Weed in China: Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis

12 September 2022
„Ist Weed in China legal?“ – diese Frage stellen sich viele Cannabis-Liebhaber auf Reisen ins Land der Mitte. Wir klären auf!
12 September 2022
7 min read
Weed in China: Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis

Inhalt:
Weiterlesen
  • 1. Ist weed in china legal?
  • 1. a. Besitz
  • 1. b. Verkauf
  • 1. c. Anbau
  • 2. Ist cbd in china legal?
  • 3. Ist es legal, cannabissamen nach china zu schicken?
  • 4. Medizinisches cannabis in china
  • 5. Industriehanf in china
  • 6. Geschichte und politik
  • 6. a. Politik
  • 7. Gut zu wissen

Das bevölkerungsreichste Land der Welt mit über 1,4 Milliarden Menschen, China, ist nicht unbedingt der erste Ort, an den man bei Cannabis-Konsum denkt. Dennoch ist Cannabis in China illegal und sowohl der medizinische als auch der Freizeitgebrauch sind negativ behaftet. Gleichzeitig gibt es jedoch eine florierende Industrie für Industriehanf und China ist weltweit führend in der Produktion dieser Pflanze. Trotz dieser dominierenden Rolle in der Hanf- und CBD-Branche sorgt das chinesische Cannabisgesetz dafür, dass die Strafen für Marihuana-Konsum, Besitz und Handel zu den härtesten der Welt gehören. Heute werfen wir einen ausführlichen Blick auf die Geschichte, Gesetzgebung und Nutzung von Cannabis in China. Doch bevor wir ins Detail gehen und eure Fragen zu Weed in China beantworten, starten wir mit den Grundlagen.

1. Ist Weed in China legal?

In einem kommunistischen Land, das mehrheitlich gegen die Übernahme westlicher Kulturen und Gesetze ist, überrascht es nicht, dass Gras in China streng illegal ist. Besitz, Handel und Konsum von Cannabis stehen unter Strafe, die Pflanze wird von der Regierung als nahezu medizinisch wertlos betrachtet und stark stigmatisiert.

Tatsächlich startete die Nationale Drogenkontrollkommission in den vergangenen Jahren eine digitale Kampagne für die chinesische Jugend, um den Marihuana-Konsum unter jungen Menschen zu senken. Auch chinesische Studenten im Ausland werden explizit dazu angehalten, auf Cannabis zu verzichten, egal ob auf Reisen oder als Auslandsstudent. Angesichts der kompromisslosen Haltung bleiben Lockerungen der chinesischen Cannabisgesetze auf absehbare Zeit unwahrscheinlich.

Besitz

Während Chinas Polizei früher angeblich beim Cannabiskonsum wegschaute, fallen die Strafen für Besitz heutzutage extrem drakonisch und hart aus. Wer mit mehr als 5 kg Cannabis erwischt wird, riskiert sogar die Todesstrafe. Weitere Strafen für größere Mengen sind Gefängnisstrafen von mindestens fünf Jahren bis hin zu lebenslang.

Wer mit geringeren Mengen erwischt wird, kann mit milderen Strafen rechnen, zum Beispiel:

 

  • Zwei Wochen Gefängnis
  • Eine Geldstrafe bis zu 1.000 Yuan

 

Daher versteht es sich von selbst: Mit Weed in China erwischt zu werden, möchte niemand erleben.

Verkauf

Auch der Verkauf oder Vertrieb von Cannabis bleibt in China verboten und zieht harte und drastische Strafen nach sich. Wer Cannabis verkauft, muss mindestens mit einer langen Haftstrafe rechnen. In autoritäreren Regionen oder bei größeren Mengen droht sogar die Todesstrafe. Auch wenn manche Städte als toleranter gelten, bleibt das Risiko des Handels offensichtlich zu hoch.

Anbau

Wie zu erwarten, ist der Anbau von Cannabis in China illegal und wird mit Gefängnis bestraft. Obwohl der Anbau im privaten Bereich verboten ist, wächst die Pflanze dennoch in weiten Teilen Chinas – meist wild. Trotz harter und potenziell tödlicher Strafen gibt es besonders in Nord- und Südchina eine gewisse Cannabiskultur.

 

Weed in china: medicinal cannabis in china

Chinesische Hanfpflanze.
 

Das in den nördlichen Gebieten wild wachsende Cannabis gilt meist als qualitativ schlechter als jenes aus den südlicheren Gebieten mit gemäßigtem Klima. Insbesondere die Provinz Yunnan und speziell die Stadt Dali sind ein Zentrum der chinesischen Cannabiskultur, weil das Kraut dort wild wächst. Seit 1998 läuft allerdings eine Kampagne zur Ausrottung des wilden und kommerziellen Cannabis – bisher ohne durchschlagenden Erfolg.

2. Ist CBD in China legal?

Durch den verstärkten Hanfanbau verfügt China über eine florierende CBD-Industrie und zählt zu den weltweit größten Herstellern von CBD-Produkten. Allerdings sind CBD-Produkte für Chinas Einwohner nicht erhältlich und ausschließich für den Export bestimmt. Ironischerweise gilt: Die Nutzung, der Kauf oder Verkauf von CBD ist in China illegal.

3. Ist es legal, Cannabissamen nach China zu schicken?

Nein. Auch Cannabissamen sind in China illegal. Das Versenden von Cannabissamen nach China ist daher aussichtslos – eine Beschlagnahmung beim Zoll ist praktisch garantiert. 

Gelegentlich finden sich zwar einzelne Läden, die Marihuanasamen anbieten, doch der Verkauf ist nach chinesischem Gesetz ebenfalls verboten.

4. Medizinisches Cannabis in China

Obwohl Cannabis in China illegal ist, zählt das Land zu den größten Produzenten von medizinischem Cannabis. Laut der Weltorganisation für geistiges Eigentum besitzt China mehr als 50 % der aktuellen 606 Cannabis-Patente weltweit. So verschafft sich das Land die besten Chancen, medizinische Cannabisprodukte in Länder zu exportieren, in denen sie legal und begehrt sind. Schon in alten chinesischen Schriften – insbesondere beim Thema Cannabissamen – wird die medizinische Wirkung beschrieben. Für die Bürger Chinas bleibt eine Legalisierung von medizinischem Cannabis allerdings in weiter Ferne.

Trotz mehr als 2000 Jahren Anwendung als Heilpflanze lehnt die Regierung den Anbau für medizinische Zwecke weiterhin strikt ab. China könnte zwar den globalen Markt für medizinisches Cannabis dominieren, doch es gibt keine Bestrebungen, medizinisches Cannabis zuzulassen. Natürlich könnte der große finanzielle Reiz langfristig für eine Lockerung sorgen – derzeit ist das aber nicht absehbar.

5. Industriehanf in China

Wie bereits erwähnt, verfügt China heute über eine riesige Industriehanf-Branche und ist derzeit mit Abstand der größte Produzent von Industriehanf und Hanfprodukten weltweit. Nach einem vorübergehenden Verbot wurde 2010 erneut die Ausfuhr von Hanf und Hanfprodukten aufgenommen, getrieben durch die wachsende Nachfrage aus Nordamerika und Europa.

Ursache ist vor allem das enorme Wachstum des CBD-Marktes im letzten Jahrzehnt. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Hanfplantagen, vor allem in den Provinzen Yunnan und Shandong. Offizielle Zahlen zur Ernte, Produktion oder Absatz veröffentlicht die chinesische Regierung zwar nicht, doch ein im Jahr 2018 erschienener Bericht schätzt, dass China mehr als die Hälfte der weltweiten Hanfproduktion liefert. Der Umsatz mit Hanffasern lag 2018 bei stolzen 1,2 Milliarden US-Dollar.

 

Weed in china: industrial hemp in china

Wachstum der chinesischen Hanfanbaufläche.
 

Der Bericht ergab zudem, dass China einen Anteil von 11 % am heutigen milliardenschweren globalen CBD-Markt hält, der sowohl Europa als auch die USA umfasst. Mit dem Wachstum des Marktes werden Stimmen laut, die eine weitere Ausdehnung der bereits riesigen Hanfindustrie fordern. 

Der steigende Bedarf an Hanf könnte für die Landbevölkerung Chinas ein echter Wendepunkt sein, da höhere Löhne und Beschäftigungssicherheit winken. Für die Zukunft sind weitere Hanfplantagen in den Provinzen Gansu, Heilongjiang, Anhui, Innere Mongolei und Xinjiang geplant.

6. Geschichte und Politik

Viele Nachbarländer Chinas bauen seit Jahrhunderten Cannabis und Hanf an, schon archäologische Funde belegen eine Nutzung von Hanf vor Tausenden von Jahren. Hanfstoffe zur Herstellung von Kleidung und Seilen wurden schon während der Zhou-Dynastie (1122-249 v. Chr.) verwendet und in Gräbern gefunden. Alte Schriften erwähnen Hanf als Rohstoff, etwa im „Shu King“ von 2350 v. Chr., in dem vom fruchtbaren Boden Shantungs für Seide und Hanf berichtet wird. Auch in der Poesie jener Zeit taucht das Weben von Hanfstoffen auf.

Dank seiner Reißfestigkeit nutzten die Chinesen Hanf auch im Krieg; zudem gilt die Papierherstellung aus Hanf als chinesische Erfindung. Auch für Bogensehnen der chinesischen Bogenschützen war Hanf unverzichtbar, da Hanfsehnen deutlich belastbarer waren als Bambus. Auf dem Schlachtfeld war dieser Vorteil entscheidend.

 

Weed in china: history and politics

Wildes chinesisches Hanffeld.
 

Hanf war für die chinesischen Herrscher so wichtig, dass große Flächen für den Anbau reserviert wurden. Neben der Vielseitigkeit der Pflanze galt chinesisches Cannabis bereits jahrhundertelang als beliebtes Heilmittel, bevor die Pharmaindustrie im 20. Jahrhundert Einzug hielt. China pflegt eine uralte Beziehung zu dieser Pflanze, die sich über Jahrtausende zieht. Mit der Gründung der Volksrepublik 1949 änderte sich das gesellschaftliche Bild jedoch grundlegend. Ironischerweise droht heute im größten Hanf-Exportland der Welt mit bedeutender kultureller Vergangenheit im Umgang mit Cannabis Konsumenten im Zweifel die Todesstrafe.

Politik

Wie bereits beschrieben, lehnt China den (Freizeit-) und sogar medizinischen Gebrauch von Cannabis weiterhin weitgehend ab. Die offizielle Linie stuft Marihuana als potenziell schädliche Substanz ein, die nicht einmal für therapeutische Zwecke erlaubt werden soll. Entsprechend wird Cannabis in China auch auf absehbare Zeit verboten bleiben. Zwar zeigen sich besonders in westlich geprägten Großstädten liberalere Einstellungen, so dass unter 35-Jährige relativ häufig konsumieren – trotz der hohen Strafen. Auch in ländlichen Gebieten schätzen viele die seit Jahrtausenden bekannten Heilkräfte der Pflanze. Mit dem Wachstum der Hanfindustrie könnte China sich perspektivisch öffnen, doch bislang deuten die politischen Maßnahmen nicht darauf hin. Der blühende Export bietet offenbar keinen Grund, Innenpolitik und Gesetze zu reformieren.

7. Gut zu wissen

Wer nach China reisen möchte, sollte auch in liberaleren Vierteln äußerste Vorsicht walten lassen. Cannabis-Konsum hat dort zwar zugenommen und teils progressivere Einstellungen hervorgebracht. War Gras früher gesellschaftlich tabu, ist es heute leichter zugänglich und wird weniger stark tabuisiert. 

Die Qualität des vorhandenen Weeds ist jedoch meist gering und angesichts der drohenden Strafen gilt: Lasst besser die Finger davon, wenn ihr in China unterwegs seid. Da Besitz und Handel weiterhin streng verboten sind und schwer bestraft werden, ist Cannabis, besonders für Freizeitnutzer, keine Empfehlung für die Volksrepublik China.



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