Weed in Irland: Cannabis-Rechtslage Guide
- 1. Cannabisgesetze in irland
- 1. a. Besitz
- 1. b. Verkauf
- 1. c. Anbau
- 2. Ist cbd in irland legal?
- 3. Ist es legal, cannabis-samen nach irland zu senden?
- 4. Medizinisches cannabis in irland
- 5. Industriehanf in irland
- 6. Geschichte und politik
- 6. a. Politik
- 7. Nützliche tipps
1. Cannabisgesetze in Irland
Irland, eine spektakuläre Insel mit etwas über 7 Millionen Einwohnern, ist bekannt für atemberaubende Landschaften und freundliche Gastfreundschaft. Als eines der beliebtesten Reiseziele Europas möchten viele, die die berühmte Smaragdinsel besuchen, alles über die Cannabisgesetze in Irland wissen. In diesem Artikel gehen wir tiefer auf das Thema Cannabis in Irland ein und geben dir alle wichtigen Details zu irischen Cannabisgesetzen, medizinischem Marihuana und weiteren relevanten Informationen. Starten wir mit der wichtigsten Frage: Ist Weed in Irland legal?
Besitz
Leider bleibt der Gebrauch von Marihuana in Irland illegal; allerdings ist ein gewisser Zugang zu medizinischem Cannabis seit 2014 möglich. Der Besitz von Cannabis ist derzeit durch das „Misuse of Drugs Acts“ (1977-2016) verboten. Je nach Menge Cannabis, die bei einer Person gefunden wird, gelten verschiedene Unterscheidungen. Zum Beispiel, ob das Marihuana zum Eigenbedarf ist oder mit der Absicht, es weiterzugeben. Wer mit geringen Mengen Cannabis erwischt wird, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 1.000 € rechnen (erste oder zweite Vergehen). Ist die Menge jedoch als „erheblich“ einzustufen, kann diese Strafe bei einer ersten Straftat auf 1.270 € und bei einer zweiten auf 2.540 € steigen.
Wer dreimal beim Besitz von Cannabis erwischt wird, muss mit einer Gefängnisstrafe von ein bis drei Jahren rechnen. Laut derzeitiger Gesetzeslage beträgt das Maximum für den Cannabisbesitz fünf Jahre Freiheitsstrafe plus einer Geldstrafe von bis zu 2.500 £. Leider bleiben die irischen Freizeit-Cannabisgesetze streng und veraltet, besonders im Vergleich zu progressiveren europäischen Ländern. Eine Legalisierung von Weed ist daher auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.
Verkauf
Wie auch der Besitz ist der Verkauf, Vertrieb und die Weitergabe von Cannabis in der Republik Irland ebenfalls illegal. Die Strafen hängen von den individuellen Umständen und der beschlagnahmten Menge ab. Normalerweise erwartet Dealer:innen eine Geldstrafe von bis zu 2.500 €. Zusätzlich wird eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr verhängt.

Abhängig von der beschlagnahmten Cannabis-Menge können die Strafen hart ausfallen, mit bis zu 14 Jahren Höchststrafe Gefängnis. Ab einem Marktwert von 13.000 € droht sogar eine Mindeststrafe von zehn Jahren.
Anbau
Wie zu erwarten, ist der Anbau von Cannabis in Irland ebenfalls illegal. Wer mit Pflanzen erwischt wird, muss mit Strafen wie oben beschrieben rechnen. Auch der Besitz und Gebrauch von Anbauausrüstung ist laut „Psychoactive Substances Act“ verboten.
2. Ist CBD in Irland legal?
Ja, CBD ist in Irland legal. Wie in anderen EU-Ländern darf CBD-Öl nicht mehr als 0,2 % THC enthalten und kann in vielen Health-Shops – vor allem in Dublin und anderen Regionen – legal gekauft werden. Trotz der Legalität stuft die irische Health Products Regulatory Authority (HPRA) CBD nicht als medizinisches Produkt ein. Daher dürfen Ärzt:innen CBD auch nicht verschreiben. Touristen sollten bei der Einreise eigene CBD-Produkte nicht mitbringen, da das weiterhin illegal ist.
3. Ist es legal, Cannabis-Samen nach Irland zu senden?
Ja, es ist erlaubt, Cannabis-Samen aus dem Ausland per Post nach Irland zu erhalten – aber es ist nicht erlaubt, sie zu keimen bzw. anzubauen. Anders gesagt dürfen in Irland gekaufte Hanfsamen nur zu „Sammelzwecken“ verwendet werden. Wie oben erwähnt, bleibt der Anbau trotz legaler Samen verboten. Dennoch gibt es Berichte über vermehrten Anbau in den letzten Jahren und Polizeirazzien auf diversen Cannabisfarmen. Der Straßenwert des 2020 beschlagnahmten Cannabis lag bei über 60 Millionen €.
4. Medizinisches Cannabis in Irland
Obwohl Irland 2014 die Nutzung von medizinischem Cannabis legalisierte, existiert im Vergleich zu anderen Ländern bislang keine eigenständige Branche dafür. 2014 wurde das Gesetz so geändert, dass lediglich ein Präparat – Sativex (heute Nabiximols) – für MS-Patienten als Mundspray zugelassen wurde.

Heute – acht Jahre später – ist medizinisches Marihuana auf nur vier cannabisbasierte Produkte beschränkt. Im Rahmen des „Medical Cannabis Access Programme“ kann ein:e medizinische:r Berater:in diese nur verschreiben, wenn herkömmliche Behandlungen wirkungslos geblieben sind. Den Regierungsrichtlinien zufolge sind folgende Krankheitsbilder potenziell zugelassen:
- Spastizität bei Multipler Sklerose
- Unbezwingbare Übelkeit und Erbrechen durch Chemotherapie
- Schwere, therapieresistente Epilepsie
Im Rahmen des Medical Cannabis Programme sind folgende Präparate erlaubt:
- Aurora High CBD Öl-Tropfen
- CannEpil (0,5 % THC, 10 % CBD)
- Tilray Oral Solution (1 % THC und 1 % CBD)
- Aurora Sedamen Softgels (5 mg THC pro Kapsel)
In den letzten Jahren wurden zwar Fortschritte erzielt, doch das irische Programm für medizinisches Cannabis steht dennoch unter Kritik – sowohl wegen eingeschränkten Zugangs als auch aufgrund geringer Auswahl an Präparaten. Ein Lichtblick kam im April 2021: Die Mitteilung, dass die Kosten für Rezepte künftig vom Gesundheitsministerium übernommen werden.
Allerdings beinhalten die aktuell zugelassenen Therapien keine Cannabisblüten oder Präparate mit hohem THC-Gehalt. Dies spiegelt wohl das Zögern der Regierung wider, chronische Schmerzen ins Programm aufzunehmen. Analyst:innen schätzen, dass die Erweiterung um Erkrankungen wie Parkinson oder Fibromyalgie den Marktwert auf 1,1 Mrd. € bis 2028 steigern könnte.
5. Industriehanf in Irland
Vieles über die Geschichte von Hanf in Irland stammt aus der Zeit der britischen Herrschaft (spätes 12. Jh. – frühes 20. Jh.). Bauern wurden im 16. Jahrhundert ermutigt, Land für Hanf zu reservieren. Im 20. Jh. sorgte die fortgesetzte Stigmatisierung von Cannabis dafür, dass die Regierung den Hanfanbau verbot – jahrzehntelang wurde auf der Insel kein Hanf mehr angebaut. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde das Gesetz angepasst; heute ist der Hanfanbau in Irland wieder erlaubt.
Für den legalen Hanfanbau braucht es eine jährlich erneuerbare Lizenz des Gesundheitsministeriums. Alle Felder und Plantagen dürfen nicht leicht einsehbar sein, und der THC-Gehalt der Pflanzen darf maximal 0,2 % betragen oder niedriger. Dennoch – trotz Legalisierung und wachsender Nachfrage durch CBD und Hanfprodukte – ist die irische Hanfbranche niemals richtig gestartet.

Laut Robert Johnson von der Hemp Cooperative Ireland wünscht sich die Landwirtschaft mehr Möglichkeiten, Hanf zu kultivieren. Doch der Mangel an Infrastruktur und fehlende Märkte führen zu einer Art „Teufelskreis“. Da der europäische Markt für medizinisches Cannabis aber exponentiell wächst, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch Irlands Hanfbranche aufblüht.
6. Geschichte und Politik
In irischen Quellen wird Cannabis zuerst im Zusammenhang mit Hanfanbau erwähnt. Als Königin Elisabeth I. im 17. Jahrhundert die Macht übernahm, forderte sie irische Bauern auf, mehr Hanf anzubauen. Der irische Textilsektor produzierte bereits Hanffasern für den Export neben Wolle. Um die Hanfproduktion zu steigern, wurden irische Wollvorräte von den Engländern beschlagnahmt. Hanffasern wurden u. a. für Segel, aber auch für Galgenseile für irische Rebellen genutzt. Im 19. Jahrhundert wurde Hanf aber nicht mehr als Unterdrückungswerkzeug gesehen, sondern als Chance für die heimische Wirtschaft. 1866 veröffentlichte der irische Gelehrte George Sigerson die Broschüre „Cannabiculture in Ireland; its profit and possibility“, in der das wirtschaftliche Potenzial erläutert wurde.
Auch der angesehene Arzt William O’Shaughnessy erkannte früh die medizinischen Möglichkeiten von Cannabis. Der Londoner Chirurg und spätere Chemieprofessor am Medical College in Kalkutta beobachtete, wie Inder Cannabis medizinisch nutzten. Durch sein Wirken wurde die Heilwirkung von Cannabis auch in Irland bekannter. Doch wurde Weed 1934 kriminalisiert: Das entsprechende Gesetz trat 1937 in Kraft und verbot Cannabis und Harz.
Bis heute ist Cannabis illegal, doch die Nutzung ist – besonders bei der Jugend – relativ weit verbreitet. 2016 gaben in einer Studie 39,3 % Teenager (15–18 Jahre) an, schon mal konsumiert zu haben. Irland liegt unter den europäische Top 10 beim Gesamtkonsum. Während Cannabis sein Stigma nicht ganz ablegen kann, zeigt die hohe Akzeptanz für medizinisches Marihuana einen Wandel der Einstellung.
Politik
Die Nutzung von medizinischem Cannabis ist in Irland weit weniger umstritten als noch vor einigen Jahren, doch politisch ist das Land beim Thema Cannabis weiterhin gespalten. Das Journal berichtete 2018, dass die Green Party die Entkriminalisierung von Cannabis forderte, da das Gesetz „anständige Menschen zu Kriminellen gemacht“ habe. Im April dieses Jahres wollte People Before Profit (PPP), eine irische Partei, einen Gesetzesentwurf zur Entkriminalisierung von Cannabis im Dáil – dem Unterhaus des irischen Parlaments – einbringen. Gino Kenny erklärte:
„...Es gibt keinen Grund dafür, dass Cannabis illegal ist, während Alkohol erlaubt ist... Cannabis sollte legalisiert, erforscht und richtig reguliert werden...“ Er fügte hinzu, dass andere Länder bereits erfolgreiche Legalisierungen umgesetzt hätten und Irland dem folgen sollte.
Doch die Legalisierung von Cannabis bleibt ein umstrittenes Thema, bei dem die Parteien häufig ihre Meinung wechseln. Die oben genannte Green Party schlug einst sogenannte Amsterdam-„Coffeeshops“ für legalen Konsum und Verkauf vor.

In seiner aktuellen Funktion als Verkehrsminister signalisiert Eamon Ryan jedoch, dass die Green Party das PPP-Gesetz nicht unterstützen wird – wegen Bedenken über potente Strains und Konsum durch jüngere Menschen. Trotz vielfältiger politischer Diskussionen ist die Legalisierung von Cannabis in Irland auf absehbare Zeit kaum wahrscheinlich.
7. Nützliche Tipps
Planst du einen Sommertrip zur Smaragdinsel? Irland ist ein großartiges Land – herzlich, offen und gesellig. Die Iren feiern gerne, jedoch bleibt Cannabisgebrauch – obwohl verbreiteter als früher – eher im Untergrund. Alkohol ist kulturell viel akzeptierter, während Cannabisnutzer:innen noch immer stigmatisiert werden.
Irland bewegt sich jedoch – wie viele europäische Länder – langsam in Richtung einer liberaleren Cannabis-Politik. Bis zu 20 % der jungen Erwachsenen sollen im letzten Jahr mindestens einmal konsumiert haben. Das Land liegt in Europa auf Platz 7 zusammen mit Deutschland und Großbritannien bei den regelmäßigen Konsument:innen.
| Cannabis-Konsum im letzten Jahr in der Gesamtbevölkerung – Daten von 2020 | |
|---|---|
| Land | Prozentsatz der Cannabis-Konsumenten |
| Tschechische Republik | 11,1% |
| Frankreich | 11% |
| Spanien | 10,5% |
| Kroatien | 10,2% |
| Italien | 10,1% |
| Niederlande | 10,1% |
| Finnland | 8,2% |
| Großbritannien | 7,1% |
| Deutschland | 7,1% |
| Irland | 7,1% |
| Portugal | 6,9% |
Bemerkenswert ist aber, dass im Jahr 2019 75 % der drogenbezogenen Festnahmen in Irland ausschließlich wegen Cannabisbesitz erfolgten. Wir vermuten daher, dass Cannabisfreunde auch in Irland – vor allem in Dublin oder Studentenstädten wie Cork – meist leicht fündig werden. Angesichts strenger Gesetze empfehlen wir aber, eher zum feinen Whiskey oder schweren Guinness statt zu Dutch Weed zu greifen. Wer sich für weltweite Cannabisgesetze interessiert, schaut am besten auch in den umfangreichen Fast Buds Blog-Bereich – dort findest du aktuelle Cannabis-News, Grow-Tipps und vieles mehr.
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