Kann man Autoflower trainieren?

19 December 2019
Finde heraus, ob das Training von Autoflower tatsächlich das Wachstum fördert oder hemmt.
19 December 2019
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Kann man Autoflower trainieren?

Inhalt:
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  • 1. Warum autoflower überhaupt trainieren?
  • 2. Wann sollte man autoflower trainieren?
  • 3. Welche technik eignet sich am besten zum trainieren von autoflower?
  • 3. a. Topping
  • 3. b. Fiming
  • 4. Welche technik kann mit topping und fiming kombiniert werden?

Das Training von Cannabispflanzen klingt für unerfahrene Grower zunächst etwas seltsam. Sie fragen sich oft, was das überhaupt bedeutet und was genau dahinter steckt. Nachdem sie sich dazu belesen und es selbst ausprobiert haben, erkennen sie schnell, dass das gezielte Manipulieren des Wachstums einer Cannabispflanze echte Vorteile bringt. Verschiedene Trainingsmethoden öffnen das Blätterdach und fördern die Luftzirkulation, was wiederum hilft, das Risiko von Schimmel und Krankheiten zu reduzieren. Ebenso hilft diese neue Struktur, dass Licht tiefer in das Blätterdach eindringt und auch die tiefer liegenden Buds unterstützt. Natürlich ist einer der Hauptgründe, weshalb Grower ihre Pflanzen trainieren, die Steigerung des Gesamtertrags.

Aber kann man Autoflower trainieren? Diese Frage stellen sich viele, besonders wenn sie gerade erst mit Autoflower-Pflanzen in Berührung kommen. Die kurze Antwort ist – ja, du kannst Autoflower trainieren. Allerdings musst du spezielle Trainingsmethoden wählen, die für Autos geeignet sind. Reguläre Cannabispflanzen oder Photoperioden-Pflanzen können jede Art von Training vertragen, weil man warten kann, bis sich die Pflanze wieder erholt, selbst wenn ein Fehler passiert. Aber Autos wachsen nach einem bestimmten Alter oder Zeitraum und haben dafür nicht genug Zeit. Wähle sinnvolle Trainingstechniken mit Bedacht aus und du wirst reich belohnt. Wenn du dich jedoch für etwas entscheidest, das nicht zu Autos passt, wirst du mit kleinen Ernten enden. Daher gilt: Auch wenn du Autos richtig trainieren und großartige Erträge erwarten kannst, sind die ausgewählten Methoden entscheidend.

1. Warum Autoflower überhaupt trainieren?

Autoflower haben eine kurze Lebensdauer. Sie wachsen und blühen ziemlich schnell in einem Zeitraum von 2-3 Monaten, warum sollte man sie also überhaupt trainieren? Manche Grower trainieren ihre Autoflower tatsächlich gar nicht. Sie lassen sie frei wachsen und die Pflanzen entwickeln sich ganz normal. Solche Pflanzen haben oft eine dominante Haupt-Cola, die in der Regel schwer und voll mit Buds ist. Auch andere kleinere Colas sind vorhanden, aber sie kommen an die größte Haupt-Cola nicht heran.

Diese Struktur bringt an sich gute Ergebnisse. Lässt man die Pflanzen allerdings völlig frei wachsen, bleibt ein Teil ihres genetischen Potenzials und Ertrags ungenutzt. Außerdem können große zentrale Colas in bestimmten Umgebungen problematisch sein. Da sie so dicht sind, sind sie anfällig für Schimmel, wenn sie in einem feuchten Klima oder einem Gebiet wachsen, das gegen Ende der Saison viel Regen abbekommt. Nichts erschüttert Cannabis-Grower so sehr, wie eine große Cola zu öffnen und festzustellen, dass sie von innen durch Pilzhyphen zersetzt wird.

 

Kann man Autoflower trainieren? Warum Autoflower trainieren.

Ergebnisse des LST-Trainings bei Autoflower.
  

Wenn du Autos jedoch trainierst, kannst du die Pflanze dazu bringen, ihre Energie auf mehrere Colas zu verteilen. Dadurch erzielst du gleichmäßige Ergebnisse und größere Erträge, da du jetzt mehrere Colas mit vielen Buds hast. Aber ist das der einzige Grund, warum man Autoflower trainiert? Nein, es gibt noch einen wichtigen Grund. Du trainierst Autoflower, weil das Training dabei hilft, dass die Pflanze gleichmäßig und konsistent wächst. Das bedeutet, dass die Pflanze das zur Verfügung stehende Licht optimal nutzen kann. Alle Colas erhalten die gleiche Menge Licht.

Im Vergleich dazu wirst du bei einer Pflanze mit einziger Riesencola feststellen, dass alle anderen Zweige sehr kleine Buds, sogenannte Popcorn Buds, produzieren, weil sie zu wenig Licht bekommen. Es ist wie im Wald, wo große Bäume das meiste Licht abfangen und kleinere Pflanzen ums Überleben kämpfen. Wenn sichergestellt ist, dass alle Colas gleich viel Licht erhalten, kann man entspannt mit einer höheren Ernte rechnen. Natürlich erfordern Trainingstechniken Aufmerksamkeit, und du wirst gelegentlich Anpassungen vornehmen müssen, aber das lohnt sich wirklich.

2. Wann sollte man Autoflower trainieren?

Da du jetzt weißt, dass das Training von Autoflower gute Ergebnisse bringt, solltest du auch wissen, wann man sie trainiert. Merke dir eines: Autoflower können nur in der vegetativen Phase trainiert werden. Auf keinen Fall solltest du Autos während der Blüte trainieren, wenn du den Ertrag nicht schmälern willst. Warum? Wie alle anderen Pflanzen sind auch Autos während ihrer Blütephase empfindlich und sollten dann möglichst in Ruhe gelassen werden! Kleine, unbemerkte Fehler während der Blüte können die Ernte ruinieren. Am Ende steht dann eine verkümmerte Pflanze mit lockeren, enttäuschenden Buds.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Auch in der vegetativen Phase darf die Pflanze nicht zu stark trainiert werden. Autoflower haben eine kurze vegetative Phase (2–4 Wochen) und umfangreiches Training wird das Wachstum ganz sicher hemmen. Statt die Pflanze mit vier verschiedenen Techniken zu trainieren, solltest du dich für ein bis zwei Methoden entscheiden, um das Ergebnis zu maximieren.

3. Welche Technik eignet sich am besten zum Trainieren von Autoflower?

Der beste Weg, Autoflower zu trainieren, ist ohne Zweifel das Topping. Eine weitere Methode, die du nutzen kannst, ist das sogenannte FIMing. Beide Techniken ähneln sich sehr, zudem kannst du weitere Techniken neben dem Topping oder FIMing anwenden.

Topping

Topping ist eine Methode, bei der die Spitze der Pflanze abgeschnitten wird. Du kannst mit dem Topping beginnen, sobald die Pflanze mindestens 4–5 Blattpaare entwickelt hat. Schneide jedoch nicht zu früh, da du die Pflanze ansonsten zu sehr schockierst, solange sie noch zu jung ist. Und denke daran: Niemals während der Blütephase toppen. Das bedeutet, dass du etwa 3–4 Wochen Zeit hast, um die Pflanze zu toppen und ihr normales Wachstum zu ermöglichen. Es ist möglich, mehrmals zu toppen, während sich die Pflanze weiterentwickelt – doch damit muss Schluss sein, sobald die Pflanze beginnt, Pistillen zu bilden.

Manche Grower haben Angst, ihre Pflanzen zu toppen, aber das ist wirklich nicht so schlimm. Autos sind nicht so zerbrechlich wie oft angenommen. Du kannst sie toppen, ohne dir Sorgen machen zu müssen, solange du wartest, bis sie kräftig genug dafür ist. Durch das Topping erhältst du mehr Colas und ein gleichmäßiges Blätterdach, das leicht zu pflegen ist.

 

Kann man Autoflower trainieren? Topping vs FIMing

Topping vs. FIMing.
 

Wie wendet man das Topping bei Autoflower an? Sobald die Pflanze wächst, erscheinen die Keimblätter (Cotyledonen). Danach bilden sich die echten Blätter in Paaren. Sobald die Pflanze mindestens 4–5 Blattpaare entwickelt hat, nimm eine saubere Schere und schneide die Spitze der Pflanze in einer einzigen fließenden Bewegung ab. Desinfiziere unbedingt die Schere, sonst könnte sich die Pflanze infizieren. Was aber, wenn du dich verschneidest und es nicht schaffst, die Spitze korrekt abzutrennen? Oder wenn der Schnitt ungleichmäßig wird? Das nennt sich FIMing.

FIMing

FIM steht für „Fuck I missed“ und ist eine dem Topping sehr ähnliche Technik. Sie wurde von einem Grower entdeckt, der es nicht geschafft hatte, seine Pflanze korrekt zu toppen. Statt die Spitze vollständig abzutrennen, schnitt er sie sehr ungleichmäßig. Er war überzeugt, die Pflanze ruiniert zu haben, doch zu seiner Überraschung entwickelte diese viele neue Colas. So entstand FIMing. Die Technik ähnelt dem Topping, und du kannst eine der beiden Methoden anwenden, um mehr Colas zu erzielen. Während das Topping zwei Hauptcolas nach Entfernen der Spitze hervorbringt, erzeugt das FIMing mehrere verschiedene Colas. Wissenschaftlich betrachtet zwingt man die Pflanze dazu, ihre Energie auf die Spitze zu konzentrieren und gleichzeitig mehr Ressourcen an die Nebenachsen zu schicken. Nach dem Entfernen der Spitze bekommen die neuen Blätter unterhalb der Spitze mehr Licht und bilden zusätzliche Colas.

Wie funktioniert das FIMing? Es ist im Prinzip wie das Topping. Sobald die Pflanze etwa 4–5 Blattpaare gebildet hat, zwickst du die Spitze mit den Fingern ab. Du musst keine Schere verwenden, kannst sie aber verwenden, wenn du möchtest. FIMing entfernt die Spitze nicht ganz, aber selbst bei einem ungleichmäßigen Schnitt entstehen viele Colas mit schweren Buds. Genau wie beim Topping solltest du das FIMing in der vegetativen Phase anwenden. Über Training während der Blüte solltest du auf keinen Fall nachdenken.

4. Welche Technik kann mit Topping und FIMing kombiniert werden?

Eine Methode, die für Autos besonders geeignet ist, ist das LST. LST, oder Low-Stress Training, ist eine Methode, die die Pflanze leichtem Stress aussetzt. Der Stress ist jedoch gering und schadet der Pflanze nicht. Für das LST biegst du die Haupt-Cola seitlich herunter, zum Beispiel mit einem Kabelbinder oder Draht. Wiederhole diesen Vorgang, bis alle Zweige am Rand des Topfes angekommen sind. So stellst du sicher, dass alle Teile der Pflanze gleichmäßig Licht bekommen und sie entwickeln viele Buds. Denke daran, entweder Topping in Kombination mit LST oder FIMing gepaart mit LST anzuwenden. Aber übertreibe es nicht, denn zu viel Stress vertragen die Pflanzen nicht.



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