Cannabis anbauen: Hydroponik vs Aeroponik
- 1. Aeroponik
- 1. a. Vorteile
- 1. b. Nachteile
- 2. Hydroponik
- 2. a. Vorteile
- 2. b. Nachteile
- 3. Aeroponik vs hydroponik
- 4. Was du vor dem einrichten eines hydro- oder aero-setups wissen solltest
- 5. Aquaponik - die dritte option
- 6. Fazit
Hydroponik und Erde sind zwei großartige Methoden, um Cannabis zu züchten, die jeweils in unterschiedlichen Setups besser funktionieren. Trotz ihrer Unterschiede kannst du mit beiden tolle Ergebnisse erzielen. Es gibt viele Wege, Cannabis von höchster Qualität anzubauen. Nach einer gewissen Zeit des Anbaus wirst du herausfinden, welche Methode am besten zu dir passt und es dir ermöglicht, deine Ziele je nach Budget, Erfahrung oder Verfügbarkeit zu erreichen. Aeroponik und Hydroponik sind Methoden, die schon lange beim Gemüseanbau verwendet werden, aber erst seit wenigen Jahren werden sie beim Anbau von Cannabis-Samen eingesetzt. Bei diesen Methoden wird ohne Erde angebaut und die Wurzeln direkt der Nährlösung ausgesetzt. Richtig durchgeführt, kannst du damit ein schnelleres Wachstum und bessere Qualität deiner Buds erzielen. Hier ist ein schneller und einfacher Vergleich beider Techniken:
1. Aeroponik
Aeroponik ist eine Anbaumethode, bei der die Wurzeln mithilfe eines speziellen Netzes oder Topfes in der Luft gehalten werden. Anstatt von Erde umgeben zu sein, sind die Wurzeln von Sauerstoff und CO2 umgeben und werden alle 3-5 Minuten direkt mit einer Nährlösung besprüht, die alle Wurzeln benetzt.

Diese Technik wird Indoor angewendet, da sie die Pflanzen vor äußeren Einflüssen schützt und es dem Grower ermöglicht, die Umgebung vollständig zu kontrollieren.
Vorteile
Höherer Ertrag
Anders als bei anderen Techniken, bei denen die Pflanzen um Nährstoffe „kämpfen“ müssen, wird in der Aeroponik die Nährlösung direkt an die Wurzeln geliefert. Das führt zu größeren Erträgen und schnellerem Wachstum.
Bessere Nährstoffaufnahme
Durch das Fehlen eines Substrats ist die Nährstoffaufnahme deutlich höher. Da die Nährstoffe direkt auf die Wurzeln gesprüht werden, gibt es auch weniger oder gar keinen Wasser- und Nährstoffverlust.
Leichtes Umtopfen
Falls du die Pflanzen umsetzen musst, besteht kaum das Risiko, die Wurzeln zu beschädigen. Du kannst einfach den Topf anheben und ihn in ein anderes Reservoir stellen. Da kein Substrat vorhanden ist, bemerken die Pflanzen den Vorgang kaum.

Nachteile
Hoher Pflegeaufwand
Aeroponik ist ein sehr empfindliches System und benötigt viel Wartung. Da die Wurzeln offen liegen, muss alles zur richtigen Zeit funktionieren. Fällt der Strom für ein paar Stunden aus, werden die Pflanzen nicht mehr mit Feuchtigkeit versorgt und sterben ab. Das System muss außerdem alle zwei Wochen gereinigt und rund um die Uhr kontrolliert werden.
Hohe Kosten
Da ein Aeroponik-System auf viel Technik sowie durchgehende Strom- und Wasserversorgung angewiesen ist, sind die Anfangskosten im Vergleich zu anderen Methoden höher. Manches kann man zuhause selber bauen, aber einiges muss gekauft werden. Spare beim Equipment nicht, denn es ist entscheidend für das Wachstum deiner Pflanzen.
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2. Hydroponik
Hydroponik war die Grundlage für die Entwicklung der Aeroponik und kann mit verschiedenen Substraten (wie Coco Faser, Blähton, Steinwolle usw.) genutzt werden. Durch den Verzicht auf Erde reduziert sich das Risiko für Schädlinge, die einen Teil ihres Lebenszyklus in Erde haben.

Bei dieser Methode werden die Wurzeln in eine Nährstofflösung eingetaucht, sodass sie die benötigten Nährstoffe jederzeit aufnehmen können. Der Sauerstoff wird entweder über Luftpumpen und Luftsteine zugegeben oder indem alle 10 Minuten die Lösung abgelassen wird.
Vorteile
Wasserersparnis
Fast alle Grower, die mit Erde oder anderen Substraten anbauen, nutzen ein Drain-to-Waste-System, bei dem das überschüssige Gießwasser verloren geht. In der Hydroponik kann dieses Wasser wiederverwendet werden, da es nicht durch ein Substrat läuft, kaum verschmutzt wird und somit mehrfach genutzt werden kann.
Mehr Kontrolle über die Nährstoffe
In der Hydroponik versorgen wir die Pflanzen mit einer Lösung, in der sie sich je nach Bedarf bedienen können. Das gibt uns mehr Kontrolle über Wachstum und Entwicklung unserer Pflanzen.
Relativ günstig
Obwohl diese Anbaumethode für Cannabis noch relativ neu ist, ist sie günstiger als Aeroponik. Die Anschaffungskosten sind im Vergleich zu Erde zwar höher, aber im individuellen Hydro-System kannst du viele Pflanzen anbauen, was den Ertrag und die Qualität steigert. Das zusätzliche Geld (im Vergleich zu Anbau in Erde) kommt in Form von besseren Buds und höheren Erträgen zurück.

Nachteile
Krankheiten verbreiten sich leichter
Da alle Pflanzen im selben Reservoir stehen, verbreiten sich Krankheiten sehr schnell, sobald eine Pflanze befallen ist. Das ist einer der größten Nachteile der Hydroponik, besonders für unerfahrene Grower.
Wenig Sauerstoff
Bei Hydroponik-Systemen musst du die Lösung, die die Pflanzen nährt, zusätzlich mit Sauerstoff anreichern. Das bedeutet, du musst zusätzlich in Luftsteine investieren und sie täglich kontrollieren. Wenn einer ausfällt, solltest du sofort Ersatz parat haben. Sind die Wurzeln zu lange in einer Lösung ohne Sauerstoff, ertrinken und sterben die Pflanzen.
3. Aeroponik vs Hydroponik
Beide Anbaumethoden funktionieren ähnlich, doch Aeroponik gilt bei den meisten Growern als überlegen. Aufgrund der Einfachheit des Systems - sobald alles eingerichtet ist - könnte es die beste Wahl für dich sein. Das hängt allein von deiner Erfahrung ab. Als Faustregel gilt: Ein Hydroponik-System opfert ein wenig Qualität zugunsten einer größeren Menge, während du bei Aeroponik etwas Menge für eine bessere Qualität opferst.
Beide Systeme erfordern einiges an Erfahrung sowie eine Überwachung fast rund um die Uhr, vor allem was pH-Wert und Temperatur angeht. Die Wahl des besten Systems liegt ganz bei dir und hängt davon ab, welche Qualität und welchen Ertrag du wünschst, sowie von Budget, Erfahrung und vor allem dem verfügbaren Platz.
4. Was du vor dem Einrichten eines Hydro- oder Aero-Setups wissen solltest
Wenn dich die Vor- und Nachteile neugierig gemacht haben, dein eigenes Hydroponik- oder Aeroponik-Cannabis-Setup zu starten, lies weiter, um alles Wichtige zu erfahren.
Platz
Bevor du irgendetwas planst, ist es essenziell, die verfügbare Fläche auszumessen, denn das bestimmt, wie viele Pflanzen du gleichzeitig anbauen kannst. Bedenke: Selbst kleinste Hydro-Setups brauchen eine Wasserpumpe, Lampen, ein Wasserreservoir usw... Kenne also ganz genau deinen verfügbaren Platz, bevor du loslegst.
Automatisierung
Sowohl Hydro- als auch Aeroponik-Setups sind häufig automatisiert. Das sorgt für einen reibungslosen Ablauf ohne größere Probleme, aber: Nur weil du dein Setup automatisierst, heißt das nicht, dass du dich entspannt zurücklehnen kannst. Du musst weiterhin regelmäßig Wasserstand und Temperatur kontrollieren und sicherstellen, dass alles einwandfrei läuft.
Aufrüstbarkeit
Gerade als Anfänger ist es ratsam, mit kleinen Systemen zu starten. Beachte aber, dass manche Hydro-Systeme nicht erweiterbar oder anpassbar sind. Überlege dir also, ein System zu kaufen, mit dem du bei Bedarf aufrüsten kannst.
Preis
Der letzte und wichtigste Faktor ist der Preis. Anfänger greifen am besten zu vorkonfigurierten Hydro- oder Aero-Systemen, aber du kannst dein Setup auch selbst bauen. Preislich sind Komplettsysteme teurer als DIY-Setups, aber auch zuverlässiger, was bedeutet, dass sie einen reibungslosen Ablauf gewährleisten und insbesondere für Einsteiger zu empfehlen sind. Mit wachsender Erfahrung kannst du individuelle Systeme ganz nach deinem Wunsch selbst bauen.
5. Aquaponik - Die dritte Option
Das war‘s: Alles, was du wissen musst, um eine fundierte Entscheidung über deine nicht-organische Anbaumethode zu treffen. Halt! Was wäre, wenn wir dir sagen, dass es noch eine dritte Option gibt – eine, bei der du voll biologisch arbeiten und trotzdem alle Vorteile der Hydroponik nutzen kannst? Die Einrichtung ist etwas aufwendiger und der Betrieb etwas arbeitsintensiver, aber absolut machbar und definitiv eine Überlegung wert. Die Rede ist von Aquaponik – der dritten und am wenigsten erforschten Variante beim Cannabis-Anbau.
Aquaponik erklärt
Ein Aquaponik-System besteht in der Regel aus zwei Hauptkomponenten: einem Hydroponik-System und einem Aquakulturbecken. Im hydroponischen Teil werden die Pflanzen durch eine nährstoffreiche Lösung aus dem Fischbecken versorgt, das im Prinzip ein Ökosystem mit Fischen bildet.
Das Wasser wird dabei zwischen beiden Komponenten zyklisch durchgepumpt: Die Fischabfälle im Becken wirken als natürlicher Dünger für die Pflanzen, und das saubere Wasser aus dem Hydroponik-System fließt zurück zu den Fischen. Dadurch entsteht eine Symbiose, die sowohl die Pflanzen als auch die Fische schneller und gesünder wachsen lässt.
Die Vorteile von Aquaponik
- Aquaponiksysteme sind extrem effizient – sie verbrauchen bis zu 90 % weniger Wasser als herkömmlicher Erdanbau und etwa die Hälfte eines Hydrosystems. Auf lange Sicht sparst du also viel Geld und Ressourcen.
- Aquaponikanlagen bieten dir zudem volle Kontrolle über die Umwelt: Du kannst Wassertemperatur, pH-Wert, Beleuchtung usw. individuell einstellen – das ermöglicht ideale Wachstumsbedingungen und eine schnelle Problembehebung.
- Auch wenn der Anschaffungspreis für Fisch und Aquarium anfällt, decken die Fische alle Nährstoffbedürfnisse der Pflanzen. Dadurch werden die Gesamtkosten auf Dauer günstiger. Außerdem liefern Fische ausschließlich organische Nährstoffe – was wiederum zu besser schmeckenden und riechenden Buds führt. Das Aufziehen und Züchten der Fische macht zudem echt Spaß.
- Abschließend sind Aquaponik-Systeme wesentlich nachhaltiger als traditionelle Methoden, da alles in einem geschlossenen Kreislauf bleibt – externe Inputs oder Outputs sind nicht nötig.
Aquaponiksysteme bieten alle Vorteile von hydroponischen und aeroponischen Systemen – dazu noch mehr Kontrolle und Nachhaltigkeit. Wer komplett biologisch anbauen möchte, sollte diese Option unbedingt näher betrachten. Allerdings ist für Einrichtung, Pflege und Optimierung viel Vorarbeit und Recherche nötig – Aquaponik ist eine Disziplin für sich und es gibt keine Abkürzungen.
Die Ergebnisse können jedoch überwältigend sein. Wer auf der Suche nach einer nachhaltigen Anbaumethode für sein geliebtes Cannabis („sticky icky“) ist und Herausforderungen liebt, sollte sich unbedingt mit Aquaponik beschäftigen!
6. Fazit
Hydroponik- und Aeroponik-Systeme wirken auf den ersten Blick ähnlich, werden aber verschieden eingesetzt. Beide erfordern rund um die Uhr Überwachung, damit alle Geräte ordnungsgemäß funktionieren und du pH-Wert, Temperatur und Luftfeuchtigkeit regelmäßig prüfen kannst. Die endgültige Entscheidung ist reine Geschmackssache und hängt davon ab, was du auf der Fläche deines Grow-Rooms realisieren kannst. Egal wofür du dich entscheidest, empfehlen wir, ausreichend Wissen anzueignen, bevor du deine gesamte Ernte in eines dieser Systeme investierst.
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