Weed in Jamaika: Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis

02 September 2022
„Ist Weed in Jamaika legal?“ – Diese Frage stellen sich viele Cannabisliebhaber, wenn sie dorthin reisen. Wir klären auf!
02 September 2022
8 min read
Weed in Jamaika: Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis

Inhalt:
Weiterlesen
  • 1. Ist weed in jamaika legal?
  • 1. a. Besitz
  • 1. b. Verkauf
  • 1. c. Anbau
  • 2. Ist cbd in jamaika legal?
  • 3. Dürfen cannabis-samen nach jamaika verschickt werden?
  • 4. Medizinisches cannabis in jamaika
  • 5. Industrieller hanf in jamaika
  • 6. Geschichte und politik
  • 7. Politik
  • 8. Nützliche hinweise

Als Heimat von Bob Marley, einem der berühmtesten Cannabiskonsumenten des 20. Jahrhunderts, hat Jamaika in Sachen Marihuana einen besonderen Ruf. Bekannt als Insel, wo Cannabis scheinbar überall erhältlich ist, könnte es dich überraschen, dass die Cannabisgesetze in Jamaika nicht ganz so locker sind, wie es die Popkultur vermuten lässt. In diesem Artikel tauchen wir tief in das Thema Weed in Jamaika ein, erklären die Cannabisgesetze des Landes, die lange Geschichte mit der Pflanze und alle weiteren wichtigen Details!

Ist Weed in Jamaika legal?

Entgegen vieler Annahmen ist Cannabis in Jamaika nicht vollständig legalisiert und vor 2015 war der Gebrauch oder Besitz von Marihuana in Jamaika illegal. Bis zur Änderung der Gesetzgebung konnte man beim Besitz von Cannabis in Jamaika mit einer Gefängnisstrafe und einer Geldbuße von bis zu 100 US-Dollar pro Unze rechnen. Die Haftstrafen reichten meist von ein bis fünf Jahren – je nach Tatbestand.

Besitz

Obwohl die Verbindung zwischen Cannabis und Jamaika stark ist, ist Weed dort noch nicht so legal wie in Ländern wie Kanada oder Uruguay. Allerdings hat die Regierung Jamaikas 2015 das Dangerous Drugs Act überarbeitet – dadurch wurde der Besitz von Cannabis für den Eigenbedarf entkriminalisiert. Nach der neuen Gesetzeslage muss niemand, der mit bis zu zwei Unzen (oder weniger) Marihuana erwischt wird, mit Festnahme, Gerichtstermin oder Eintrag ins Führungszeugnis rechnen. Stattdessen wird eine kleine Geldstrafe verhängt, ähnlich wie bei Verkehrsverstößen. Man hat bis zu dreißig Tage Zeit, um die Strafe von 500 J$ bei einem beliebigen Finanzamt zu zahlen.

Wer jedoch mit mehr als zwei Unzen erwischt wird, unterliegt weiterhin den gleichen strafrechtlichen Konsequenzen wie früher. Selbst bei persönlichem Gebrauch drohen hohe Geldstrafen und eine mögliche Gefängnisstrafe sowie ein Eintrag ins Strafregister. Zudem ist das Konsumieren von Cannabis in öffentlichen Bereichen oder innerhalb von fünf Metern davon verboten. Zu diesen Orten zählen Bars und Restaurants, touristische Einrichtungen, Arbeitsplätze, Behörden und sonstige öffentlich zugängliche Bereiche. Eine Ausnahme macht das Gesetz nur für Rastafari, denen der Konsum von Marihuana aus religiösen Gründen gestattet ist – aber auch nur in offiziell als Rastafari-Gebetsstätten registrierten Bereichen.

Verkauf

Trotz der Entkriminalisierung des Besitzes ist der Verkauf und die Abgabe von Cannabis zu Freizeitzwecken in Jamaika weiterhin verboten. Obwohl die Änderungen im Dangerous Drugs Act 2015 Cannabis für den Eigenbedarf entkriminalisierten, wurden zeitgleich die Strafen für Verkauf oder Handel mit Marihuana verschärft. Für medizinische, wissenschaftliche oder Forschungszwecke jedoch können jamaikanische Unternehmen eine Einzelhandelslizenz beantragen – dies muss von der Cannabis Licensing Authority (CLA) genehmigt werden.

Im Zuge der Gesetzesänderung wurde die CLA gegründet, um die medizinische Cannabisbranche zu überwachen und zu regulieren. Als Teil des Ministeriums für Industrie, Handel, Landwirtschaft und Fischerei (MICAF) ist sie auch für die Verwaltung des Cannabisanbaus zu Forschungszwecken und für die Hanf-Industrie des Landes zuständig.

Anbau

Ebenfalls mit dem Gesetz von 2015 legalisierte die Regierung Jamaikas den Anbau von Marihuana für den Eigenbedarf. Nach der neuen Gesetzeslage darf jeder Haushalt bis zu fünf Cannabispflanzen legal anbauen. Während der private Anbau kleiner Mengen also erlaubt ist, bleiben größere oder kommerzielle Anbauprojekte ohne Lizenz weiterhin illegal.

 

Weed in jamaica: growing

Obwohl illegal, gibt es über 5.000 Hektar, die dem Cannabisanbau in Jamaika gewidmet sind.
 

Trotz Verbot ist der Cannabisanbau in Jamaika weit verbreitet. Über 5.000 Hektar und mehr illegaler Marihuana-Anbau werden jedes Jahr angebaut oder geerntet. Um bestehende Grower in den legalen, lizenzierten Markt zu überführen, startete die Regierung 2017 ihr „Alternative Development Programme“.

Obwohl die Regierung den illegalen Cannabisanbau einschränken möchte, bleibt der Fortschritt schleppend. Stand letztes Jahr wurden von der CLA weniger als 100 Anbaulizenzen erteilt – mehrere hundert weitere sind noch im vorläufigen Status.

Angesichts der kulturellen Bedeutung von Cannabis-Anbau und -Konsum bleibt abzuwarten, wie erfolgreich die Regierung letztlich gegen den illegalen Anbau auf der Insel vorgehen kann.

Ist CBD in Jamaika legal?

Ja, CBD- und aus Hanf gewonnenen CBD-Produkte gelten als legal, solange der THC-Gehalt einen bestimmten Grenzwert nicht überschreitet. Allerdings gibt die jamaikanische Regierung keinen genauen Prozentsatz an. Der CBD-Markt steckt aber insgesamt noch in den Kinderschuhen, und CBD-Produkte sind meist teuer und schwer erhältlich.

Dürfen Cannabis-Samen nach Jamaika verschickt werden?

Ja, Cannabis-Samen können legal per Post ins Land gesendet werden. Früher war das verboten, doch durch die Gesetzesreform 2015 wurden Samen legalisiert, um den privaten Anbau von bis zu fünf Pflanzen zu erlauben.

Medizinisches Cannabis in Jamaika

Wie in vielen Teilen der Welt setzt sich auch auf Jamaika zunehmend die Erkenntnis durch, dass Cannabis einen hohen medizinischen Nutzen für verschiedene Erkrankungen bieten kann. Seit der Gesetzesänderung von 2015 ist der Import von Cannabisprodukten für medizinische Zwecke erlaubt. Medizinisches Cannabis ist in Jamaika jetzt für bestimmte Patienten zugänglich. Nach der neuen Gesetzeslage dürfen folgende Personengruppen medizinisches Cannabis nutzen:

  • Krebs
  • Unheilbare Krankheiten
  • Schwere chronische Erkrankungen 

Um Zugang zu medizinischem Cannabis zu erhalten, benötigen Patienten eine offizielle Bescheinigung eines registrierten Arztes, die ihre Krankheit bestätigt. Der Arzt muss explizit medizinisches Cannabis für die Erkrankung empfehlen; alle Importe müssen den örtlichen Gesetzen entsprechen. Mit wachsendem Zugang eröffnete 2018 die erste medizinische Apotheke auf Jamaika, mittlerweile gibt es mehrere weitere auf der Insel. Außerdem eröffnete in Jamaika die weltweit erste Cannabis-Apotheke in einem Resort – dem berühmten Hedonism II Resort in Negril.

 

Weed in jamaica: medicinal cannabis

Medizinische Nutzer können medizinisches Cannabis verschrieben bekommen, aber alle Produkte müssen den lokalen Gesetzen entsprechen.
 

War medizinisches Cannabis einst stark verpönt, unterstreicht die Eröffnung einer Cannabisapotheke in einer weltberühmten Ferienanlage den tiefgreifenden Wandel der gesellschaftlichen Einstellung in den letzten 10-15 Jahren.

Wer Jamaika besucht, kann ebenfalls medizinisches Cannabis konsumieren, muss jedoch vorab eine Genehmigung beantragen. Um die Erlaubnis zu erhalten, ist ein Rezept oder Nachweis einer entsprechenden Empfehlung eines Arztes erforderlich. Alternativ kann auch eine freiwillige Erklärung über den Gesundheitszustand eingereicht werden. Nach Erteilung der Genehmigung ist der Kauf von bis zu zwei Unzen Cannabis für medizinische Zwecke gestattet.

Industrieller Hanf in Jamaika

Hanf kann auf Jamaika legal angebaut werden – eine bedeutende Hanf-Industrie ist auf der Insel aber bislang kaum zu finden, da sich die Landwirte eher auf Cannabisanbau verstehen.

Seit der Änderung des Dangerous Drugs Act 2015 gilt Hanf als Cannabis-Pflanze mit einem THC-Gehalt von unter 1%. Hanf wird als Faserrohstoff betrachtet und kann vielseitig genutzt werden. Der Anbau, Handel, Import, Export und die Verarbeitung werden von der CLA überwacht, doch trotz Legalität gibt es keine Bestrebungen zum großflächigen Hanfanbau; die Produktion ist auf wenige kleine Farmen beschränkt.

Geschichte und Politik

Das Bild von Bob Marley, wohl dem bekanntesten Sohn der Insel, gehüllt in Jamaika-Farben und mit dickem Joint, kennt wohl jeder. Doch trotz einer engen Verbindung zur Cannabiskultur soll die Ankunft von Marihuana auf Jamaika erst im 19. Jahrhundert stattgefunden haben.

International als Insel der Kiffer bekannt zu sein, ist ein Stereotyp, gegen das Jamaika lange ankämpfte – was die strikten Cannabisgesetze bis vor wenigen Jahren erklärt. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts war die Pflanze Teil der Gesellschaft; parallel entstand die Rastafari-Bewegung.

1913 beschlossen jedoch die weiße Elite und evangelikale Gruppen das „Ganja-Gesetz“, um den Cannabiskonsum einzudämmen. Es verbot nicht nur den Konsum, sondern gab den Behörden ebenfalls das Recht, gegen Verstöße Gewalt anzuwenden. Trotzdem setzte sich der Cannabiskonsum fort, viele Jamaikaner sahen das Gesetz nur als weiteren Ausdruck kolonialer Unterdrückung. Erst 2015 folgte die Entkriminalisierung, auch um der Rastafari-Bevölkerung einen legalen Zugang für religiöse Zwecke zu verschaffen.

Glücklicherweise gehören die dunklen Zeiten der Verfolgung heute weitgehend der Vergangenheit an, denn die Entkriminalisierung hat die Einstellung gegenüber Cannabis im Land und in der Politik spürbar gelockert.

Politik

Mit dem gesellschaftlichen Wandel, besonders im Hinblick auf medizinisches Cannabis, wird Jamaika künftig wohl stärker auf den Anbau und die Nutzung dieses wirtschaftlichen Potenzials setzen.

In den letzten Jahren hat die Regierung enge Beziehungen zu anderen Ländern, darunter das canna-freundliche Kanada, geknüpft. Durch Fachwissen der lokalen Farmer und das ideale Klima scheint eine Ausweitung des Cannabisanbaus für ein Land mit starken sozialen Problemen unausweichlich.

 

Weed in jamaica: politics

Eine völlige Legalisierung könnte schon bald folgen.
 

In einem Land, das einst beim Thema Cannabis stark gespalten war, sind die Einstellungen heute größtenteils offen und fortschrittlich – eine vollständige Legalisierung ist wohl keine Frage von Jahrzehnten mehr. Einführung von medizinischem Cannabis und die Erlaubnis für den Anbau zuhause sind starke Hinweise darauf, dass bald auch Freizeitkonsum legal werden könnte.

Früher noch skeptisch, gelten Jamaikas Cannabisgesetze heute sogar als fortschrittlich – zumindest im weltweiten Vergleich.

Nützliche Hinweise

Obwohl Jamaika als Wiege des Cannabis gilt, ist der Konsum nicht so verbreitet, wie man vielleicht denkt. Das Land liegt deutlich hinter anderen Ländern wie den USA oder Frankreich, was den Anteil der regelmäßigen Nutzer betrifft. Die folgende Tabelle zeigt: Jamaika gehört mit nur 7,2% regelmäßigen Konsumenten weltweit nicht einmal zu den Top 10.

 

Liste des Office of Drugs and Crime – Top 10 Länder mit dem höchsten Marihuanakonsum

Land   Anteil der Bevölkerung, der regelmäßig Cannabis konsumiert 
Island   18,3%
  Vereinigte Staaten   16,3%
Nigeria   14,3%
Kanada   12,7%
Chile   11,83%
Frankreich   11,1%
  Neuseeland    11%
Bermuda   10,9%
Australien   10,2%
Sambia   9,5%

 

Wer nach Jamaika reist (oder dort lebt), merkt schnell: Cannabis ist fast überall erhältlich, lokal oft als „Fifty Bag“ bezeichnet (rund 0,33 EUR pro Gramm) – in jeder Bar, jedem Shop oder sogar am Strand. Aktuell gibt es nur wenige Apotheken auf der Insel, meist an bekannten Touristenorten wie:

  • Montego Bay
  • Negril
  • Ocho Rios
  • Kingston 

Der einzige legale Weg, Cannabis zu kaufen, führt über die lizenzierten medizinischen Abgabestellen an diesen Orten.

Rauchen in der Öffentlichkeit ist verboten, der Konsum im Hotel in ausgewiesenen Bereichen jedoch meist erlaubt. Cannabis-Touren in atemberaubender Natur sind ebenfalls möglich – ja, wirklich! Die vollständige Legalisierung wie in Kanada, den USA oder Uruguay gibt es aber noch nicht. Wer Jamaika besucht, kann sich dennoch sicher sein: Die feinsten Kräuter und spektakuläre Aussichten bleiben nicht verborgen.

 

Vergiss nicht, im Fastbuds Blog vorbeizuschauen – dort findest du alle Regeln und Gesetze rund um Cannabis aus anderen Ländern weltweit. 



Comments

New Comment
Noch keine Kommentare