschwerden, insbesondere bei Schlaf und Stimmung/Angst, einsetzen. Weitere Forschung ist jedoch notwendig, um Sicherheit und Wirksamkeit zu bewerten sowie geeignete Empfehlungen für betroffene Frauen zu entwickeln.
Fazit
Immer mehr Frauen konsumieren Cannabis, da es gesellschaftlich akzeptierter und legal wird. Frauen reagieren anders auf Cannabis als Männer, und die Substanz hat spezielle Auswirkungen auf die weibliche Gesundheit. Die Effekte auf die Fruchtbarkeit und die weibliche Reproduktionsgesundheit sind noch nicht abschließend geklärt – insbesondere der Konsum während Schwangerschaft und Stillzeit gibt Anlass zur Sorge.
Wenn Sie als Frau Cannabis zu medizinischen Zwecken erwägen oder in Schwangerschaft und Stillzeit nicht darauf verzichten möchten, sollten Sie sich der möglichen Risiken und Vorteile bewusst sein und gegebenenfalls gezielt Unterstützung für den Umgang mit Nebenwirkungen und Symptomen suchen.
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