Wie produziert man Cannabis-Samen?

Jeder weiß, dass Cannabis aus Samen wächst, aber weißt du, wie die Samen produziert werden?
16 June 2020
7 min read
Wie produziert man Cannabis-Samen?

Inhalt:
  • 1. Photoperiodisches cannabis
  • 1. a. Reguläres photoperiodisches cannabis
  • 1. b. Feminisierter photoperiodischer cannabis
  • 2. Autoflowering-cannabis
  • 3. Herstellung deiner eigenen samen
  • 3. a. Photoperiodische reguläre samen
  • 3. b. Photoperiodische feminisierte samen
  • 3. c. Feminisierte und reguläre autoflowering-samen
  • 4. Zum schluss

Wenn es um Cannabis-Pflanzen geht, sind feminisierte Samen die bekanntesten. Aber weißt du, was Autoflowering und Regulär eigentlich bedeutet?

1. Photoperiodisches Cannabis

Der Photoperiodismus ist nicht nur bei Cannabis-Pflanzen anzutreffen. Viele blühende Pflanzen spüren Veränderungen in der Länge von Nacht und Tag und werten diese Veränderungen als Signale für ihre Entwicklung.

Photoperiodische Cannabis-Pflanzen sind genauso, sie reagieren grundsätzlich auf Veränderungen im Lichtzyklus. 

Wenn die Nacht zu Beginn des Herbstes (in der Natur) länger wird oder wenn du deinen Lichtzyklus auf 12/12 umschaltest, erhält die Pflanze mehr Dunkelheit. Dies führt dazu, dass die Pflanze erkennt, dass ihr Lebenszyklus zu Ende geht, und sie beginnt zu blühen (weiblich) oder Pollen zu produzieren (männlich), um sich vor dem Winter zu vermehren.

Reguläres Photoperiodisches Cannabis

Regulärer Cannabis ist photoperiodischer Cannabis, der sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen produziert. Sie werden als regulär bezeichnet, weil sie auf "natürliche Weise" produziert werden: Die Pollen der männlichen Pflanze bestäuben die weibliche, was zu Samen führt.

Früher war es die einzige Möglichkeit, Cannabis mit regulären Samen zu growen. Dadurch erhältst du manchmal männliche und manchmal weibliche Pflanzen. 

Es besteht ein großer Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Pflanzen, während weibliche Pflanzen Buds wachsen lassen, wachsen bei männlichen Pflanzen nur Pollensäcke.

Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Cannabis-Pflanzen.
 

In der Natur öffnen sich die Pollensäcke des männlichen Cannabis, um Pollen freizusetzen, die die weiblichen Pflanzen bestäubt und auf diese Weise Samen produziert. 

Aber die meisten Grower, die Cannabis kommerziell oder für den Eigenbedarf anbauen, wollen nur Buds, denn wenn man den männlichen Pflanzen die Bestäubung der Buds ermöglicht, beeinträchtigt dies die Ernte immens, da die Bestäubung die Potenz und den Ertrag mindert, weshalb Grower hauptsächlich nur weibliche Pflanzen growen.

Feminisierter photoperiodischer Cannabis

Um eine versehentliche Bestäubung und andere Probleme im Zusammenhang mit männlichen Pflanzen vollständig zu vermeiden, wurden feminisierte Samen geschaffen. 

Feminisierte Samen stammen aus der Kreuzung zweier weiblicher Pflanzen, wobei eine von ihnen gestresst wird, so dass sie anfängt, Pollensäcke zu produzieren, die die andere weibliche Pflanze befruchten.

Wenn du feminisierte Samen growst, werden die Nachkommen immer weibliche Pflanzen sein. Das nimmt dir einen Großteil der unnötigen Arbeit ab, denn du musst keine unbrauchbaren männlichen Pflanzen züchten.

Seit dem Boom von feminisiertem Saatgut im Jahr 1998 haben Grower schon seit geraumer Zeit aufgehört, reguläre Samen zu kaufen. Heutzutage verkaufen die meisten Saatgutbanken nicht einmal mehr reguläre Samen.

Bei so viel Konzentration auf feminisiertes Saatgut dürfen wir nicht vergessen, dass reguläre Samen für die Schaffung neuer Strains allerdings unerlässlich ist.

2. Autoflowering-Cannabis

Autoflower sind auf keinen besonderen Lichtzyklus angewiesen um zu wachsen und zu blühen. 

Wie ihr Name schon sagt, blühen Autoflower je nach Alter automatisch und im Gegensatz zu regulären Cannabis, das einen Wechsel des Lichtzyklus benötigt, um in die Blütephase zu gelangen. Autoflower brauchen nichts anderes als Zeit, um mit der Produktion von Buds zu beginnen.

Aber diese Eigenschaft kam nicht aus dem Nichts, sie entstand als eine Anpassung an die Umwelt.

Du hast wahrscheinlich schon von Cannabis Indica und Sativa gehört... nun, das Autoflowering-Gen stammt von Cannabis Ruderalis.

Die Ruderalis-Sorte hat sich an das extrem kalte und raue Klima in Asien, Europa und Russland angepasst. Diese Regionen haben kürzere warme Jahreszeiten und kältere Temperaturen.

Aus diesem Grund begann Ruderalis von einer photoperiodischen Pflanze zu einer Autoflowering-Pflanze zu mutieren, um ihre Vermehrung zu gewährleisten, bevor die Temperaturen den Gefrierpunkt erreichten.

Dank dieser Anpassung haben wir jetzt Autoflowering-Pflanzen, die erheblich weniger Zeit von der Saat bis zur Ernte benötigen.

3. Herstellung deiner eigenen Samen

Es ist relativ einfach, dein eigenes Saatgut zu produzieren, wenn du das nötige Material hast. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass das Ergebnis direkt ein perfekter Strain sein wird. Die guten Strains oder "IBLs", die die meisten Samenproducer verkaufen, sind Strains, die seit Jahren entwickelt wurden und weit in der dritten oder vierten Generation sind.

IBL oder stabilisierte Strains bedeuten, dass die Nachkommenschaft bestimmte Eigenschaften aufweisen werden. Wenn du zwei Strains zum ersten Mal kreuzt, können die Nachkommen unendliche Phänotypen haben, und das ist nicht gut für die Vermarktung.

Photoperiodische reguläre Samen

Wenn man über Cannabis spricht, vergisst man schnell die männlichen Pflanzen. 

Heutzutage ist jeder an die schönen Pflanzen, die wir alle lieben, gewöhnt, aber es ist wichtig, daran zu denken, dass männliche Cannabis-Pflanzen genauso wichtig sind wie die weiblichen. Männliche Pflanzen produzieren Pollen und sind ein wesentliches Element für die Produktion neuer Cannabis-Pflanzen.

Diese Pollen sind beim Anbau super wichtig, da sie den Growern ermöglicht, Kreuzungen mit genetischen Merkmalen verschiedener Pflanzen vorzunehmen und ihre eigenen Samen zu erzeugen. Um Samen zu produzieren, brauchst du nur Pollen und Buds.

Cannabis-Pollen unterscheidet sich nicht von regulärem Pollen anderer Pflanzen. Es handelt sich um ein feines Pulver, das normalerweise eine goldgelbe Farbe hat und bei männlichen Pflanzen aus dem Pollensack freigesetzt wird.

 

Pollensack einer männlichen Cannabis-Pflanze.
 

Das Sammeln von Pollen ist einfach. Du weißt dass du mit dem Sammeln beginnen kannst, wenn die Pollensäcke geöffnet sind und du Pollen in der Luft und auf den Blättern in ihrer Nähe schweben siehst.

Wenn dies geschieht, kannst du die Säcke vorsichtig entfernen und in einem Ziplock-Beutel aufbewahren. Sobald du zur Bestäubung bereit bist, gibst du die Pollen einfach auf die Buds ab. Eine andere Möglichkeit besteht darin, deine männlichen Pflanzen in der Nähe der weiblichen Pflanzen einfach zu schütteln, die Pollen haften dann an den Buds.

Die Pollen werden verwendet, um die weiblichen Pflanzen zu bestäuben und Samen zu erzeugen. In der Natur werden die weiblichen Pflanzen durch den Wind, der die Pollen weiter trägt, bestäubt. 

Cannabis-Samen entwickeln sich in den Buds etwa 4-6 Wochen nach der Bestäubung. Du wirst sehen, wie die Blütenkelche aufgehen und die Samen zum Vorschein treten.

 

4-6 Wochen nach der Bestäubung entwickeln sich die Samen in den Buds.
 

Bestäubte Buds sehen ganz anders aus als normale Buds. Sie haben normalerweise nicht so viele Trichome und sind kleiner und viel geschwollener.

4 Wochen nach der Bestäubung kannst du mit der Kontrolle der Buds beginnen, um zu sehen, ob die Samen erntereif sind, indem du ein paar Samen pflückst.

Reife Samen haben eine harte Schale und sind dunkelbraun gefärbt, sie können auch einige Streifen auf der äußeren Schale haben.

Photoperiodische feminisierte Samen

Normalerweise muss eine männliche Cannabis-Pflanze eine weibliche Pflanze bestäuben, um Samen zu produzieren. Die daraus resultierenden regulären Samen enthalten etwa je zur Hälfte männliche und weibliche Samen.

Die Art und Weise, wie feminisierte Samen produziert werden, ist die gleiche, aber anstatt den Pollen von einem Mann zu sammeln, stressen oder besprühen die Grower die Buds beispielsweise mit kolloidalem Silber. Dieser Prozess zwingt die weiblichen Pflanzen dazu, ein Zwitter zu werden und Pollensäcke zu produzieren.

Hermaphroditen (Zwitter) sind weibliche Pflanzen, die auf halbem Wege männlich werden, d.h. die Pflanze hat sowohl männliche (Pollensäcke) als auch weibliche (Buds) Teile.

 

Wie man eine hermaphroditische Cannabis-Pflanze erkennt.
 

Wenn du die Pollensäcke herauspickst und "weiblichen" Pollen verwendest, um eine andere weibliche Pflanze zu bestäuben, hast du nur weibliche Gene, da es keinen "Vater" gibt. Auf diese Weise erhältst du feminisierte Samen, was bedeutet, dass die Nachkommen 100% weibliche Pflanzen sein werden.

Feminisierte und reguläre Autoflowering-Samen

•  Reguläre Autoflowering-Samen

Gewöhnlich kannst du reguläre und feminisierte Samen kaufen, und dies gilt auch für Autoflowering-Samen. Das bedeutet, dass du männliche und weibliche Autoflowering-Samen finden kannst, je nachdem, welche Art von Samen du kaufst (regulär = 50% männlich und 50% weiblich, feminisiert = 100% weiblich).

Leider wirkt sich die starke Zunahme der Produktion von feminisiertem Saatgut auch auf Autoflowering-Samen aus. Obwohl es heutzutage nicht mehr üblich ist, reguläre Auto-Samen zu finden, gibt es sie doch.

Für die Produktion regulärer, Autoflowering-Samen brauchst du nur männlichen Pollen und weibliche Buds, genau wie bei regulärem, photoperiodischem Cannabis. Der Prozess ist im Grunde derselbe: Sammel die männliche Polle und verteile sie auf den Buds, das Ergebnis sind reguläre, Autoflowering-Samen.

•  Feminisierte Autoflowering-Samen

Der Prozess der Produktion von feminisierten Autoflowering-Samen ist fast derselbe, der einzige Unterschied besteht darin, dass du zwei weibliche Autos benötigst, anstatt einer männlichen und einer weiblichen. Du musst eine deiner weiblichen Autos dazu bringen, Pollen zu produzieren, indem du sie entweder stresst oder mit kolloidalem Silber besprühst und das andere Weibchen anschließend bestäubst. Dies führt zu einer 100% weiblichen Autoflower Nachkommenschaft.

4. Zum Schluss

Auch wenn es ziemlich einfach sein kann, Samen zu produzieren, empfehlen wir, ein wenig Erfahrung zu sammeln, bevor du es selbst ausprobierst.

Wir empfehlen am Anfang einfach zu growende Strains wie Zkittlez Auto, um die nötige Erfahrung zu sammeln, bevor man selber richtig los legt.

Zkittlez Auto
Zkittlez Auto
Genotyp
Sativa 40%/Indica 60%
Genetik
Zkittlez Auto
Blütezeit
9 – 10 weeks
Ertrag
450 – 500 gr/m2
Höhe
70 – 100 cm
THC
Bis zu 23%
CBD
< 1%
Autoflowering
Ja
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Eine Zucht erfordert große Vorsicht, selbst die kleinste Pollenmenge kann deine gesamte Ernte ruinieren.

Vergiss nicht, dass du immer Saatgut von einer seriösen Saatgutbank kaufen solltest. Wenn du schlechte Genetik kaufst, können deine Pflanzen leicht zum Zwitter werden, und was anfangs billig war, kann am Ende überraschend teuer werden.

16 June 2020
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