Welcher Lichtzyklus ist am besten für Autoflower?
- 1. 24/0 lichtzyklus
- 2. 18/6 lichtzyklus – der beste lichtzyklus für autoflowering-sorten
- 3. 20/4 lichtzyklus
- 4. Brauchen autoflower dunkelheit?
- 5. Autoflower outdoor anbauen
- 6. Das richtige lichtspektrum zum richtigen zeitpunkt ist ebenso wichtig
- 7. Fazit
Im Cannabis-Universum hat Ruderalis die Antwort auf viele Probleme. Es ist vielleicht die beste Entdeckung seit Fladenbrot – und das aus mehreren Gründen. Zum einen wachsen sie schnell, zum anderen benötigen sie kaum Planung. Photoperiodische Sorten beginnen erst dann mit der Blüte, wenn die Dunkelheitsperiode länger wird, während Autoflower für ihre Arbeit auf kein solches Signal angewiesen sind. Sie bilden einfach nach einer gewissen Zeit Buds, anstatt sich einem bestimmten Hell/Dunkel-Zyklus zu unterwerfen. Das bedeutet aber nicht, dass sie kein Licht brauchen. Wie alle anderen Pflanzen sind sie auf Licht angewiesen, um Nahrung zu produzieren. Abgesehen von ihrer Fähigkeit, automatisch zu blühen, ähneln sie normalen Pflanzen. Sie benötigen gutes Sonnenlicht oder eine andere Beleuchtungsquelle, um gute Erträge zu erzielen. Der Beleuchtungsplan ist also ein wichtiger Faktor, besonders, wenn du sie drinnen anbaust.
Ausreichende Beleuchtung ist beim Anbau von Cannabis und Pflanzen im Allgemeinen eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Variable. Wie du dich aus dem Biologieunterricht erinnerst, brauchen Pflanzen Licht für die Photosynthese. Dieser Prozess wandelt Licht in Zucker um, der weiter zu ATP abgebaut wird – der Energieeinheit der Zelle. Dank dieses Moleküls können wichtige physiologische Prozesse stattfinden, die die Pflanze zum Wachsen, Überleben und Gedeihen braucht. Allerdings profitiert Cannabis nicht nur in Bezug auf die Energieproduktion von der Photosynthese.
Überraschenderweise leiten sie einen großen Teil dieses Zuckers und anderer Verbindungen wie Aminosäuren in den Boden weiter. Das mag auf den ersten Blick nach einer schrecklichen Verschwendung wichtiger Ressourcen erscheinen, aber dieser Mechanismus trägt entscheidend zur Gesundheit der Pflanze bei. Denn Pflanzen setzen diese Verbindungen ein, um nützliche Mikroben anzulocken. Zum Beispiel werden bestimmte Bakterien von diesen Energiequellen angezogen, manche werden von Prädatoren getötet und setzen dadurch Stickstoff und weitere Mineralien unmittelbar an den Pflanzenwurzeln frei. Cannabispflanzen sind auch dafür bekannt, ganze Bakterienzellen aufzunehmen. Einmal in den Wurzeln angekommen, bauen sie deren Zellwände ab und nehmen den enthaltenen Stickstoff auf. Zusätzlich nutzen Cannabispflanzen Zucker im Boden, um symbiotische Beziehungen zu bestimmten Pilzarten aufzubauen. Diese Pilze liefern im Gegenzug Nährstoffe und Wasser direkt an die Wurzeln der Pflanze.
Mit diesen erstaunlichen Fakten im Hinterkopf weißt du nun, wie wichtig Licht beim Anbau von hochwertigem Weed wirklich ist. Neben der Lichtintensität musst du auch den optimalen Lichtzyklus einstellen, um die größten und kräftigsten Buds zu erzielen. Es gibt keinen festgelegten Lichtzyklus für Autoflower; Grower wählen das, was für sie am besten passt. Du kannst also ausprobieren, deine Pflanzen verschiedenen Lichtzyklen auszusetzen, und den perfekten Zyklus für dich finden. Lies weiter und erfahre, welcher Lichtzyklus für Autoflower die besten Erträge liefert.
1. 24/0 Lichtzyklus
Was ist also ein Autoflower und welcher Zyklus ist der beste? Viele Grower schwören darauf, ihren Autoflower-Sorten 24 Stunden Licht zu geben. Ihrer Meinung nach gedeihen die Pflanzen am besten, wenn sie durchgehend beleuchtet werden. Technisch gesehen wachsen die Pflanzen bei einem 24/0 Lichtzyklus besser, da Cannabis während der Photosynthese Kohlendioxid aufnehmen kann, was es zu einer C3-Pflanze macht.
Außerdem wächst Ruderalis seit Jahrhunderten in der nördlichen Hemisphäre. In manchen Regionen ist es ganz normal, dass die Pflanzen 24 Stunden ununterbrochenes Sonnenlicht erhalten – daher können Autoflower durchaus damit umgehen.
Aber ganz gleich, welche Pflanze du anbaust – Autoflower oder Photoperiod – sie alle brauchen wie jedes Lebewesen Ruhe. Stell dir vor, du würdest 24 Stunden am Stück arbeiten! Alle Pflanzen brauchen Ruhephasen, um sich von Schäden zu erholen. Auch Autoflower benötigen ihren Schönheitsschlaf, um optimal zu funktionieren.

Zudem kann durchgehendes 24-Stunden-Licht die Lebensdauer deiner Lampe verkürzen. Selbst hochwertige Markenleuchten können auf Dauer Schaden nehmen, wenn sie ständig ohne Pause laufen. Anfangs wirst du keine Unterschiede bemerken, aber im Laufe der Zeit treten verschiedene Probleme auf, unter anderem durch Hitzeentwicklung. In besonders heißen Klimazonen ist es fast unmöglich, 24 Stunden Licht zu bieten, es sei denn, du hast eine Klimaanlage installiert. Beispielsweise, wenn es im Sommer zu heiß wird, sollten die Pflanzen lieber ausruhen, bis die Temperaturen sinken. Und ganz nebenbei sparst du Geld, wenn du die Lampen ausschaltest. Einige Stunden täglich summieren sich im Laufe der Zeit deutlich.
Versuch, zwei Pflanzen unter verschiedenen Lichtzyklen zu kultivieren. Die Pflanze mit 24 Stunden Licht wächst anfangs vielleicht besonders kräftig, doch das Wachstum verlangsamt sich später. Ohne jegliche Ruhephasen sinkt die Produktivität. Der Unterschied ist auch beim Ertrag erkennbar; Pflanzen ohne Ruhe produzieren weniger Buds. Dennoch bauen viele Grower erfolgreich Pflanzen unter 24-Stunden-Licht an. Sie vertreten die Meinung: je mehr Licht, desto besser der Ertrag. Allerdings ist dieses System nicht so produktiv wie der folgende Lichtzyklus.
2. 18/6 Lichtzyklus – Der beste Lichtzyklus für Autoflowering-Sorten
Der 18/6-Lichtzyklus ist vermutlich der meistgenutzte Zyklus unter Growern. Das Praktische daran ist, dass mehr als 14 Stunden Licht für das volle Potenzial der Pflanzen bereitgestellt werden, aber gleichzeitig auch sechs Stunden Erholung möglich sind. Schon mit sechs Stunden Dunkelheit oder Ruhezeit hat die Pflanze genug Gelegenheiten, sich zu erholen und normal weiterzuwachsen. Ideal für Anfänger, die von Autoflowering-Sorten eingeschüchtert sind.
Autoflower sind darauf programmiert, so schnell wie möglich zu wachsen und starten direkt durch. Es ist wichtig, Stress zu vermeiden, da die Pflanze sich sonst nur schwer erholen kann. Im 24/0-Zyklus gibt es keine Zeit, das Gleichgewicht wiederzufinden – der 18/6-Zyklus bietet sechs Stunden Regenerationszeit.

Auch die Lampen profitieren von einer kurzen Pause, anstatt permanent in Betrieb zu sein. Das gilt ebenfalls für andere Geräte wie Klimaanlagen, Ventilatoren und sonstige Elektronik, die das Klima im Growraum steuern. Mit kurzen Ruhezeiten halten die Geräte meist deutlich länger.
Zu guter Letzt sparst du Geld selbst bei nur 6 Stunden weniger Licht täglich. Das sind sage und schreibe 180 Stunden weniger Licht pro Monat! Die Pflanzen im 18/6-Zyklus wachsen hervorragend, also reduzierst du deinen Stromverbrauch um 180 Stunden im Monat. Betrachtet man es so, erscheint der 18/6-Zyklus definitiv als bessere Wahl, oder? Daher ist der 18/6-Zyklus unserer Meinung nach perfekt für autoflowering Cannabispflanzen.
3. 20/4 Lichtzyklus
Was, wenn du dich nicht zwischen 24/0 und 18/6 entscheiden kannst? Du möchtest, dass die Pflanzen so viel wie möglich wachsen. Du bist überzeugt, dass 24/0 sinnvoll wäre – aber ein Zweifel bleibt. Logisch ist, dass Pflanzen mindestens 6 Stunden Schlaf brauchen, um am nächsten Tag weiterzuwachsen.

Andererseits erscheint dir 18/6 zu wenig. Du besitzt Top-Equipment und bist sicher, dass deine Lampen, Lüfter und anderes Gerät problemlos durchhalten. Also, was tun? Wer sich nicht entscheiden kann, wählt den 20/4-Zyklus. So erhält die Pflanze reichlich Licht, bekommt aber immerhin 4 Stunden Ruhe – vielleicht funktioniert das für dich. Am besten findest du die optimale Methode durch Ausprobieren heraus, auch wenn 18/6 meist sinnvoller wirkt.
4. Brauchen Autoflower Dunkelheit?
Rein technisch benötigen Autoflower keine Dunkelheit, da Ruderalis sich in der Wildnis gelegentlich an 24 Stunden Tageslicht gewöhnt hat, je nach Saison. Sie können in jedem Lichtzyklus wachsen, solange es temperaturmäßig passt. Selbst in der Natur ist Ruderalis nicht auf Licht zur Initiierung der Blüte angewiesen. Die Pflanze beginnt zu blühen, sobald sie eine gewisse Größe erreicht und ein paar Seitenzweige gebildet hat.
Wie bereits erwähnt, kann ein 24/0-Zyklus aber stressig für Pflanzen sein. Auch dem Grower bleibt kaum Spielraum bei Fehlern. Die Pflanze hat keine Zeit, sich zu erholen – sie braucht also länger, um sich zu regenerieren. Ruderalis in der freien Natur hat sich daran angepasst und keinerlei Probleme damit, aber das sind nicht die Samen, die du anbaust. Die heute erhältlichen Autoflower-Sorten sind widerstandsfähig, resistent gegen viele Krankheiten und passen sich fast überall an, aber sie sind nicht mit Wildpflanzen vergleichbar. Außerdem benötigen Pflanzen laut Empfehlungen für bestimmte Stoffwechselvorgänge zumindest einige Stunden Dunkelheit – daher ist 18/6 ein sehr ausgeglichener Zyklus.
5. Autoflower Outdoor anbauen
Nach all den Argumenten über Lichtzyklen beim Indoor-Anbau stellt sich die Frage nach dem richtigen Zyklus für Pflanzen draußen. Manche Grower möchten das Beste für ihre Schützlinge und mischen verschiedene Methoden – zum Beispiel lässt man die Pflanzen morgens das Sonnenlicht aufnehmen und bringt sie abends ins Haus. So sorgt man für maximale Ausnutzung des Lichts und spart zugleich Geld. Diese Methode kann für einige funktionieren, ist aber in den meisten Fällen überflüssig. Autoflower wachsen auch bestens im Freien, selbst wenn sie nur 12 Stunden Sonnenlicht bekommen. Vegetative und Blüte-Phase können sich dadurch etwas verlängern, aber das Wachstum oder der Ertrag werden nicht wesentlich beeinträchtigt. Sonnenlicht ist einfach das Natürlichste und selbst die besten LED-Lampen können damit nicht mithalten.
Künstliche Lampen sind großartig und ermöglichen Anbau ohne Sonne, aber echtes Sonnenlicht ist unschlagbar. Die Pflanzen extra ins Haus zu bringen, bringt kaum Vorteile – vor allem, wenn sie tagsüber viel Sonnenlicht abbekommen. Hinzu kommt, dass ständiger Wechsel der Lichtquelle die Pflanzen verwirren kann. Und ganz ehrlich: Das verursacht auf Dauer nur Kopfschmerzen. Wer draußen anbaut, lässt die Pflanzen am besten einfach draußen genießen – selbst ein paar Stunden echtes Licht reichen aus, um erstaunliche Erträge zu erzielen.
6. Das richtige Lichtspektrum zum richtigen Zeitpunkt ist ebenso wichtig
Die richtige Beleuchtung beim Cannabis-Anbau hängt nicht nur davon ab, wann die Lampen an- oder ausgeschaltet sind. Entscheidend ist auch, welches Lichtspektrum zur Verfügung steht. Cannabisanbau – wie auch der Anbau der meisten anderen Pflanzen – erfordert je nach Lebensphase unterschiedliche Teile des Lichtspektrums. Unsere Sonne strahlt das komplette Sichtbare und noch weit darüber hinaus ab, aber Beleuchtungslösungen für Indoor-Grows sind meist auf einen bestimmten Bereich ausgerichtet. Bei HID-Beleuchtung trifft das besonders zu, im Gegensatz zu modernen LED-Panels. Deswegen setzen Indoor-Grower während der vegetativen Phase eine MH-Lampe (Metallhalogenid) ein und wechseln zur HPS-Lampe (Natriumdampf) zur Blüte – auch wenn LED-Panels zunehmend HID-Leuchten verdrängen und zum neuen Standard werden.

Im Bereich HID erzeugen MH-(Metallhalogenid-)Lampen eher „blaues“ Licht, das perfekt in das für die Wachstumsphase benötigte Spektrum fällt. Draußen findet diese Phase im Frühjahr und Sommer statt, wenn die Sonne höher steht und mehr bläuliche Wellenlängen bis zur Erde dringen. In der Blütephase wird dann auf HPS-Lampen (Hochdruck-Natrium) umgestellt. Die rötlicheren Wellenlängen ähneln dem Sonnenlicht im späten Sommer und Frühherbst und fördern die Ausbildung dichter Blüten.
Wie oben erwähnt, steigen immer mehr Profis auf LED-Panels um. Diese bieten viele Vorteile, allen voran die Möglichkeit, das Lichtspektrum gezielt anzupassen. Mithilfe von UV-Dioden lässt sich z. B. die Cannabinoid-Produktion sowie das Trichomwachstum und die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten gezielt steigern. LEDs bieten weitere Vorteile: Kaum Abwärme, was die Umgebungssteuerung erleichtert, deutlich geringerer Stromverbrauch, weniger Wartung und inzwischen auch ähnliche Lichtdurchdringung wie die besten HID-Leuchten. Allerdings solltest du dich vor der Flut billiger LED-Panels auf dem Markt in Acht nehmen!
Die Anschaffungskosten für hochwertige LEDs sind zwar noch höher als für HID-Kits, aber diese machen sich durch geringeren Strom- und Wartungsbedarf schnell bezahlt. Wie bei allen Geräten empfehlen wir, vor dem Kauf immer gut zu recherchieren und in gute Qualität zu investieren. Billig-Equipment endet oft im Ärger.
7. Fazit
Hoffentlich konnte dieser Artikel deine Unsicherheiten im Streit um den richtigen Lichtzyklus für Autoflower beseitigen. Sicher wird diese Diskussion noch viele Jahre andauern, aber aus unserer Sicht ist das 18/6-Prinzip unschlagbar. Es liefert ausreichend Licht für die Photosynthese und genug Dunkelheit, damit die Pflanzen ausruhen können. Viel Erfolg beim Grow!
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